Algeria’s Hardened S-300 Site Almost Complete

DG (20MAY15) ALG MEK S-300

Satellite imagery acquired by DigitalGlobe in May 2015 shows further progress on a probable S-300 site at Mers El Kébir.

While rumors of Algeria receiving a S-400 battery from Russia continue to permeate the blogosphere, construction of the S-300 site over at Mers El Kébir is well underway.

Situated in Oran Province near the coast, Mers El Kébir is an important deployment location. It’s home to the Air Force’s frontline MIG-29 multi-role fighters, the Navy’s Kilo diesel electric submarines and OMCN/CNE shipbuilding, among others.

Once completed, it’ll be the country’s third S-300 site supporting the only known S-300 unit located on the northwest coast. [1] The two other sites thought to host the system sit near Algiers, the nation’s capital and most densely populated city.

According to satellite imagery, the site has been under construction for over two years and follows a configuration similar to those located at Ouled Fayet and Reghaia. Like before, imagery shows that Algeria has taken its time hardening the site by erecting earth bermed protective shelters.

Recent space snapshots from May (right image; left image from May 2014) confirm that the protective shelters have been covered and that concrete ramps providing access were completed. A nearby support area was still under construction at the time of capture.

Unlike other S-300 sites around the globe — which typically follow basic Russian configurations of ‘C’ and ‘E’ shaped revetments — these hardened sites reiterate the system’s use for strategic defense. Such systems are imperative for protecting airspace against illegal incursions by a would-be aggressor.

The S-300 is the most advanced platform in the country’s inventory which is primarily composed of older Soviet-era systems. It’s a proven and capable system that allows Algeria to engage targets well outside its territorial boundaries.

The export variant that Algeria purchased, the S-300PMU2, also known by its NATO reporting name SA-20B Gargoyle, is capable of launching six missiles at once and engaging 12 targets simultaneously, both at high and low altitudes. The system sports the 48N6E2 missile with a range of 200 km paired with the 30N6 Flap Lid radar.

It’s most effective when deployed with other air defense assets like the Pantsyr S-1, or SA-22, which acts as a point defense system. In other words, it provides air defense for your air defense.

Algeria reportedly acquired a handful of SA-22 in 2010.

S-300PMU2

S-300PMU2

As far as the African continent is concerned, Algeria is the only S-300 user, although Egypt has been in talks with Russia recently to acquire the system. Handhelds from Russia’s Army 2015 forum suggest a S-300VM battery is in the works.

Imagery suggests that Algeria’s new site will probably be complete by the end of the year. And with it, Algeria will have S-300 coverage for most of its coastline.

According to SIPRI, Algeria is the largest arms importer in Africa (2010-14) taking 30 percent of the approximate $18 billion a year trade.

Notes
[1] These are the only sites that are known. Algeria reportedly ordered 8 battalions of S-300 in the 2006 agreement.

Posted in Armed Forces, Chris B, English, Intelligence | Tagged , , , | Leave a comment

Sessionsrückblick

Zwischen dem 01. und 19. Juni 2015 fand die Sommersession der Eidgenössischen Räte statt. Aus sicherheitspolitischer Sicht handelte es sich bei den Themen “Weiterentwicklung der Armee: Änderung der Rechtsgrundlagen”, “Rüstungsprogramm 2015″ und “Neuevaluation und Beschaffung von Transportflugzeugen” um wichtige Kernthemen, bei “Verlängerung der Unterstützung ziviler Behörden” und bei “Massnahmen zur Stärkung der Rolle der Schweiz als Gaststaat” eher um Nebenschauplätze, die jedoch nicht weniger wichtig sind.

Kaderausbildung "Shooting House" des Inf Bat 61 mit dem LVb Inf (Foto: Inf Bat 61).

Kaderausbildung “Shooting House” des Inf Bat 61 mit dem LVb Inf (Foto: Inf Bat 61).

Weiterentwicklung der Armee: Änderung der Rechtsgrundlagen
Das wichtigste Geschäft der Sommersession für die Schweizer Armee führte zur grössten Überraschung. Kenner der sicherheitspolitischen Szene in der Schweiz ging davon aus, dass die Änderungen der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee (WEA) vom Nationalrat ohne grössere Probleme durchgewunken wird. Jedenfalls wurde die Vorlage in der Frühjahressession vom Ständerat mit 32 gegen 3 Stimmen (und 1 Enthaltung) deutlich angenommen. Nicht so im Nationalrat — mit 86 zu 79 Stimmen wurde die Vorlage im Nationalrat abgelehnt.

Was ist geschehen? Um es vorweg zu nehmen, nein, die WEA ist dadurch nicht gefährdet, die Umsetzung wird nun jedoch später, ab dem 01.01.2018, erfolgen. Inhaltlich gab es bei den Bürgerlichen kaum Differenzen, doch die Frage ob und wie die Finanzierung der Armee, also die vom Parlament zugesagten 5 Milliarden SFr pro Jahr, ins Militärgesetz aufgenommen werden soll, entzweiten Befürworter der WEA. Die Fraktion der Schweizerischen Volkspartei (SVP) will, dass die Finanzierung der Schweizer Armee im Militärgesetz festgeschrieben wird, was eher unüblich ist. Dementsprechend waren die anderen bürgerlichen Fraktionen der Meinung, dass die Finanzierung — wie üblich — in Form eines Bundesbeschlusses festgelegt werden soll. Diese Variante zeigte sich in den Detailberatungen mehrheitsfähig, was jedoch in der Gesamtabstimmung dazu führte, dass die Fraktion der SVP — mit Ausnahme von Hansjörg Walter (SVP,TG) — die Vorlage zusammen mit den Grünen und der Sozialdemokratischen Fraktion verwarf.

Interessanterweise sprach sich auch Bundesrat Ueli Maurer gegen die Aufnahme eines fixen Betrages im Militärgesetz aus. Das Militärgesetz sei der falsche Ort um die Finanzierung festzulegen und ausserdem wäre dies ein Novum in der Gesetzgebung. Wenn schon, dann müsste die Regelung für die ersten vier Jahre in den Übergangsbestimmungen festgehalten werden. Doch auch dann sei es angesichts des Spardrucks zweifelhaft, ob sich der Bundesrat an diesen Zahlungsrahmen halten wird. Gemäss Maurer gehe die Tendenz des jährlichen Armeebudgets eher in Richtung 4,5 Milliarden SFr. Dies würde bedeuten, dass auch die WEA, wie bereits die Armee XXI, unterfinanziert an den Start geht und dass notwendige Investitionen nicht im vorgesehenen Ausmass getätigt werden können. Dies ist auch der Grund, dass der Chef der Armee, Korpskommandant André Blattmann nun die Werbetrommel für die 5 Milliarden-Armee rührt.

Ich habe […] etwas Angst, dass wir heute ein Kartenhaus miteinander gebastelt haben. Wenn nämlich diese 5 Milliarden Franken nicht auf Dauer gesprochen werden, wird dieses Kartenhaus zusammenfallen. Egal, wie es ausgeht, das Parlament hat jedenfalls die Verantwortung, dann zu diesem Versprechen zu stehen. Wir planen jetzt seit drei, vier Jahren mit diesen 5 Milliarden Franken – wir haben alles auf diesen Betrag ausgerichtet. Wenn Sie das heute nicht beschliessen – was ich durchaus verstehen kann, das kann finanztechnisch Sinn machen -, würde ich Sie dann doch in die Verantwortung nehmen, wenn es ins Budget ginge. Wir dürfen nicht mehr Kartenhäuser bauen! Schliesslich stehen wir in der Verantwortung gegenüber einer Generation junger Männer, die Dienst leisten und eine gute Ausrüstung wollen. Egal, wo Sie das festschreiben: Wir haben die Verantwortung, die Mittel für die Sicherheit der Schweiz bereitzustellen. — Bundesrat Ueli Maurer, Sommersession 2015, 18.06.2015.

Wie geht es nun weiter? Die Vorlage geht zurück in den Ständerat und die Umsetzung der WEA verzögert sich (mindestens) um ein Jahr. Wird das mögliche fakultative Referendum gegen das Militärgesetz mitberücksichtigt, so könnte sich das Umsetzungsdatum noch einmal um ein Jahr, also auf den 01.01.2019, verschieben.

Aufklärungsdrohnensystem 15 - Hermes 900 HFE

Aufklärungsdrohnensystem 15 – Hermes 900 HFE

Rüstungsprogramm 2015
Als Erstrat befasste sich der Nationalrat mit dem Rüstungsprogramm 2015, welches mit drei Vorhaben und einem Budget von 542 Millionen SFr bescheiden ausfällt. Wird die Ablehnung der Gripen-Beschaffung (Rüstungsprogramm 2012) berücksichtigt, so fielen die Rüstungsprogramme der letzten 6 Jahre mager aus. Auf Drängen der Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates, welcher vor gut einem Jahr mittels einer vom Bundesrat und vom Ständerat abgelehnten Motion ein ergänzendes “Rüstungsprogramm 2015 plus” forderte, hat nun auch der Bundesrat die Notwendigkeit eines zweiten, noch in diesem Jahr dem Parlament vorzulegenden, Rüstungsprogramms erkannt.

Wie erwartet gab die Beschaffung des Aufklärungsdrohnensystems 15 (ADS 15), welches 6 Hermes 900 HFE der israelischen Elbit Systems umfasst, im Nationalrat zu Reden. Neben einer grundsätzlich ablehnenden Haltung gegenüber militärischer Beschaffungsvorhaben kritisierten die Grüne und die Sozialdemokratische Fraktion die Herkunft der Drohnen. Gemäss diesen beiden Fraktionen soll die Schweiz aus ethischen Gründen auf die Beschaffung von Rüstungsmaterial aus einem Land, welches die Einhaltung der Menschenrechte politisch umstritten auslegt, verzichten. Das sind jedoch nur vorgeschobene Gründe, denn wieso soll die Schweiz sich mit einem solchen unnützen Boykott selber schädigen, wenn gleichzeitig andere israelische Güter im Wert von über einer halben Milliarde SFr. (648 Millionen SFr für 1014) kritiklos importiert werden. Was Aufklärungsdrohnen betrifft, so existieren neben den israelischen Anbietern kaum Alternativen, welche sich auf einem vergleichbaren technologischen Stand befinden. Die USA, als einziger alternativer Lieferant schätzte das Exportrisiko derart hoch ein, dass sie der Schweiz keine solche Systeme verkaufen wollte.

Grundsätzlich soll mit dem ADS 15 das Fähigkeitsspektrum des ADS 95 abgedeckt werden. Durch den technologischen Fortschritt und der höheren Leistungsfähigkeit kann das ADS 15 jedoch höher fliegen und verfügt über eine grössere Nutzlast. Dies ermöglicht es später, weitere Fähigkeiten aufzubauen, die heute mit dem ADS 95 nicht realisiert werden können — beispielsweise der Einsatz eines abbildenden Radar (Synthetic Aperture Radar bzw. SAR) zur Erstellung der Bodenlage, der Einsatz als Relaisstation für Telekommunikationsnetze, zur elektronischen Aufklärung oder zur Durchführung von Luftanalysen zu Gunsten der Nationalen Alarmzentrale. Technisch wäre eine Bewaffnung zwar möglich, militärisch besteht aber momentan kein Bedürfnis dazu, weshalb eine Bewaffnung nicht vorgesehen ist. Wie bereits heute mit dem ADS 95 wird nicht nur die Armee, sondern auch kantonale Führungsstäbe, Polizei- und Rettungsorgane oder das Grenzwachtkorps die Aufklärungsdrohne einsetzen.

Das Drohnensystem kann ab einem militärischen oder zivilen Flugplatz über der ganzen Schweiz eingesetzt werden. Starts und Landungen können — auch bei geringer Sichtweite — vollautomatisch durchgeführt werden. Die Steuerung erfolgt mittels einer verschlüsselten Funk- beziehungsweise Satellitenverbindung durch einen Drohnenpiloten aus der Bodenkontrollstation. Die Steuerung mittels Satellitenverbindung erweitert den Operationsradius deutlich und gemäss Elbit Systems wäre mit einer Tankfüllung eine theoretische Reichweite von 2’000 km möglich. Auch topographisch bedingte Funklöcher und geringe Flughöhe stellen keine Probleme mehr dar (vgl.: Tamir Eshel, “Elbit Systems Wins Third Customer for Hermes 900 UAS“, Defense Update, 03.01.2012).

Bezüglich der eingesetzten Sensoren bleibt die Botschaft des Bundesrates wage: das ADS 15 verfüge über eine Tageslicht- und Wärmebildkamera (EO/IR-Kamera), welche sowohl bei Tag, wie auch bei Nacht Bilder liefern soll. Wenn es sich bei den Sensoren um das von Elbit standardmässig verwendete 33-38 kg leichte Digital Compact Multipurpose Advanced Stabilised System (DCoMPASS) handelt, dann würde der optische Sensor des ADS 15 eine Blende von 38,1 cm (15 Zoll) aufweisen. Weiter integriert wären eine Farb-TV-Kamera mit 1394×1040 Pixel, ein Forward Looking Infrared (FLIR) sowie ein Laser-Zielbezeichner (siehe Verkaufsprospekt von Elbit Systems — weitere Sensoren sind verfügbar).

Da die Drohne ohne Begleitung durch ein bemanntes Flugzeug in allen Lufträumen eingesetzt werden soll, wird beim ADS 15 ein zivilluftfahrttauglisches “Sense & Avoid-System” (S&A) zur automatischen Detektion von anderen Luftfahrzeugen integriert, welches bei einem Kollisionskurs mit einem anderen Luftfahrzeug ein regelkonformes Ausweichmanöver einleiten würde. Bei der Realisierung dieses Projekts sind das Bundesamtes für Zivilluftfahrt und die Skyguide mitbeteiligt. Bei erfolgreichem Abschluss würde es sich beim ADS 15 international um die erste Drohne handeln, welche eine vollständige Integration in den zivilen Luftraum ermöglichen würde.

Sollte auch der Ständerat das Rüstungsprogramm 2015 gutheissen, dann kann die Auslieferung der Drohnen und des entsprechenden Bodenmaterials 2019 erfolgen. Hier noch die wichtigsten Kenngrössen der Hermes 900 HFE:

Kenngrösse
Elbit Hermes 900 HFE
Kenngrösse
Elbit Hermes 900 HFE
Typ:  Aufklärungsdrohne
(MALE)
Max. Flugzeit: 24 h
Jungfernflug: 09.12.2009 Operations-
radius: 
>350 km
Indienststellung: 2012 Dienstgipfel-
höhe:
7’600 m ü. M.
Länge:    9 m Bewaffnung: nicht vorgesehen
Spannweite:    17 m Antrieb:  Rotax 914
Höhe:    3,3 m Steuerung: Bodenkontroll-
station (Funk- und/oder Satelliten-
verbindung)
Max. Startgewicht:  1’590 kg Stückpreis:  rund 40 Mio. SFr
Ladegewicht: 450 kg Eingesetzt in: Israel, Brasilien, Chile, Kolumbien, (wahrscheinlich) Mexiko.
Max. Geschwindigkeit: 260 km/h

• • •

Neben dem ADS 15 wird weiter für 21 Millionen SFr. ein neuer Schiesssimulators zum Sturmgewehr 90 von RUAG Defence gekauft (500 Sets à 10 Schiessimulatoren). Der seit 1993 eingesetzte Schiesssimulator hat sein Nutzungsende erreicht. Die Unterhaltskosten steigen und Ersatzteile können nicht mehr beschafft werden, weshalb eine technologiebedingte Neubeschaffung notwendig wurde. Das letzte der drei Vorhaben umfasst die Beschaffung von 879 leichten Motorfahrzeugen geländegängig für Fachsysteme (wie beispielsweise Übermittlungsgeräten, Computeranlagen oder globalem Positionierungssystem) für 271 Mio SFr, welche die seit 1989 eingeführten Steyr-Daimler-Puch 230 GE ersetzen soll. Trotz den acht verschiedenen Fachaufbauten scheint der Preis — rund 300’000 SFr pro Fahrzeug — am oberen Limit zu sein.

Die Rüstungsprogramme von 1995-2015 im Überblick. Mit der Ablehnung des Gripen-Fondsgesetzes entfiel das Rüstungsprogramm 2012 (Diagramm ursprünglich erstellt von Peter Platzgummer, Forscher an der HSG St.Gallen).

Die Rüstungsprogramme von 1995-2015 im Überblick. Mit der Ablehnung des Gripen-Fondsgesetzes entfiel das Rüstungsprogramm 2012 (Diagramm ursprünglich erstellt von Peter Platzgummer, Forscher an der HSG St.Gallen).

 
Neuevaluation und Beschaffung von Transportflugzeugen
Die Neuevaluation und Beschaffung von Transportflugzeugen wurde in der Frühjahressession durch die Motion von Ständerat Peter Bieri (CVP,ZG) wie auch von der Motion von Ständerätin Géraldine Savary (SP,VD) wieder ins Rollen gebracht. Eine weitere Motion zu diesem Thema wurde von Nationalrat Pierre-Alain Fridez (SP,JU) Ende 2014 eingereicht, jedoch in der Frühjahressession nicht mehr besprochen. Sie fordert, dass die Kapazität an Lufttransportmitteln für Friedensförderungseinsätzen der UNO oder der EU sowie humanitären Missionen zu erhöhen und dass deren Einbringung in militärische Lufttransportpools in Europa zu prüfen sei.

Der Präsident der Sicherheitspolitischen Komission des Nationalrates, Nationalrat Thomas Hurter (SVP,SH) zeigte sich von der Motion jedoch gar nicht erfreut: sie habe das Ziel die Armee “nach der Manier der SP umzubauen“, weil damit primär die Friedensförderung ausgebaut werden soll. Kombiniert mit der von der SP immer wieder verlangten Reduktion der Finanzen der Armee, käme dies einer gesamtheitlichen Schwächung der Armee gleich. Gemäss Hurter sei die SVP mehrheitlich gegen die Beschaffung von Transportflugzeugen für die Schweizer Armee. Der Bundesrat seinerseits ist bereit die Motion anzunehmen und will dem Parlament bis Ende 2015 drei Varianten vorlegen: den Kauf, die Miete in verpflichtender Form, und die Zusammenarbeit mit anderen Staaten. Je nach Grösse und Reichweite dieser Flugzeuge wäre eine Investitionen in der Grössenordnung von 200 bis 500 Millionen SFr und jährliche Kosten im Umfang eines hohen zweistelligen Millionenbetrags notwendig. Schliesslich wurde die Motion mit 89 zu 74 Stimmen abgelehnt — wie erwartet hat die SVP, zusammen mit der BDP, die Motion einstimmig abgelehnt.

Fazit: Auch wenn die Beschaffung eines Transportflugzeuges (beispielsweise im Rüstungsprogramm 2018) beim Ständerat auf eine positive Resonanz kommen könnte, so ist die Ablehnung im Nationalrat — wahrscheinlich auch in der nächsten Legislatur — so gut wie sicher.

Hundeführer im Training (2015)

Hundeführer im Training (2015) – für mehr Informationen siehe Cuminavel Nr. 4/4, 17./18. Januar 2015.

Verlängerung der Unterstützung ziviler Behörden
Eigentlich hätten die seit 1994 bzw. 2001 laufenden Unterstützungseinsätze zu Gunsten ziviler Behörden — konkret geht es um die Botschaftsbewachungen (“AMBA CENTRO”) und den Einsatz bewaffneter Flugbegleiter an Bord schweizerischer Luftfahrzeuge (“TIGER”) — Ende 2015 auslaufen sollen. Dem ist nicht so — sie werden noch einmal bis zur Umsetzung der WEA, jedoch bis spätestens zum 31. Dezember 2018 verlängert. Bei “AMABA CENTRO” sollen bis Ende 2016 höchstens 80 AdA, ab 2017 höchstens 44 AdA, ei “TIGER” während der gesamten verbleibenden Dauer maximal 10 “Air Marshals” eingesetzt werden. Die Aufwendungen für den Schutz ausländischer Vertretungen werden sich 2016 auf total 40,49 Millionen SFr belaufen, wobei 37,19 Millionen zulasten des Bundes und 3,3 Millionen zulasten der Kantone gehen werden. Die Aufwendungen für die Sicherheitsmassnahmen im Luftverkehr werden voraussichtlich betragen 900’000 SFr pro Jahr betragen.

Diese Verlängerung wurde notwendig, weil die Kantone Bern, Genf und Waadt sowie die Stadt Zürich noch immer nicht in der Lage sind, die eingesetzten Armeeangehörigen durch eigene Sicherheitskräfte zu ersetzen. Gemäss Aussage von Nationalrat Walter Müller (FDP,SG) sei die Verlängerung für die Mehrheit der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates “ärgerlich, aber letztlich unbestritten“. Nationalrat Eric Voruz (SP,VD) erinnerte daran, dass die innere Sicherheit Sache der Kantone sei, und dass die von der Verlängerung betroffenen Kantone ihr Versprechen, für genügend Personal zu sorgen, gebrochen hätten. Bundesrat Ueli Maurer beschwichtigte, dass er bereits bei der letzten Verlängerung des Unterstützungseinsatzes darauf hingewiesen hätte, dass eine weitere Verlängerung wohl nicht verhindert werden könne. Da Polizisten rekrutiert und danach drei Jahre lang ausgebildet werden müssen, sei dieser Personalmangel bereits vor drei Jahren offensichtlich gewesen. Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP,TG) vertrat die Meinung, dass es “nicht die Aufgabe des Bundes [sei], mit der Armee Lücken in den kantonalen Polizeikorps zu schliessen, welche durch kantonale Sparprogramme oder Steuerreduktionen verursacht worden [seien]”. Quasi als Protest beantragte die ​Sozialdemokratische Fraktion, dass auf die Vorlage nicht eingegangen werden soll. Damit hatte sie wie erwartet keinen Erfolg, so dass sie zusammen mit der Grünen Fraktion die Vorlage mehrheitlich ablehnte. Wegen der bürgerlichen Mehrheit reichte die Stimmenzahl jedoch nicht aus: die Vorlage wurde in der Schlussabstimmung mit 127 gegen 44 Stimmen gutgeheissen.

[I]n der Schweiz [gibt es] mehrere ausländische extremistische Gruppierungen, die jederzeit in der Lage sind, gewalttätig aufzutreten. Aber auch gewalttätige politische und ethnische Gruppen stellen durch ihr Vorgehen eine Bedrohung der Sicherheitslage dar. Eine weitere Radikalisierung der verschiedenen politischen Anliegen kann nicht ausgeschlossen werden. Die Gewaltbereitschaft dieser Akteure könnte daher im Zusammenhang mit den verschiedensten Themen und Konflikten weltweit, aber auch in der Schweiz zu Gewalttaten führen. — Schweizerischer Bundesrat, “Botschaft zum Bundesbeschluss über die Einsätze der Armee zur Unterstützung ziviler Behörden“, 25.02.2015, 2054f.

 

Palais des Nations by night, Geneva (Photo by Violaine Martin).Der Palais des Nations muss umfassend saniert werden. Die Kosten werden auf rund 837 Millionen SFr. geschätzt.

Palais des Nations by night, Geneva (Photo by Violaine Martin). Der Palais des Nations muss umfassend saniert werden. Die Kosten werden auf rund 837 Millionen SFr. geschätzt.

Massnahmen zur Stärkung der Rolle der Schweiz als Gaststaat
Die Schweiz empfängt seit über 150 Jahren Organisationen und Konferenzen als Gaststaat. Diese Rolle als Gaststaat ist fest verankert in der humanitären Tradition des Landes und der Geschichte der Guten Dienste der Schweiz. Dabei spielt Genf eine wichtige Rolle: mit dem Sitz von 30 internationalen Organisationen, über 300 Nichtregierungsorganisationen sowie den ständigen Vertretungen von 173 Mitgliedsstaaten ist Genf nach New York der zweitwichtigste Standort der UNO. In Genf werden jährlich rund 2’700 Konferenzen durchgeführt, an denen über 220’000 Deligierte und Fachpersonen zusammenkommen. Das nützt auch der Schweiz: die Rolle als Gaststaat, der einfache Zugang zu den verschiedenen Organisationen und deren Funktionären sowie zu den anreisenden Delegierten, Regierungsmitgliedern und Fachpersonen verleiht der Schweiz international ein wesentlich grösseres Gewicht, als es die grösse der Schweiz vermuten liesse.

Diese Rolle ist jedoch nicht als garantiert zu betrachten. Zwischen 2008 und 2013 wurden in Genf 21 Teilverlegungen zu anderen Standorten verzeichnet. Dies relativiert sich momentan noch dadurch, dass in der gleichen Zeit 18 neue Niederlassungen in Genf verzeichnet werden konnten. Doch insbesondere die aufstrebende Regionen der Welt machen der Schweiz Konkurrenz und können deutlich günstigere Konditionen anbieten. Beispielsweise wurde dem UNICEF von nicht näher genannten Abwerbern zur Übersiedlung Kosten von 100’000 US-Dollar pro Arbeitsplatz, wobei die Räumlichkeiten während 10 Jahren kostenlos genutzt werden können, angeboten bzw. im Falle der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurde der Bau neuer Gebäude garantiert, dessen Büros sowie die Wohnungen für die Funktionäre die ersten 10 Jahre kostenlos seien. Dass die Schweiz also die Rolle des Gaststaates weiterhin übernehmen kann und davon sowohl volkswirtschaftlich (ca. 6 Milliarden SFr pro Jahr und 28’000 Vollzeitstellen) aber auch auf der Ebene der internationalen Politik profitieren kann, sind substanzielle Investitionen notwendig.

In der “Botschaft zu den Massnahmen zur Stärkung der Rolle der Schweiz als Gaststaat” beschreibt der Bundesrat diese notwendigen Investitionen, welche sich in zwei Kategorien von Massnahmen aufteilen lassen. Zum einen sollen Infrastruktur und Dienstleistungen verbessert werden, zum anderen will der Bundesrat mit gezielten Massnahmen verschiedene Akteure zur engeren Zusammenarbeit motivieren und dadurch Plattformen zur Lösung der grossen Probleme unserer Zeit bereitstellen. Nebst der 2008 geschaffene Geneva Peacebuilding Platform wurden seit Juni 2013 zusätzlich drei Plattformen aufgebaut: die Green Growth Knowledge Platform, welche sich mit dem Übergang zu einer grünen Wirtschaft beschäftigt, die Global Initiative against Transnational Organized Crime mit dem Auftrag, Debatten über grenzüberschreitende organisierte Kriminalität zu fördern, und die Geneva Internet Platform, welche sich mit der Internet-Gouvernanz befasst. Weitere Plattformen sind noch in Vorbereitung, insbesondere in den Bereichen globale Gesundheit, Menschenrechte, Wissenschaft und Arbeit. Zusätzlich möchte der Bundesrat die 20 Staaten, welche heute noch nicht eine ständige Vertretung in Genf haben, dazu bewegen, einen solchen einzurichten.

Die angestrebten Massnahmen werden zwischen 2016-2019 rund 117 Millionen SFr kosten, was eine Aufstockung des in der Finanzplanung des Bundes bereits vorgesehenen Mittel um rund 44,8 Millionen SFr bedeutet. Die Vorlage wurde bereits in der Frühlingssession im Nationalrat behandelt und in der Schlussabstimmung mit 161 gegen 18 Stimmen (die Gegenstimmen stammen alle aus der Fraktion der SVP) deutlich angenommen. Der Ständerat hat die Vorlage als Zweitrat ebenfalls deutlich mit 34 zu 4 Stimmen (und einer Enthaltung) angenommen.

Zum Abschluss…
…ein Dankeschön den rund 50 Mitarbeitern des Amtlichen Bulletins, welche einerseits für das Wortprotokoll von National- und Ständerat, anderseits für die Protokollführung fast aller parlamentarischen Kommissionen zuständig sind. Sie verrichten eine unglaubliche Arbeit, ohne dass man davon viel mitbekommt, denn jede vor dem Ratsplenum gehaltene Rede wird sofort in der Originalsprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) wörtlich niedergeschrieben. Bereits ungefähr eine Stunde später kann der redigierte Text im Internet abgerufen werden. Neben dem Wortlaut der Ratsverhandlungen enthält das Amtliche Bulletin sämtliche Anträge, Beschlüsse und Abstimmungsresultate sowie weitere schriftliche Unterlagen und Hinweise zu den behandelten Geschäften.

Posted in Drones, Security Policy, Sessionsrückblick, Switzerland | Tagged , , , , , , , , | Leave a comment

Iran Carrier Mockup Anchored off Bandar Abbas

DG (13JUN15) Bandar Abbas Mockup

Prior to signing the historic nuclear deal between the EU3+3 (P5+1) and Iran earlier this month, Iran’s propaganda piece, a mock-up of a U.S. Nimitz-class aircraft carrier, was moved outside the harbor of Bandar Abbas.

Satellite imagery acquired by DigitalGlobe in June shows the mockup floating west of the peninsular breakwaters at the Iranian naval base. The mockup was used in the Great Prophet 9 exercise earlier this year to demonstrate Iran’s resolve in closing the Strait of Hormuz.

Imagery shows that it had been towed away from its berthing position (27.141731 56.201896) in late May where it was observed during mobilization in January and after exercises in March.

The latest space snapshots also confirmed that the “floating barge” had not been repaired at the time of capture. Damage was still visible to the deck and the mock-up control tower.

While it’s still difficult to determine what Iran has in-store for the mock-up, its future use may be limited. The much heralded Iranian nuclear deal could signal a change in US-Iran relations. Iranian President Hassan Rouhani emphasized that the agreement begins “a new chapter” and if carried out correctly could “gradually eliminate distrust”. Such sentiments were echoed by President Obama when he noted: “This deal offers an opportunity to move in a new direction. We should seize it.”

On the surface, the agreement could potentially tone down Iran’s signaling of an all-out confrontation between the two countries’ naval forces. However, with skeptics and detractors in both countries remaining hostile to the agreement, it may be too early to say.

After 20 months of negotiations, hardliners still believe the agreement has made their countries less secure. The American GOP calls it a “diplomatic failure”, “deeply flawed” and a “historic mistake”. In Iran, the IRGC criticizes the deal as violating Iran’s redlines (even though it potentially improves their grip on the economy).

All of which could suggest that this low fidelity mockup may yet have some role to play. The true test will be after it returns to the ISOICO shipyard.

To dismantle or repair, that remains the question.

Posted in Chris B, English, General Knowledge, Intelligence, Iran | Tagged | Leave a comment

China’s Expert Fighter Designer Knows Jets, Avoids America’s Mistakes

by Robert Beckhusen

Yang Wei. Photo via Chinese state media

Yang Wei. Photo via Chinese state media

There’s aircraft designers, and then there’s ace designers. There are thousands of engineers around the world producing planes, but ace designers only come along once every few decades.

The United States had Kelly Johnson, the designer of the SR-71 Blackbird. Germany’s Willy Messerschmitt produced a line of famous fighter planes. The Soviet Union’s Mikhail Simonov created the muscular Su-27 fighter-bomber to compete with America’s F-15 Eagle.

Each of these aces were highly skilled, but they also owed much of their success to circumstance. They came along when their respective governments invested millions — or billions — of dollars into transforming brainpower into cutting-edge combat aircraft.

This intersection of engineering genius and lavish spending appears to have produced an ace designer in China. In recent years, an obscure engineer named Yang Wei has rapidly risen to the leadership of the Chengdu Aircraft Design Institute — a major warplane manufacturer responsible for quickly churning out Beijing’s top warplanes.

Yang is principally responsible for two fighter jets that we know about. One of these is the J-20, China’s first stealth fighter. He also headed the development of the JF-17 Thunder, a modern and evolutionary improvement of the early MiGs developed by the Soviet Union a half-century ago.

What we know about Yang is that he was born in 1963, and enrolled at the Northwestern Polytechnical University in 1978 at the age of 15. He completed two degrees and became a control systems engineer at Chengdu.

In a 2011 profile, the state-owned journal Science and Technology Daily described Yang as the brains behind China’s 1980s innovations in electronic fly-by-wire controls. The journal credited him with implementing “all-digital simulation” tests for aircraft, “breaking the blockade of foreign technology” (Google translation of the journal article to English).

This is overstated, but there’s no doubt Yang is highly influential. By the age of 35, he rose to Chengdu’s leadership and worked on the J-10, one of China’s most numerous warplane types. The J-10 was a tricky aircraft to build and was beset by numerous design flaws, including a notable failure in its fuel system in the late 1990s. But Yang’s solutions later worked their way into the JF-17; a practice known as “parallel development”, according to the journal.

In other words, what Yang seems to have done is establish an alternative philosophy to Western fighter design — illustrated by the stealthy, but expensive and problem-prone F-35 Joint Strike Fighter. China now builds fighters cheaply, quickly and simply. This is not to say Yang’s fighters are perfect or even fundamentally new.

The Chinese J-20 stealth fighter (Photo via Pakistan Defence forum).

The Chinese J-20 stealth fighter (Photo via Pakistan Defence forum).

 
J-20
Case in point is the Chengdu J-20. As a stealth fighter, this twin-engine, delta wing aircraft could be stealthier — at least from behind. Which probably means it’s not principally an air-to-air dogfighter. But there’s an ongoing debate about that. No one except its designers know what it’s supposed to do. One school of thought has the J-20 acting as a long-range sniper, speeding directly toward U.S. reconnaissance planes and tankers … and shooting them out of the sky. Without those support assets in the air, America’s ability to wage war in the western Pacific drops dramatically.

The J-20 is stealthy from the front — see its angular features. But it’s also big at 62 feet long (about 19 m). That befits more of a ground-attack role with some self-defense capabilities, which would also require a stealthy shape principally at the front.

Even then, it has its problems. Tiny canards, like little extra limbs, protrude from the forward half of the fuselage to add more aerodynamic stability. This appears to be an afterthought, as the canards reduce stealth, which means China still has work to do to make a near-undetectable aircraft comparable to American designs — perhaps even Russian ones as well.

Another problem is that it’s underpowered considering its size and the fact that it wields twin AL-31F engines. Those engines are Russian and just a bit too weak for an aircraft that must balance speed and agility, which the J-20 appears to strive to do. Then there’s the electronics and fire-control systems, both areas where Chinese innovations are lacking.

But it does represent a major leap for Chinese stealth airframe design — which had heretofore been unable to produce a fighter of this kind at all. The Pentagon, for its part, drastically underestimated the timeline; it didn’t expect a stealth fighter until later this decade at the earliest. China revealed it to the world in January 2011.

Chengdu has produced six prototypes. The designers are also taking J-20 and evolving it. The plane’s engine nozzles, one of the big giveaways to radar sweeps from behind, have been partially concealed on later prototypes. And Chengdu has apparently modeled its electro-optical targeting arrangement after the F-35. Other features, such as the front, resemble the U.S. F-22. That’s perhaps helped by data theft from America’s stealth fighter programs.

Plus, the J-20 will likely have an advantage over the F-35 in terms of speed and maneuverability owing to its large, delta wing design. What the J-20 lacks is a bigger, reliable engine. Particularly one that’s not made in Russia. And, of course, the sensors to see targets at long range.

“The J-20’s size, range, and stealth could also make it a formidable long-range strike platform, particularly if bomb-carrying planes were mated with air-to-air missile-armed J-20s as part of a strike package to hit high-value targets in the vicinity of the first and second island chains”, China military analysts Gabe Collins and Andrew Erickson noted in a 2011 paper (as PDF).

Now step back for a moment. This is not a game-changing warplane. But in a little more than a decade, China went from having no stealth warplanes to entering the select club of countries in the fifth-generation fighter business. That’s no small feat.

We can expect, owing to Yang’s design philosophy, that whatever the J-20 becomes will not be radically different from what we’ve seen already.

A Pakistani JF-17 at the Paris Air Show in June 2015. Wikimedia photo

A Pakistani JF-17 at the Paris Air Show in June 2015. Wikimedia photo

 
JF-17
The JF-17 Thunder is a very interesting plane, if you like modern takes on classic Soviet-era fighters. You should.

The lineage is one the most interesting things about it. An upgrade of China’s J-7 — itself a copy of the workhorse MiG-21 — the Thunder is indicative Chengdu’s evolutionary approach to fighter design. The JF-17 traces its basic framework all the back to the 1950s. Plus, at $25 million per unit, it’s a bargain compared to a $200 million F-35.

Chengdu designed this multi-role fighter — which can dogfight and attack targets on the ground — for export to the Pakistani air force.

The Thunder is roughly equivalent to the American F-16 Fighting Falcon, which is also in service with the Pakistani air force, but which cost twice as much per unit. The Thunder is not a stealth fighter. Far from it. But if an F-16 can beat an F-35 in a dogfight, then so can a JF-17.

This isn’t your grandfather’s MiG-by-another-name. For one, it has improved wings for greater maneuverability and a powerful Russian RD-93 turbofan engine. Another key difference is the shape of the nose. If you look at a MiG-21 or J-7, each has a rounded, inward-protruding engine air intake. This made sense when these fighters came about in the 1950s and 1960s, respectively, as both types had limited fire-control radars.

But as Chinese radar technology advanced, Chengdu moved the Thunder’s air intake into its fuselage, freeing up room for the Chinese-made KLJ-7 radar — which has capabilities for both air-to-air and air-to-ground strikes.

Then there’s the weapons. The fighter can carry quite a lot of weapons; about 3.6 tons worth. It’s capable of firing beyond-visual range missiles and the Chinese-made C-802A anti-ship missiles — designed to hit American aircraft carriers from 180 kilometers away. In Pakistani hands, the Indian Navy should worry.

In short, the JF-17 is cheap, powerful and doesn’t try to reinvent the wheel. It’s not going to transform air warfare. But it’s inexpensive and deadly enough for an air force on a budget to find attractive, especially if the alternative is a bank-breaking Western stealth jet.

Pakistan is the only current user, but the Thunder has emerged as Islamabad’s go-to fighter since it became operational in 2007. Part of this is political, as there’s a limited base of customers for jointly-developed Chinese and Pakistani fighter planes.

There are reports Myanmar and Sri Lanka have ordered Thunders from Pakistan, but as with most arms sales, we’ll believe it when we see it. A more serious problem is that the plane’s engine is Russian, which complicates the logistical supply chain. Any user who wants their fighters maintained must maintain good relations with the Kremlin.

For China’s aviation industry, the continued reliance on foreign parts — and particularly engines — is one of its biggest liabilities. Beijing’s ace fighter designer might never overcome that.

Posted in China, English, International, Robert Beckhusen, Technology | Tagged , , , , , , , , | 1 Comment

Burundi und die Gefahr eines Bürgerkriegs

von Peter Dörrie

Burundische Blauhelme begrüßen Präsident Pierre Nkurunziza in Somalia (Foto: Ilyas A. Abukar/UN).

Burundische Blauhelme begrüßen Präsident Pierre Nkurunziza in Somalia (Foto: Ilyas A. Abukar/UN).

Zwei Tage dauerten die Gefechte zwischen Armee und eine Gruppe Bewaffneter im Norden Burundis. Am Ende gab die Regierung an, den Angriff zurückgeschlagen zu haben. 100 Rebellen wurden ihren Angaben nach gefangen genommen, weitere 30 getötet und dutzende Waffen sichergestellt. Angebliche Vertreter der bewaffneten Gruppe bestätigten die Kämpfe, aber nicht die Verluste.

Die Kämpfe Anfang Juli waren nur die letzte Eskalationsstufe in der Auseinandersetzung zwischen der Regierung von Präsident Pierre Nkurunziza und der Opposition Burundis. Sie folgen auf eine umstrittene Parlamentswahl und kommen kurz vor der Präsidentschaftswahl, dem eigentlichen Zankapfel. Letztere wurde als Reaktion um einige Tage verschoben – die Zeichen stehen aber weiterhin auf eine Fortsetzung der seit 50 Jahren anhaltenden politischen und ethnischen Gewalt in dem zentralafrikanischen Land.

Nkurunziza absolviert derzeit seine zweite Amtszeit und würde sich gerne ein drittes mal wählen lassen. Das Problem: Sowohl das Arusha-Friedensabkommen von 2000 und die auf der Grundlage dieses Abkommens ausgehandelte Verfassung Burundis geben eine Grenze von zwei Amtszeiten für das Staatsoberhaupt vor. 2014 versuchte Nkurunziza den entsprechenden Passus in der Verfassung zu ändern, scheiterte aber im Parlament. Um seine erneute Kandidatur dennoch zu rechtfertigen beruft er sich auf eine kreative rechtliche Interpretation der entsprechenden Paragraphen: weil er für seine erste Amtszeit nicht, wie von der Verfassung vorgesehen, in einer allgemeinen Wahl, sondern vom Parlament zum Präsidenten gekürt wurde, zähle diese Amtszeit auch nicht im Bezug auf die Begrenzung.

Diese Interpretation sorgte für enormen Widerstand in der Opposition und Teilen der Regierungspartei. Zwar stellte sich das burundische Verfassungsgericht hinter den Präsidenten, allerdings floh zuvor der Vizepräsident des Gerichtes ins Ausland und berichtete von enormen politischen und persönlichem Druck aus der Regierung auf die Richter. Einer der beiden Vizepräsidenten und andere hochrangige Mitglieder der Regierung traten ebenfalls die Flucht ins Exil an. Im Land selbst starben derweil mehr als 70 Personen durch die Gewalt der Sicherheitskräfte beim Vorgehen gegen verschiedene Massendemonstrationen in der Hauptstadt Bujumbura.

Im Mai scheiterte ein Putschversuch von Elementen der Streitkräfte. Einige der Putschisten — darunter auch Godefroid Niyombare, ein Burundischer Militäroffizier, der den Putsch gegen Nkurunziza anführte — entkamen jedoch und bilden nun vermutlich den Kern der bewaffneten Opposition gegen Nkurunziza. Die Regierung hat unterdessen vermutlich die eigene Jugendorganisation, Imbonerakure genannt, bewaffnet. Gewalt und Gegengewalt, gerade durch diese Miliz, haben 127’000 Burunder zur Flucht in die Nachbarländer veranlasst.

Nichts deutet derzeit darauf hin, dass Nkurunziza noch vor den Präsidentschaftswahlen — also heute, am 21. Juli — Kompromissbereitschaft zeigt, oder die Opposition sich dem Machtwillen des Präsidenten fügen wird. Burundi, so scheint es, geht gerade den Bach runter. Wobei das beileibe nicht das erste mal wäre.

Burundische Soldaten die sich auf den Friedensmission in Somalia vorbereiten (Foto: Rick Scavetta/US Army Africa).

Burundische Soldaten die sich auf den Friedensmission in Somalia vorbereiten (Foto: Rick Scavetta/US Army Africa).

Burundi wurde in pre-kolonialer Zeit, genauso wie das benachbarte Ruanda, von einer feudalen Monarchie regiert und hat sich als eines der wenigen afrikanischen Länder seine Staatsgrenzen größtenteils erhalten. Die deutschen – und später belgischen – Kolonialherren nutzten die bestehenden Machtstrukturen gerne zur Durchsetzung ihrer eigenen Herrschaft. Damit einher ging eine Umdefinierung der eigentlich als soziale Klassen zu verstehenden Gruppen “Tutsi” und “Hutu“. Eigentlich Aristokratie und Bauernschaft, soziale Identitäten die durch wirtschaftlichen Erfolg und politisches Geschick gewechselt werden konnten, wurden diese Begriffe in der rassistischen Weltsicht der Europäer zu unabänderbaren ethnischen Zuteilung.

Die Bevorzugung der Tutsi unter der Kolonialherrschaft führte Spannungen zwischen den Volksgruppen und nach der Unabhängigkeit 1962 begannen einzelne Hutu-Gruppen gezielt Tutsi anzugreifen und zu töten. Das Tutsi-dominierte Militär und die Regierung schlugen zurück und führte das Land in den ersten burundischen Genozid von 1972 — zwischen 80’000 und 210’000 Menschen starben.

Rebellionen und Staatsstreiche bestimmten die folgenden Jahrzehnte. Ethnische Gewalt wurde zum Alltag, Opfer und Täter fanden sich auf beiden Seiten. Nur ein Jahr vor dem Genozid in Ruanda 1994 wuchs auch in Burundi erneut eine Gewaltorgie auf genozidäre Ausmaße an, diesmal gegen Tutsi gerichtet. Das Resultat war der burundische Bürgerkrieg, der erst mit dem angesprochenen Friedensabkommen von Arusha 2003 wieder beigelegt werden konnte. Der Konflikt betraf dabei mehr als nur eine interne burundische Auseinandersetzung. Ohne seine Verbindungen mit dem ruandischen Bürgerkrieg und den beiden Kongokriegen zwischen 1996-1997 bzw. 1998-2003 – manchmal Afrikas Weltkriege genannt – ist er kaum zu verstehen.

Aber anders als etwa in Ruanda gab es in Burundi keinen eindeutigen Sieger. Nkurunziza, der Führer der Hutu-dominierten CNDD-FDD Rebellen war ein Kompromisskandidat für die Präsidentschaft.

Miliz wärend des burundischen Bürgerkriegs (Foto: Voice of America).

Miliz wärend des burundischen Bürgerkriegs (Foto: Voice of America).

Ab 2005, als die letzte Rebellengruppe dem Friedensabkommen beitrat, begann sich die Situation zu verbessern. Burundi wurde bald als Musterschüler der Konfliktbearbeitung gelobt. Ersten Anlass zur Sorge bot allerdings die letzte Präsidentschaftswahl im Jahr 2010, die von der Opposition boykottiert wurde.

Zur Zeit droht Burundi in seine gewalttätige Vergangenheit zurück zu fallen, wobei der Konflikt bisher weniger auf ethnischer, denn auf politischer Ebene geführt wird. Nkurunzizas größter Konkurrent, Agathon Rwasa, ist ebenfalls Hutu.

Die Verantwortung für die gegenwärtige Situation verteilt sich auf viele Schultern. Die internationale Gemeinschaft, die Europäische Union inklusive, hätte sich beispielsweise schon viel früher in die autoritären Tendenzen Nkurunzizas einmischen müssen, anstatt gedanklich an dem Bild des Musterschülers festzuhalten. Vorwürfe muss man auch der Afrikanischen Union (AU) machen. Als Garantiemacht des Abkommens von Arusha hätte der Staatenbund eigentlich jeden Versuch Nkurunzizas, sich eine dritte Amtszeit zu ermöglichen, rigoros unterbinden müssen. Stattdessen tat die AU wenig, um die Eskalation zu verhindern. Das ist kaum verwunderlich, denn dieser Tage finden sich in der AU viele alte Herren, die es Nkurunziza nur zu gern gleichtun würden. Der gegenwärtige Vorsitzende der Organisation, Simbabwes Staatspräsident Robert Mugabe, ist etwa schon seit 1987 in Amt und Würden. Der offizielle Mediator, der ugangische Präsident Yoweri Museveni, hat im eigenen Land Amtszeitbegrenzungen schon längst abgeschafft und arbeitet derzeit an seiner Kandidatur für ein viertes Mandat.

Ein Bürgerkrieg in Burundi könnte derweil aber auch zum Problem für die ganze Region werden. Von den Flüchtlingsströmen einmal abgesehen würde etwa Ruanda kaum den tatenlosen Zuschauer geben. Für die Tutsi-dominierte politische Elite Ruandas kommt der eigene Beitrag zur Beendigung des Genozids 1994 einem Gründungsmythos gleich. Kaum vorstellbar, dass die gut ausgerüstete und kampfbereite ruandische Armee tatenlos zuschauen würde, sollte sich die Gewalt im Nachbarland ethnisieren. Und das Ruanda zu militärischen Interventionen bereit ist, hat die Regierung im Kongo hinreichend unter Beweis gestellt. Ruandas eingreifen würde wiederum praktisch alle Länder der Region mit ihren eigenen militärischen Zielen auf den Plan rufen.

Weitere Informationen
Am Vorabend der umstrittenen Präsidentenwahl in Burundi wird die Hauptstadt Bujumbura von Gewalt erschüttert. In Bujumbura ist am Montagabend, 20. Juli 2015, eine Granate nahe dem symbolträchtigen Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum explodiert. AFP-Journalisten berichteten von mindestens drei schweren Explosionen und Schüssen, ohne diese genau orten zu können. Augenzeugen berichteten, Unbekannte hätten das Feuer auf Polizisten nördlich des Stadtzentrums eröffnet, diese hätten zurückgeschossen. Auch in anderen Stadtteilen waren Explosionen und Schüsse zu hören (“Schüsse und Explosionen in Burundis Hauptstadt“, Basler Zeitung, 21.07.2015).

Posted in Burundi, International, Peacekeeping, Peter Dörrie, Security Policy | Tagged , , | 1 Comment

Boko Haram is far from defeated

by Peter Dörrie (original published in German).

Boko Haram is far from defeatedBoko Haram is back on the scene: in a series of attacks on 22 and 23 June 2015, the Islamist rebel group attacked several villages in north eastern Nigeria. Assailants and a female suicide bomber killed 40 people in Debiro Hawul, Debiro Bi and Gjuba. The girl who killed herself and 10 other people in Gjuba in a suicide explosion was only 12 years old.

The war against Boko Haram is far from over. And it will probably drag on indefinitely, if the opponents of the Islamists do not change their strategy.

At least 25,000 people have died in the violence between Boko Haram and Nigerian security forces since the outbreak of conflict in 2009. One million fled as refugees. After years of political and military failure by the Nigerian government, the rebels were able to bring large parts of the north eastern state of Borno under their control by the end of 2014 – an area the size of Belgium.

In early 2015, the dynamics changed with a major offensive by the Nigerian military. Greatly increased military spending led to better weapons and better training. After the extremists attacked targets in neighbouring Cameroon and Niger, these countries joined the Chadian government in the conflict. The Nigerian military recaptured several towns and freed hundreds of hostages from the hands of Boko Haram. It seemed that Nigeria might be able to hope for a speedy end to the conflict. Perhaps the final victory against Boko Haram was only a question of weapons, money and time.

However, the current counter-offensive has destroyed these hopes. Boko Haram is indeed weaker, but obviously not yet ready to give up the fight. John Campbell, a Council on Foreign Relations analyst, labelled the claims of territorial gains by Nigerian and Chadian military as exaggerated. Most population centres are indeed again under the control of the government, but Boko Haram retains a strong influence in rural areas.

A California National Guard Special Forces soldier from Los Alamitos-based Special Operations Detachment–U.S. Northern Command and Company A, 5th Battalion, 19th Special Forces Group (Airborne), poses with Nigerian soldiers on May 31, 2014, during a training mission in Nigeria.

A California National Guard Special Forces soldier from Los Alamitos-based Special Operations Detachment–U.S. Northern Command and Company A, 5th Battalion, 19th Special Forces Group (Airborne), poses with Nigerian soldiers on May 31, 2014, during a training mission in Nigeria.

While military from Nigeria, Niger, Chad and Cameroon boast of high rebel losses, there is no confirmation of these claims – independent observers have no access to the conflict area. Demonstrably, Boko Haram has shown that they are still capable of carrying out coordinated military operations. Dozens of rebel fighters were involved in attacks in Nigeria and Niger in recent weeks.

The Islamists are placing less and less importance on territorial control. Instead, the group concentrates on raids and suicide bombings, attack modes against which military superiority has only a limited ability to influence. A suicide bombing in the Chadian capital N’Djamena on June 15, 2015 killed 27 people and wounded 101. In Maiduguri, the capital of Borno, dozens died in similar attacks.

Meanwhile, Boko Haram has joined forces with the terrorist organization “Islamic State” (IS) and is inspired by their “publicity” and “military strategy”. Instead of lying on a deathbed, Boko Haram appears to be rather skilfully adapting to the new situation. Unfortunately, so far neither Nigeria nor any of the other participating governments has responded to this development. The parties continue to rely solely on a military solution. This is unfortunate. If there is one thing that military planners could learn from the war in Afghanistan and the advent of IS, then it is that a purely military approach to counterinsurgency almost inevitably fails. In addition Nigeria and the other States involved do not have the financial staying power to sustain the current military effort. Especially if the world market price for oil remains low in the long term.

The military is currently hardly able to find support from the civilian population in the fight against Boko Haram. According to a recent report by Amnesty International, 8,000 people have been killed, starved, suffocated or died under torture while in the custody of the Nigerian military in recent years. Boko Haram is even more brutal, but for civilians the current situation is like a choice between the plague and cholera.

From a military point of view, the lack of coordination between the participating armies is also having a devastating effect. The Chadian President Idriss Déby stated not so long ago before the press that there was “zero” communication between Chadian and Nigerian troops in the war zone, although the Chadian army operates and launches airstrikes in Nigerian border area.

For Tarila Marclint Ebiede, an analyst at the Centre for Research on Peace and Development at the University of Leuven, the military efforts against Boko Haram are pointless unless the political and social causes of the conflict are addressed. “Peacebuilding in the context of murderous conflicts is complex and riddled with dilemmas,” he writes in an article for World Policy.

Ebiede proposes a programme of disarmament, demobilization and reintegration of Boko Haram’s fighters. Such a programme would naturally need to take the extreme violence, religious indoctrination and individual guilt of fighters into consideration. But these challenges have been overcome already partially, for example, when dealing with the genocide in Rwanda. Military pressure on Boko Haram would of course remain an important part of such a strategy. But it would be a means to an end rather than the end itself.

More information

  • The Nigerian President and former General Muhammadu Buhari, newly sworn in on 29 May 2015, dismissed the entire leadership of the Nigerian army and the national security adviser, Colonel Sambo Dasuk on Monday 13 July 2015. Both the Chief of Staff of the Army and the commanders of the army, air force and navy must leave their posts. This was confirmed by Buhari’s spokesman in the capital Abuja. The successor will be presented within the next few days and the cooperation with the armies of Chad and Niger will be improved (Adam Nossiter, “Nigeria Military Leaders, Faulted in Fighting Militants, Are Fired“, The New York Times, 13.07.2015).
  • Washington wants to help Nigeria’s new president battle one of Africa’s deadliest terrorist groups, but don’t expect a fleet of surveillance drones to be part of the mix. The plans for more US security assistance likely will be unveiled today, Monday July 20, when Buhari visits Washington for talks with President Barack Obama, administration officials said last Thursday. Buhari’s decision to purge the chief of every branch of the armed services and name a well-respected national security advisor just days before he flies to the United States will help his case for more military aid, as some of the military leaders were singled out in the Amnesty report, said J. Peter Pham, director of the Africa Center at the Washington-based think tank, the Atlantic Council. Apart from more military training and equipment for Nigeria, the Obama administration also has decided to deploy two Cessna surveillance aircraft in the next few months to Niger in order to bolster intelligence gathering for a new regional force being set up to battle the Boko Haram extremists. (Dan de Luca and Siubhan O’Grady, “U.S. to Boost Military Aid to Nigeria for Boko Haram Fight“, Foreign Policy, 16.07.2015).
  • Harriet Moore, “OSINT Summary: Operational intensification underlines persistent Boko Haram threat in northeast Nigeria“, IHS Jane’s Terrorism & Insurgency Monitor, 07.07.2015.
Posted in English, International, Nigeria, Peter Dörrie, Terrorism | Tagged , , , , | 1 Comment

Al-Shabaabs Ramadan-Offensive brachte hohe Verluste für AMISOM

von Peter Dörrie

In den frühen Morgenstunden des 26. Juni nähert sich ein Zivilfahrzeug der Basis der African Union Mission to Somalia (AMISOM) nahe der kleinen Stadt Leego, südlich von Mogadischu. Am Haupteingang der Basis, die zu dem Zeitpunkt etwa 150 burundische Peacekeeper beherbergte, explodiert der Wagen. Kurz darauf starten hunderte von Al-Shabaab Kämpfern einen koordinierten Angriff und die Basis wird komplett überrannt. Mindestens 30 burundische Soldaten kommen um, eine unbekannte Zahl wird gefangen genommen. Al-Shabaab bringt die Basis unter ihre Kontrolle und entwendet eine große Zahl leichter und schwerer Waffen, Munition und Fahrzeuge. Als ein ugandisches Kontingent 28 Stunden später zur Verstärkung eintrifft, sind die Aufständischen schon längst in den umliegenden Wäldern verschwunden.

Al-Shabaab Kämpfer marschieren ungehindert in Leego ein. Propagandafoto von Al-Shabaab

Al-Shabaab Kämpfer marschieren ungehindert in Leego ein. Propagandafoto von Al-Shabaab

Zwei Wochen zuvor, am 11. Juni, passiert ein äthiopischer AMISOM Konvoi ein abgelegenes Gebiet nahe des Buurhakaba Distrikts im südlichen Somalia. Er fährt direkt in einen Hinterhalt von Al-Shabaab. Die Rebellen behaupten später “Dutzende” äthiopische Soldaten “mit Maschinengewehren niedergemäht” zu haben. Die Propagandaeinheit von Al-Shabaab veröffentlicht Fotos ausgebrannter äthiopischer Fahrzeuge und eroberter Waffen.

Diese beiden Angriffe zählen zu den spektakulärsten Aktionen von Al-Shabaab der letzten Jahre, aber die Gruppe verübte in den letzten Wochen noch zahlreiche weitere. Ein gescheiterter Angriff richtete sich gegen den Sitz des somalischen Geheimdienstes in der Hauptstadt Mogadischu, wo auch eine Autobombe explodierte. Verschiedene andere Militärinstallationen der somalischen Armee waren ebenfalls Ziel von Angriffen, genauso wie ein Dorf nahe der kenianischen Grenzstadt Mandera. Diese Liste ist keineswegs vollständig.

Laut Cedric Barnes, Somaliaanalyst der International Crisis Group, sind diese Attacken Teil der symbolisch wichtigen Ramadan-Offensive von Al-Shabaab. “Diese Operationen sind von langer Hand geplant und mit großer Sorgfalt ausgeführt,” so Barnes im Interview mit Offiziere.ch. Zwar deute nichts darauf hin, dass Al-Shabaab an militärischer Stärke gewinne, so Barnes, die gegenwärtige Strategie von AMISOM erreiche aber ihre Grenzen (siehe auch Peter Dörrie, “Al-Shabaab in Somalia: Mit militärischen Mitteln kaum zu schlagen“, offiziere.ch, 02.09.2014).

Von Al-Shabaab in Leego eroberte Waffen und Fahrzeuge. Propagandafoto von Al-Shabaab

Von Al-Shabaab in Leego eroberte Waffen und Fahrzeuge. Propagandafoto von Al-Shabaab

Ein Blick in die Geschichte Somalias und Al-Shabaab macht deutlich, warum das so ist. Mit dem Fall des Diktators Siad Barre im Jahr 1991 desintegrierte Somalia und wurde zum Schlachtfeld, auf dem sich Clanmilizen und Warlords tummelten. Die UN entsandte eine Friedensmission, maßgeblich unterstützt von den USA, die aber nach dem “Black Hawk Down-Vorfall” und 18 toten amerikanischen Soldaten ein unrühmliches Ende fand. Somalia wurde zum Paradebeispiel eines gescheiterten Staates. Somaliland und Puntland, zwei Regionen im Norden des Landes, entschieden sich eigene Wege zu gehen und erklärten ihre Unabhängigkeit, bzw. Autonomie. Im Süden und im Zentrum des Landes herrschten die Milizen in einem Zustand ständigen Bürgerkriegs.

2006 führten Gesetzlosigkeit und ausländische Interventionen zum Aufstieg der Islamic Courts Union, einem Netzwerk lokaler religiöser Gerichte auf Basis der Sharia. Die Gerichte hatten sich unter der lokalen Bevölkerung einen guten Ruf erarbeitet, indem sie das Chaos und die Anarchie des täglichen Lebens durch die strikte Umsetzung islamischer Rechtsnormen zumindest teilweise unter Kontrolle brachten. Im gleichen Jahr konnten Streitkräfte der ICU Mogadischu erobern, das bis dahin unter den Mitgliedern einer US-finanzierten Allianz verschiedener Warlords aufgeteilt war. Schon im Dezember des selben Jahres musste sich die ICU allerdings geschlagen geben – einer militärischen Intervention des Nachbarlands Äthiopien, einem engen Verbündeten der USA, war sie nicht gewachsen.

Auch in dieser Situation galt: Streiten sich zwei, freut sich der Dritte, in diesem Fall Al-Shabaab. Zuvor als Jugendorganisation der ICU lose unterstellt, konnte sich die erheblich radikalere Al-Shabaab durch geschickte Propaganda und militärische Erfolge gegen die als “Kreuzzügler” gebranntmarkten Äthiopier und ihre somalischen Verbündeten schnell emanzipieren. Bis 2009 brachten die Islamisten 80 Prozent des südlichen Somalias und große Teile der Hauptstadt unter ihre Kontrolle und etablierten eine effiziente lokale Administration in den ländlichen Gebieten, unterfüttert von oft brutaler Auslegung des islamischen Rechts.

Die 2007 etablierte AMISOM startete 2011 in Zusammenarbeit mit der somalischen Regierung eine Reihe recht erfolgreicher Offensiven gegen Al-Shabaab, die für die Gruppe in großen Geländeverlusten resultierten. In den meisten Fällen zogen sich die Widerstandskämpfer allerdings kampflos vor den militärisch überlegenen AMISOM-Einheiten zurück. Die militärische Schlagkraft der Gruppe blieb so weitestgehend intakt.

Brennender Truck nach einem Angriff von Al-Shabaab. Propagandafoto von Al-Shabaab

Brennender Truck nach einem Angriff von Al-Shabaab. Propagandafoto von Al-Shabaab

Statt eines offenen Kampfes konzentrierte sich Al-Shabaab auf Angriffe gegen die zunehmend überdehnten Nachschublinien von AMISOM. “Befreite” Ortschaften werden von Al-Shabaab oft systematisch von der Außenwelt abgeschnitten, wodurch wichtige Versorgungsgüter nicht geliefert werden können und die Preise für Zivilisten steigen. Al-Shabaab konnte außerdem erfolgreich ihre Finanzen schützen. Zwar mussten die Islamisten fast alle Hafenstädte räumen, über die der hoch lukrative regionale Handel mit somalischer Holzkohle abgewickelt wird. Doch das Hinterland, wo die Holzkohle produziert wird, ist immer noch fest in den Händen Al-Shabaab. Ein UN-Embargo auf den Export somalischer Holzkohle wird auch von AMISOM-Mitgliedern wie Kenia ignoriert, ein “absoluter Skandal”, so Barnes. Ein erheblicher Teil der Einkünfte von Al-Shabaab stammt zudem aus “schwer erreichbaren Quellen,” erklärt Barnes, vor allem “freiwilligen und quasi-freiwilligen Zahlungen,” wie lokalen Steuern und Abgaben. Diese Geldquellen werden weiter sprudeln, solange Al-Shabaab noch Gebiete kontrolliert.

Die gute Nachricht ist, dass Al-Shabaab zur Zeit nicht stärker wird. AMISOM und der somalischen Regierung ist es jedoch nicht gelungen, die Islamisten entscheidend zu schwächen. “Es handelt sich nicht so sehr um eine Wiederkehr, sondern um fortgesetzten Widerstand,” erklärt Barnes die aktuellen Erfolge Al-Shabaab. Auf einen internen Kollaps von Al-Shabaab sollte indes keiner warten. Eine Phase von Instabilität nach dem Tod des langjährigen Emirs Ahmed Abdi Godane durch einen US-amerikanischen Drohnenangriff im September 2014 hat die Gruppe scheinbar gut überwunden.

Militärisch ist für AMISOM derweil das Ende der Fahnenstange erreicht, jedenfalls wenn die Truppe nicht bedeutend verstärkt wird. Zwar sind inzwischen etwa 22’000 afrikanische Soldaten in Somalia gegen Al-Shabaab im Einsatz, von Truppen der somalischen Regierung einmal abgesehen, doch AMISOM verfügt über keine nennenswerten Kapazitäten im Bereich Lufttransport, Luftüberwachung und Luftnahunterstützung. Die verschiedenen Kontingente von AMISOM kooperieren angeblich kaum miteinander und verfolgen teils eine eigene politische Agenda in ihren Operationsgebieten, genauso wie einige der mit der Regierung verbündeten Milizen.

Al-Shabaab hingegen ist nicht nur militärisch widerstandsfähig, sondern auch politisch ihren Gegnern oft überlegen. Die Gruppierung ist der etablierteste Akteur im südlichen Somalia und kombiniert geschickt ihre radikal-orthodoxen religiösen Überzeugungen mit politischem Opportunismus um sich die Unterstützung einzelner Clans zu sichern. Al-Shabaab ist “wie praktisch niemand anderes in Somalia strategisch,” so Barnes. AMISOM und die somalische Regierung sind hingegen intern uneins und teils politisch unerfahren. Die Gegner Al-Shabaab müssten massiv in ihre politische Arbeit und lokale Dienstleistungen investieren, argumentiert Barnes. Wenn aktuell außerhalb von Mogadishu eine Schule finanziert wird, so geht dies meist auf eine Initiative der Islamisten zurück. “Al-Shabaab ist nicht populär, aber die Alternativen sind nicht überzeugend,” meint Barnes. Und so lange die meisten Somalier diese Einschätzung teilen, werden auch weitere tote Peacekeeper den Krieg mit Al-Shabaab nicht beenden.

Posted in Peacekeeping, Peter Dörrie, Somalia | Tagged , , | Leave a comment

Brazil Aircraft Carrier Modernization Underway

DG (08JUN15) Arsenal da Marinha do Rio de Janeiro

Satellite imagery confirms that Brazil’s Sao Paulo Aircraft Carrier has entered the dry dock at the naval shipyard in Rio de Janeiro, probably to be evaluated for ship improvements.

Few countries in the world have a working aircraft carrier and Brazil happens to be one — even if barely. With a 7,400 km coastline and significant offshore energy reserves, it’s not hard to see why. Recent space snapshots suggest the country is well underway in maintaining its status as Latin America’s only flattop operator.

Imagery acquired by DigitalGlobe from May shows Brazil’s Sao Paulo (A12) aircraft carrier in the dry dock at Arsenal da Marinha do Rio de Janeiro. The shipyard, located on Ilha das Cobras, is just inside Guanabara Bay in the nation’s former capital. It’s the country’s main maintenance center for the Brazilian Navy, and it’s here the country has taken the first steps to modernize the carrier to serve until the late 2030s.

Historical imagery shows the former French carrier entering the dry dock by the end of March. Reports in May announced the hiring of an international firm to help with ship evaluation. Texas-based engineering consultancy Zentech reportedly secured the contract to perform a comprehensive inspection of the hull steel to support future upgrades.

As a part of a five year program, the firm will be looking for corrosion to determine hull integrity and provide recommendations on steel replacement. “The initial work involves corrosion inspection, condition evaluation and detailed analysis of the carrier’s hull integrity, including the creation of 3D models, to accurately map the results of the vessel’s hull gauging for further detailed analytical work, and ultimately providing recommendations regarding steel replacement,” Zentech said.

The firm has an excellent track record in the region doing similar work on offshore oil rigs for Mexico state-run oil company PEMEX.

040608-N-1281L-009  Aboard USS Ronald Reagan (CVN 76), June 8, 2004 - Brazilian Navy aircraft carrier BNS Sao Paulo (A12), foreground, comes along side USS Ronald Reagan (CVN 76) as the ship transits around South America to its new homeport of San Diego. U.S. Navy photo by Photographer's Mate 1st Class John Lill. (RELEASED)

Aboard USS Ronald Reagan (CVN 76), June 8, 2004 – Brazilian Navy aircraft carrier BNS Sao Paulo (A12), foreground, comes along side USS Ronald Reagan (CVN 76) as the ship transits around South America to its new homeport of San Diego. U.S. Navy photo by Photographer’s Mate 1st Class John Lill. (RELEASED)

Beyond evaluation, Brazil’s other partner firm, French shipbuilding group DCNS, has been awarded around $2 million to provide further assistance in upgrading the power and propulsion systems. Once completed, the ship is expected to have a 54 MW electrical power and distribution system enabling speeds in excess of 27 kts.

Other upgrades include work on the flight deck’s steam catapults, arresting gear and aircraft elevators. All of which could indicate Brazil is still open to acquiring the Gripen-M, the carrier version of the Gripen-E. Reports of recent Gripen purchases however, have not mentioned the variant, though time will tell.

Despite improvements, how well a modernized Sao Paulo will function is still difficult to predict. On-board fires over the years combined with the carrier’s age, suggest work could prove challenging and expensive.

But given the ship’s record, it couldn’t possibly get worse. During the carrier’s 14-years in service with Brazil’s Navy, the vessel managed no more than 3 months service between maintenance periods. With such limited value, it’s unlikely the 51-year old flattop has contributed much in way of furthering the country’s naval doctrine.

Of course, it’s not the first time Brazil’s had problems. Its previous carrier, the Minas Gerais (A11)—a former Colossus class flattop—barely operated fixed-winged aircraft. To be fair, before that vessel was retired, the Navy did manage to acquire its own fixed-wing air arm, where previously it had to embark with air force pilots.

saopaulo(A12)

It seems likely, Brazil enjoys the title as Latin America’s sole carrier operator—and the status it affords—more so than the practical use of the platform. And now if it wants to keep the title, the Sao Paulo’s modernization will need to go smoothly in the coming years.

That’s because plans to acquire Brazil’s next carrier have been delayed, largely due to economic mismanagement. Those plans would also see a new carrier built domestically with a foreign partner—no small feat given the country’s lack of experience. As a result, the Navy doesn’t expect its first new carrier till sometime in 2028, slipping from 2023.

It goes without saying, if Brazil’s beleaguered economy doesn’t return to robust growth, things could get shaky for defense acquisitions. With ongoing GDP contraction expected throughout 2015, Brazil may have a tough road ahead to modernize, let alone acquire a larger more expensive carrier.

Nevertheless, the Navy reports that modernization work is to start in 2017 and expected to take 48 months with the Sao Paulo returning to service in 2021.

Posted in Armed Forces, Brazil, Chris B, English, Sea Powers | Tagged , | Leave a comment

Boko Haram ist noch lange nicht besiegt

von Peter Dörrie (published in English)

Abubakar Shekau in einem Propagandavideo von Boko Haram.

Abubakar Shekau in einem Propagandavideo von Boko Haram.

Boko Haram hat sich zurückgemeldet: In einer Serie von Angriffen am 22. und 23. Juni griff die islamistische Rebellengruppe mehrere Dörfer im Nordosten Nigerias an. In den Orten Debiro Hawul, Debiro Bi und Gjuba töteten Angreifer und eine Selbstmordattentäterin 40 Menschen. Das Mädchen, das sich in Gjuba in die Luft sprengte und 10 Menschen mit in den Tod riss, war erst 12 Jahre alt.

Der Krieg gegen Boko Haram ist noch lange nicht vorbei. Und er wird sich wohl noch auf unbestimmte Zeit hinziehen, wenn die Gegner der Islamisten ihre Strategie nicht ändern.

Mindestens 25’000 Menschen sind durch die Gewalt zwischen Boko Haram und nigerianischen Sicherheitskräften seit dem Ausbruch des Konflikts im Jahr 2009 ums Leben gekommen. Eine Million wurden zu Flüchtlingen gemacht. Nach Jahren politischen und militärischen Versagens der nigerianischen Regierung konnten die Rebellen bis Ende 2014 große Teile des nordöstlichen Bundesstaates Borno unter ihre Kontrolle bringen — eine Fläche von der Größe Belgiens.

Anfang 2015 änderte sich die Dynamik mit einer Großoffensive des nigerianischen Militärs. Stark erhöhte Rüstungsausgaben führten zu besseren Waffen und besserem Training. Und nachdem die Extremisten auch Ziele in den Nachbarländern Kamerun und Niger attackierten, traten diese Länder zusammen mit der tschadischen Regierung in den Konflikt ein. Das nigerianische Militär eroberte danach mehrere Städte zurück und befreite hunderte Geiseln aus den Händen von Boko Haram. Für einen Moment konnte sich Nigeria Hoffnung auf ein baldiges Ende des Konflikts machen. Vielleicht war der endgültige Sieg gegen Boko Haram doch nur eine Frage der Waffen, des Geldes und der Zeit?

Doch die aktuelle Gegenoffensive hat diese Hoffnungen zerstört. Boko Haram ist zwar geschwächt, doch ganz offensichtlich noch nicht bereit den Kampf aufzugeben. John Campell, ein Analyst des Council of Foreign Relations bezeichnet die Behauptungen zu den Geländegewinnen der nigerianischen und tschadischen Militärs als übertrieben. Die meisten Bevölkerungszentren seien wieder unter der Kontrolle der Regierung, doch Boko Haram habe immer noch großen Einfluss in den ländlichen Gebieten.

A California National Guard Special Forces soldier from Los Alamitos-based Special Operations Detachment–U.S. Northern Command and Company A, 5th Battalion, 19th Special Forces Group (Airborne), poses with Nigerian soldiers on May 31, 2014, during a training mission in Nigeria.

A California National Guard Special Forces soldier from Los Alamitos-based Special Operations Detachment–U.S. Northern Command and Company A, 5th Battalion, 19th Special Forces Group (Airborne), poses with Nigerian soldiers on May 31, 2014, during a training mission in Nigeria.

Während Militärs aus Nigeria, Niger, Tschad und Kamerun mit hohen Verlusten auf Seiten der Rebellen prahlen gibt es für diese Angaben keine Bestätigung — unabhängigen Beobachtern ist das Konfliktgebiet versperrt. Boko Haram verfügt nachweislich immer noch über die notwendige Kapazität koordinierte militärische Operationen durchführen zu können. Dutzende Kämpfer der Organisation waren in den letzten Wochen an Angriffen in Nigeria und Niger beteiligt.

Dabei setzen die Islamisten immer weniger auf territoriale Kontrolle. Stattdessen konzentriert sich die Gruppe auf Überfälle und Selbstmordattentate, Angriffsarten gegen die militärische Übermacht nur beschränkt etwas ausrichten kann. Ein Selbstmordattentat in der tschadischen Hauptstadt N’Djamena tötete am 15. Juni 2015 27 Menschen und verwundete 101. In Maiduguri, der Hauptstadt von Borno, starben bei ähnlichen Attacken Dutzende.

Inzwischen hat sich Boko Haram außerdem der Terrororganisation “Islamischen Staat” (IS) angeschlossen und lässt sich von diesem in ihrer “Öffentlichkeitsarbeit” und “militärischen Strategie” inspirieren. Statt auf dem Sterbebett zu liegen scheint sich Boko Haram eher gekonnt an die neue Situation anzupassen. Leider hat bisher weder Nigeria noch eine der anderen beteiligten Regierungen auf diese Entwicklung reagiert. Noch immer setzen alle Beteiligten ausschließlich auf eine militärische Lösung. Das ist bedauerlich. Wenn Militärstrategen eine Lehre aus dem Krieg in Afghanistan und dem Aufkommen des IS lernen konnten, dann doch das ein rein militärischer Ansatz in der Aufstandsbekämpfung schon fast zwangsläufig scheitern muss. Außerdem fehlt Nigeria und den anderen Staaten der finanzielle lange Atem, um den aktuellen militärischen Kraftakt durchzuhalten. Insbesondere wenn der Weltmarktpreis für Öl auf längere Sicht niedrig bleibt.

In der Zivilbevölkerung wird das Militär aktuell kaum genug Verbündete im Kampf gegen Boko Haram finden. Laut einem aktuellen Bericht von Amnesty International sind in den vergangenen Jahren 8’000 Menschen im Gewahrsam des nigerianischen Militärs umgebracht worden, verhungert, erstickt oder unter Folter gestorben. Boko Haram ist zwar noch brutaler, doch für Zivilisten gleicht die aktuelle Situation einer Wahl zwischen Pest und Cholera.

Aus militärischer Sicht wirkt sich zudem der Mangel an Koordination zwischen den beteiligten Armeen verheerend aus. Der tschadischer Präsident Idriss Déby diktierte noch vor kurzem der Presse ins Mikrofon, es gebe “null” Kommunikation zwischen tschadischen und nigerianischen Truppen im Kampfgebiet, obwohl die tschadische Armee in nigerianischem Grenzgebiet operiert und Luftschläge fliegt.

Für Tarila Marclint Ebiede, ein Analyst am Center for Research on Peace and Development an der Universität Leuven sind die militärischen Anstrengungen gegen Boko Haram sinnlos, solange nicht auch die politischen und sozialen Ursachen des Konflikts angegangen werden. “Peacebuilding im Kontext mörderischer Konflikte ist komplex und mit Dilemmata durchsetzt,” schreibt er in einem Artikel für World Policy.

Ebiede schlägt ein Programm zur Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration für Kämpfer von Boko Haram vor. Ein solches Programm müsse natürlich die extreme Gewalt, religiöse Indoktrinierung und individuelle Schuld der Kämpfer in Betracht ziehen. Doch diese Herausforderungen seien zum Beispiel auch bei der Aufarbeitung des Genozids in Ruanda schon teilweise gemeistert worden. Militärischer Druck auf Boko Haram würde natürlich ein wichtiger Bestandteil einer solchen Strategie bleiben. Aber er wäre Mittel zum Zweck, anstatt der Zweck selbst.

Weitere Informationen
Der am 29. Mai 2015 frisch vereidigte nigerianische Präsident und ehemalige General Muhammadu Buhari hat am Montag, 13. Juli 2015 die gesamte Führung der nigerianischen Armee sowie den nationalen Sicherheitsberater, Oberst Sambo Dasuki, entlassen. Sowohl der Generalstabschef der Armee als auch die Kommandeure von Armee, Luftwaffe und Marine müssen ihren Posten verlassen. Das bestätigte Buharis Sprecher in der Hauptstadt Abuja. Die Nachfolger sollen in den kommenden Tagen vorgestellt werden und unter anderem die Zusammenarbeit mit den Armeen von Tschad und Niger verstärken. Für mehr Informationen siehe Thomas Scheen, “Nigerias Präsident entlässt gesamte Armeeführung“, Frankfurter Allgemeine, 13.07.2015.

Posted in International, Nigeria, Peter Dörrie, Terrorism | Tagged , , , | 1 Comment

The Importance of Space in Maritime Security

In January 2015, CIMSEC announced a High School Scholarship Essay Contest. This article by Nolan McEleney was honorable mention. Nolan is currently a cadet officer in the Civil Air Patrol for the Bethesda-Chevy Chase Composite Squadron where he is currently assigned as a flight commander. He is also a part of his squadrons cyberpatriot team which deals with cybersecurity and other threats as part of a nationwide competition. In the future, he would like to work with NASA, a private space company, or any science and tech company. Whether it be in a technical or non-technical role, he feel like a lot of these companies such as SpaceX are on the cusp of history with proposed missions to the Moon, Mars, and beyond. He would also like to be a part of and contribute to that in any way he can. Nolan currently intends on going to the University of Washington and participating in the Reserve Officers’ Training Corps so that he can become an officer.

At a single modified tactical Standard Missile-3 (SM-3) launches from the U.S. Navy AEGIS cruiser USS Lake Erie (CG 70), successfully impacting a non-functioning National Reconnaissance Office satellite (<a href=

USA-193 or NROL-21) approximately 247 kilometers (133 nautical miles) over the Pacific Ocean, as it traveled in space at more than 17,000 mph. Former US-President George W. Bush decided to bring down the satellite because of the likelihood that the satellite could release hydrazine fuel upon impact, possibly in populated areas (U.S. Navy photo, 20.02.2008).” width=”350″ height=”490″ class=”size-full wp-image-21697″ /> At a single modified tactical Standard Missile-3 (SM-3) launches from the U.S. Navy AEGIS cruiser USS Lake Erie (CG-70), successfully impacting a non-functioning National Reconnaissance Office satellite approximately 247 kilometers (133 nautical miles) over the Pacific Ocean, as it traveled in space at more than 17,000 mph. Former US-President George W. Bush decided to bring down the satellite because of the likelihood that the satellite could release hydrazine fuel upon impact, possibly in populated areas (U.S. Navy photo, 20.02.2008).

As long as man has walked the Earth and gazed into the stars, he’s asked “what’s out there what’s waiting for me?” Today, many country ask that very same question, although not for what they can find, but how they can use Space and its resources to advance their scientific and military might into, and beyond the 21st century.

With the dawn of rockets and the nuclear confrontation between the United States and the Soviet Union during the height of the Cold War, Space would soon become a vital asset for the interests of both countries and other major players for the years to come (particularly China). With the sudden rise of China, and the re-emergence of the Russia as a major military power, it is absolutely vital that the United States once again pursue Space for economic, political, and commercial purposes, as well as for strategic military purposes which will benefit not only the military, but the United States as a whole; and how the US Navy can play a big role in helping us make this happen.

As of the time of this writing, the United States and other Western European Countries are currently embroiled in a geopolitical dispute with Russia over Ukraine and the rights of its territory such as Crimea and Eastern Ukraine. As a result of this, the United States and the European Union declared economic sanctions on Russia which are meant to cripple the Russian economy and force Russia out over its interference in Ukraine. In response to this, the Kremlin has threatened to stop shuttling Astronauts to and from the International Space Station (ISS), and cut off supplies to the ISS. [1] In 2007, the Chinese military carried out its first antisatellite missile test when it launched a ground based missile 500 miles to destroy an aging satellite of theirs.

Both of these events are very disturbing as they easily threaten the United States and its space capability to carry out intelligence gathering and reconnaissance missions in Space using the latest technology and satellites. If these satellites, whether civilian or military, ever happen to be threatened in a time of war, the results could be catastrophic. The Navy should invest in further developing laser weapons like the LaWS that are capable of punching holes through thick steel plates on ships as well as a countermeasure against any ballistic missile that may threaten the US satellite capability in Space or onboard the ISS. Laser weapons are surprisingly very cheap and affordable. According to Rear Admiral Matthew Klunder, “with affordability a serious concern for our defense budgets, this will more effectively manage resources to ensure our sailors and marines are never in a fair fight”. The article goes on to claim that firing this type of weapon can cost less than $1 dollar per shot; a great bargain in a time that the US military is starting to see a drawdown in military spending. Christopher Harrier, an analyst at the Institute for the Study of War was quoted as saying that: “The existing naval weapons systems, small-caliber cannons, large-caliber naval guns, and missiles, are at or near the limits of their potential capability. Guns and missiles just aren’t going to get much more accurate or lethal while lasers have significant potential for increases in range, accuracy, lethality, reliability, and cost-effectiveness.” (Giovanni de Briganti, “2015 Ushers In the Era of Laser Weapons“, defense-aerospace.com, 05.01.2014).

It is clear that if the Navy wants to confront new 21st Century threats, it must research and develop new combat systems, whether it is by land, sea, air, or space. The Russians and the Chinese are also looking into developing similar weapons systems, while also trying to implement a missile defense system capable of intercepting and eliminating enemy targets. With a resurgent Russia and emerging China, this has become a must for the defense of the US, its allies and its overseas military installations all around the world. It has been stated that an enemy country wouldn’t necessarily have to launch a direct nuclear strike if it wanted to destroy the United States. Countries like China and Russia could simply detonate a nuclear weapon in the upper atmosphere right over the Midwestern United States and knock out most, if not all, of the electrical power grids in the continental United States through an Electromagnetic Pulse (EMP). An EMP would be devastating to the United States as it would cripple the infrastructure, down all of the technology, leave the US Government and military crippled and slow to react, and cause the global economy to collapse. It would be a scene right out of a post-apocalyptic film like The Postman or The Book of Eli. Not to mention the millions of casualties and deaths that would occur due to starvation or anarchy (Juana Summers, “Newt Gingrich warns EMP attack could end it all“, Politico, 19.06.2013). It would truly be a shame and a complete lack of competence if the US Government doesn’t have a contingency plan already in place for an event like this.

1984 artist's concept of a generic laser-equipped satellite firing on another.

1984 artist’s concept of a generic laser-equipped satellite firing on another.

In order for this plan on space based missile defense to work however, it must learn from the mistakes made in the 1980’s when Ronald Reagan famously proposed in 1983 his Strategic Defense Initiative (SDI) or the “Star Wars Program”. As many people know, SDI was announced in 1983 by Ronald Reagan as a means of countering the Soviet threat with space based weaponry capable of shooting down any Soviet missile before it entered American airspace. Unfortunately, due to the slow technological development at the time of space based missile defense systems, as well as other factors including the Dissolution of the USSR, inefficiency, and overall lack of continued public support, SDI did not succeed in meeting its goals.

In comparison to the 1980’s-early 90’s, America does have the infrastructure in 2015 to support a new SDI type program. For starters, in 1983 something called: “private space companies” did not exist. With companies such as SpaceX, Virgin Galactic, Orbital Sciences, and Blue Origin starting to appear and establish themselves as legitimate companies in the aerospace sector, there’s no reason why they couldn’t be expected to help the American military develop a space based missile defense system. Similar to how other Aerospace contractors such as Boeing and Lockheed Martin have helped the Air Force in its development of their new aircraft and weapons systems, a joint government/private program with the DoD and Navy providing the funding, and the private companies will handle the testing and development could be developed. That way there won’t be as large of an outcry by the public as there was with SDI in the 1980’s and the politicians/military leaders don’t have to worry so much about any failures and the potential political backlash with the program, as it will fall on the shoulders of the private contractors. Plus, this program will be more affordable now than it ever was in the 1980s.

SpaceX is currently developing the Falcon-9 space rocket with the intention of making it reusable and cheaper to launch into orbit. According to NASA, the average typical launch cost for the Space Shuttle Program was $450 million dollars. With the SpaceX designed Falcon-9 rocket, that cost is now about 50-56 million USD, an absolute bargain when compared to how much NASA’s launches cost. The biggest obstacle to this plan would not necessarily be the technical or financial challenges involved, but compliance with international law such as the 1967 Outer Space Treaty. Article IV of the 1967 Space Treaty states: “States Parties to the Treaty undertake not to place in orbit around the earth any objects carrying nuclear weapons or any other kinds of weapons of mass destruction, install such weapons on celestial bodies, or station such weapons in outer space in any other manner. The moon and other celestial bodies shall be used by all States Parties to the Treaty exclusively for peaceful purposes. The establishment of military bases, installations and fortifications, the testing of any type of weapons and the conduct of military maneuvers on celestial bodies shall be forbidden. The use of military personnel for scientific research or for any other peaceful purposes shall not be prohibited. The use of any equipment or facility necessary for peaceful exploration of the moon and other celestial bodies shall also not be prohibited.”

SpaceX's Crew Dragon, which will be a human-rated vehicle capable of making a terrestrial soft landing.

SpaceX’s Crew Dragon, which will be a human-rated vehicle capable of making a terrestrial soft landing.

The key words in this text being: “Nuclear or any kinds of weapons of mass destruction.” WMD’s are most often defined as being either: Biological, Chemical, Radiological, or Nuclear. Since lasers do not fall into either of these specifically defined categories (as lasers are electromagnetic), this would not violate international law regarding space and weapons of mass destruction. And their primary purpose would be defensive in nature. The Navy could easily place these interceptors on ships or in bases around the world in order to be alerted by any of these threats, as well as satellites which can track and locate enemy ships and submarines before they attack.

It is obvious that space will play a critical role in the development of naval affairs and maritime security through the use of satellites and space based defense which will be used to further America’s Naval supremacy in both the Sea and Space throughout the rest of the 21st century and beyond. As we can see, the Navy will not just be limited to the sea but will have an increasingly expanded role as technology and space travel progresses.

More information
Director of Central Intelligence, “Possible Soviet Responses to the US Strategic Defense Initiative“, 12.09.1983.

Notes by offiziere.ch
[1] Later on March 28, 2015, Roscosmos and NASA had agreed that Russia will supply ISS at least until 2024 and that possibly both organisation will collaborate on the development of a replacement for the current ISS (Jeff Foust, “NASA Says No Plans for ISS Replacement with Russia“, SpaceNews, 28.03.2015).

Posted in English, International, Security Policy | Tagged , , , , , , , | Leave a comment