Rezension: Befestigungsanlagen und Bunker im Dritten Reich

von Seka Smith

bunkerDer Westwall und die unterschiedlichen Bunkerlinien, die unter der Bezeichnung Ostwall bekannt sind, sind wohl die bekanntesten Verteidigungsanlagen des Dritten Reiches.

Bereits ein Jahr nach der Übernahme der Macht durch das NS-Regime wurde angefangen, verbunkerte Verteidigungsanlagen zu bauen. Eines der ersten Objekte dieser Art war der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen. Bis zum Ende des Krieges entstanden zahlreiche weitere Bunker- und Befestigungen unterschiedlicher Art. Heute sind nur noch wenige Anlagen aus dieser Zeit erhalten. Die meisten wurden gesprengt und demontiert. Viele hat auch die Natur zurück erobert.

Robert M. Jurga, ein polnischer Zeichner und Grafiker, hat ein Buch zu deutschen Befestigungsanlagen und Bunkern aus der Zeit des Dritten Reiches geschrieben und illustriert.

Auf 223 Seiten werden Anlagen zu folgenden Schwerpunkten beschrieben:

  • Zur Entwicklung der Befestigungsanlagen in der Zeit zwischen den Weltkriegen und während des Zweiten Weltkriegs
  • Verteidigungslinien
  • Panzerung und Waffen
  • Sozialeinrichtungen
  • Westwall
  • Luftschutzzone im Westwall
  • Oderlinie
  • Pommernstellung
  • Tirschtiegelstellung
  • Pionierübungsplatz in Küstrin
  • Nischlitz-Obra-Linie
  • Festungsfront im Oder-Warthe-Bogen
  • Ostpreussen
  • Küstenbefestigungen
  • Atlantikwall
  • B-1 Stellung
  • Gustav-Linie
  • Übungsplatz Leba
  • Schutzbunker für Raketen
  • Luftschutzbunker
  • Führerhauptquartier

Jedem Bunkertyp, jeder Befestigung oder dazugehöriger Anlage sind zwei Seiten gewidmet. Auf der linken Seite findet sich immer ein historischer Abriss der Anlage. Besonders die Länge der Texte fällt angenehm auf. Es sind nicht überlange historische Abhandlungen, sondern eine präzise geschichtliche und technische Darstellung, die sich sehr flüssig lesen lässt. Auf der rechten Seite befindet sich durchweg eine großformatige Illustration der Anlage, welche mit einer Legende erklärt wird. Durch die detaillierten Zeichnungen und Fotos werden die Ausmaße der beschriebenen Anlagen in ihrer Form und in ihrer Funktion verständlich dargestellt.

Insgesamt finden sich weit über 100 Zeichnungen, Grafiken, Illustrationen und Fotografien im Buch – und alle sind von erstklassiger Qualität.

Fazit
Zum Buch von Jurga gibt es nur ein Fazit: Wer sich für Befestigungsanlagen und Bunker interessiert, muss es kaufen!

Jurga, Robert M. (2013): Befestigungsanlagen und Bunker im Dritten Reich. Königwinter: Brandenburgisches Verlagshaus. 223 Seiten. 19,99 Euro.

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Israels maritime Aufrüstung im Rennen um das Mittelmeergas

von Niklas Anzinger. Niklas Anzinger hat an der Universität Bayreuth Philosophy & Economics (B.A.) studiert. Er arbeitet derzeit beim American Enterprise Institute in Washington D.C. und wird ab August 2013 International Security & Development an der Syracuse University studieren.

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Israelische Marinesoldaten nach der erfolgreichen Schlacht an der Rumani Küste gegen die ägyptische Marine, am 11. Juli 1967 eine Woche nach dem Sechstagekrieg im Heimathafen. Am oberen Mast das Siegessymbol – ein Besen. (Quelle: Israel Defense Forces)

Am 30. März 2013 lieferte das Tamar-Feld vor Israels Nordküste das erste Mal Erdgas an eine neu errichte Anlage an der Küste von Ashdod zur Nutzung für den heimischen Energiemarkt. Am gleichen Wochenende kündigte die israelische Marine neue Rüstungsprojekte in Höhe von 760 Millionen US-Dollar an. Diese sollen  der Verteidigung von Israels Offshore-Plattformen dienen. Mit den Öl- und Gasfunden im Levantine-Becken addieren sich daher für Jerusalem die Gründe, eine über reine Küstenverteidigung hinausgehende Marinepräsenz im östlichen Mittelmeer aufzubauen.

Israels Marine: Kleiner Bruder des Heeres
Der Fokus israelischer Verteidigung ist seit der Invasion seiner arabischen Nachbarn im Jahre 1948 traditionell auf die Landgrenzen gerichtet. Die Marine der Israel Defense Forces (IDF) konnte den 190km-langen Streifen westlich zu Lande im östlichen Mittelmeer oft zur Küstenlandung in  Bodenoperationen nutzen – so im Unabhängigkeitskrieg 1948 bis zur Sinai-Kampagne im Jahre 1956, dem darauf folgenden Sechstagekrieg 1967 und dem Jom Kippur-Krieg mit Ägypten 1973 – aber die israelische Luftwaffe und das Heer, berühmt-berüchtigt für die hohe Flexibilität, Schnelligkeit und Manövrierfähigkeit seiner Truppen, waren ausschlaggebend für den Erfolg.

To this day, Israel’s maritime strategy remains largely an afterthought. For many years, Israel’s navy has been the country’s least visible military service. The country’s most recent effort to craft a new national security strategy, in 2006, did not include a significant maritime component. As a result, Israel has no comprehensive vision, goals, or policy for maritime and naval issues.  (Quelle: Ehud Eran und Yaval Zuv, “Israel’s Missing Naval Strategy”, Foreign Affairs, 19. März 2013)

Es gibt allerdings gute Gründe für maritime Verteidigung, wie Israels erster Premierminister David Ben-Gurion im Jahre 1950 betonte: “Wer unsere geografische Realität und dessen ökonomische und politische Bedeutung versteht, der wird sich der Bedeutung von Seemacht für unsere Existenz schnell bewusst werden.” (Quelle: Ibid.) Dieses Zitat scheint heute aktueller denn je.

Die Notwendigkeit strategischer Autonomie für Israel
Israels zentrale sicherheitspolitische Doktrin ist autonome Selbstverteidigung. Die Abwehr jedweder Bedrohungen gegen Israels Existenz und die Sicherheit seiner Bürger muss unabhängig von den Entscheidungen anderer Staaten jederzeit alleine gewährleistet werden können. Daran ist nichts ungewöhnlich, aber in einer äußerst volatilen Region, in der ständig Regime stürzen, terroristische Bedrohungen auftauchen und Israel konsequent als Missetäter gebrandmarkt wird, wird die Aufrechterhaltung dieser Doktrin immer wieder aufs Neue auf die Probe gestellt. Die USA haben sich in kritischen Momenten meist an Israels Seite gestellt und die Beziehungen der Länder sind von tiefer Zuneigung geprägt, dennoch können die kurzfristigen Interessenlagen, die Experteneinschätzungen von Bedrohungspotenzialen und die Beziehungen zentraler Entscheidungsträger untereinander variieren.

Das Nuklearwaffenprogramm Irans ist die größte Bedrohung für die effektive Aufrechterhaltung dieser Doktrin. Aus diesem Grunde erhält sich Israel nukleare Zweitschlagkapazität über die nuklearwaffenfähigen Dolphin-U-Boote aufrecht, wie Sebastian Bruns erklärt:

Folglich ist angesichts der existenziellen Bedrohung, der sich die jüdische Nation durch die Vernichtungsrhetorik aus Teheran gegenübersieht, ein Abschreckungspotenzial von ganz erheblicher Bedeutung. Wenn die Frage der nuklearen „Dolphins“ jetzt lanciert wird, so hat das genau diesen Grund: Den Gegner im Unklaren darüber lassen, ob man die Fähigkeit besitzt, auf konventionelle oder gar nukleare Angriffe mit einem nuklearen Vergeltungsschlag zu antworten. (Quelle: Sebastian Bruns, “Die Scheinheiligkeit der Debatte über die U-Boote für Israel”, Deutschlands Agenda, 8. Juni 2012)

Aber das ist nur eine Komponente der Verteidigung gegen den Iran, während für die maritime Aufrüstung vor allem die veränderte geopolitische Lage durch die Öl- und Gasfunde ausschlaggebend ist (sonst könnte die Aufrüstung auch auf Israels U-Boot Flotte beschränkt bleiben). Mein Kollege Felix Seidler machte mich außerdem darauf aufmerksam, dass die Dolphins auch mit konventionellen Marschflugkörpern ausgestattet werden können. Das würde den U-Booten im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Iran weitere strategische Tiefe geben.

Geopolitische Trends im Mittelmeer

Tamar, The Natural Gas Production Platform Off The Israeli Coast, Is To Begin It's Natural Gas Production

Megastruktur – Die Bohrinsel über dem Tamar-Gasfeld vor Israels Nordküste (Photo by Albatross via Getty Images)

Die Funde erlauben Israel einen international wettbewerbsfähigen Energiesektor aufzubauen, der Israels Energiekonsum auf Jahrzehnte decken und Exporterlöse im Milliardenbereich bringen könnte (nach derzeitigem Marktwert würde das Erdgas 240 Milliarden Dollar bringen, aber mit solchen Zahlen muss man vorsichtig umgehen). Die Anlagen des Energiesektors werden alsbald die Qualität von “kritischer Infrastruktur” annehmen, d. h. eine zentrale Stellung für die Wirtschaftskraft des Landes, welche durch terroristische Angriffe verletzend getroffen werden kann.

Für den Weltmarkt werden die Funde verglichen mit dem globalen Schockpotential des Südchinesischen Meers oder dem Persischen Golf limitierte Bedeutung haben. Allerdings hat das Levantine-Becken im östlichen Mittelmeer strategisch betrachtet Vorteile, die markttechnisch ausschlaggebend werden können: geografische Nähe zu den energiehungrigen Volkswirtschaften Europas und Israels innovationsfreundlichen High-Tech-Sektor, durch den die Exploration, Produktion und der Transport von Erdgas schnell an veränderte Marktbedingungen angepasst werden kann; etwa durch Flüssiggastechnologie (LNG), durch die das Gas mit Schiffen an zahlungskräftige Käufer weltweit lieferbar wird.

Aus diesen Gründen wird wiederum die maritime Sicherheitskomponente an Bedeutung gewinnen. Israel betreibt 98% seines Handels über Schifffahrtswege im Mittelmeer und seine zukünftige kritische Infrastruktur wird ins Visier der raketentechnisch ausgerüsteten Hamas im Gazastreifen und der Hisbollah im Libanon geraten. Die zentrale geostrategische Herausforderung für Israel wird demnach sein, das kommende Energieproduktionszentrum effektiv und mit größtmöglicher militärischer Souveränität verteidigen zu können, um das goldene Ziel Energiesicherheit zu erreichen. Hierfür wird Israels Marine eine größere Bedeutung einnehmen als jemals zuvor.

Israels kommende maritime Aufrüstung
Aus diesen Gründen beantragte die Marine eine Aufstockung seiner Kapazitäten primär in drei Bereichen: Luftverteidigung zur See, Seekontrolle/-sicherung und Schnelleinsatzkräfte.

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Israelische Marinesoldaten mit einer Bohrinsel im Hintergrund auf einem Patrouillenboot 24km westlich der Hafenstadt Ashdod. (Quelle: REUTERS/Amir Cohen)

In Bezug auf Luftverteidigung zur See muss die israelische Marine auf direkte Angriffe durch Raketen aus dem syrischen Arsenal oder auf Selbstzerstörung angelegte Schiffsangriffe durch die Hisbollah oder Hamas eingestellt sein.  Das Paket an Forderungen umfasst daher u.a. vier 1.200 Tonnen-schwere Ausdauer-Kriegsschiffe mit defensiven Raketenabwehrsystemen, um gegen Produktionsplattformen gerichtete Anti-Schiffs-Raketen abzufangen (die IDF machte keine näheren Angaben, sprach aber von acht bis neun ausländischen Firmen als Anbietern). Die Bohrinsel auf dem Tamar-Gasfeld in der Nähe zu Libanons maritimen Territorium soll außerdem mit Barak-8-Raketen ausgestattet werden, um Yakhont-Raketen abzufangen, die von Russland an Syrien geliefert wurden und in die Hände der Hisbollah geraten könnten (durch die jüngsten militärischen Erfolge der Hisbollah in Qusayr, Syrien, wird das immer mehr zur Gefahr). Russlands Lieferungen von S-300 Luftverteidigungssystemen und –raketen an Basher al-Assad in Syrien war ebenfalls ein Thema, da Israel an Luftschlägen gehindert werden könnte, um Waffenlieferungen zu verhindern. Aber Russland kann laut dem israelischen Verteidigungsminister Moshe Yaalon anscheinend nicht vor 2014 liefern.

Maritime Kontrolle und Sicherung werden von zentraler Bedeutung sein. Die Israel Aerospace Industries (IAI) stellten ein Multiple-Intelligence-Konzept vor, welches eine umfassende Überwachung durch eine vernetzte Kommunikation von Kommando und Kontrolle von Israels exklusiver ökonomischer Zone (ein Begriff im Seerecht der Vereinten Nationen, der eine 200km-Zone für die Exploration von Ressourcen und anderen ökonomischen Tätigkeiten vorsieht) garantieren soll. Neben illegaler Migration, Drogenhandel und Piraterie hat Kontrolle vor allem das Ziel Waffenlieferungen des Iran über das Rote Meer an die Hamas oder die Hisbollah zu verhindern (Port Sudan, den Israel schon im Jahre 2009 wegen Waffenschmuggleraktivitäten angegriffen hat, könnte für Iran an Bedeutung gewinnen).

Vor allem bekommt die Drohnentechnologie neue Aufmerksamkeit, durch die mehrere maritime Funktionen gleichzeitig übernommen werden könnten. Nur ein Beispiel: der unbemannte Protector, von der staatlichen Waffenfirma Rafael entwickelt, ist operationsfähig und scheint Hoffnungen für die Zukunft mit sich zu bringen. Der Protector ist nicht nur durch Radar- und Sonarsysteme bei Tag und Nacht zur Überwachung fähig, er kann auch mit einem 7,62mm-Maschinengewehr und Anti-Schiff-Raketen ausgestattet werden, was ihn multipel einsatzfähig zur Überwachung des Seeraumes und zum Schnelleinsatz als Abwehr gegen Selbstzerstörungsboote der Hisbollah oder Irans Revolutionsgarden macht.

Ausblick
Israel steht vor einer Reihe von Herausforderungen: die Türkei, Russland und der Iran versuchen im Rennen um das Mittelmeer-Gas aus verschiedenen Gründen Einfluss zu nehmen. Die Türkei ist im Konflikt mit Zypern, welches eigene Gasvorkommen in seiner maritimen Zone liegen hat. Zypern und Griechenland sind Israels erste Wahl als Partner für die Erdgasgewinnung und als strategische Alternative zu den feindlichen arabischen Anrainerstaaten. Als NATO-Mitglied und stärkste Seemacht im östlichen Mittelmeer hat die Türkei erheblichen Einfluss, fährt aber eine befremdliche Machtpolitik, die sich zunehmend gegen Israel und Zypern zu richten scheint. Die US Marine hat erst kürzlich am 14. Mai diesen Jahres den Hafen von Eilat mit dem Flugzeugträger USS Kearsarge besucht und signalisiert damit Aufmerksamkeit über Irans Aktivitäten im Roten Meer.

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Ein Boot der türkischen Küstenwache (l.) eskortiert den russischen Zerstörer Smetlivy im Bosporus, Istanbul, 2012. (Quelle: Murad Sezer/Reuters)

Israel kann sich auch in Zukunft der Aufmerksamkeit der USA und besonders der US Marine sicher sein, muss aber seine Verteidigung alleine tragen können. Aber die Syrienkrise zieht die Aufmerksamkeit von Russland und dem Iran auf sich, die Israel nicht dauerhaft alleine in Schach halten kann – vor allem mit einer außenpolitisch unberechenbaren türkischen Administration. Aus diesem Grund sollte das östliche Mittelmeer als NATO-Einflusssphäre gesehen werden, für die neue strategische Überlegungen anstehen. Ein zukünftiges Energieproduktionszentrum im östlichen Mittelmeer kann für einige europäische Länder eine Reduzierung der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen werden, dessen immer selbstbewussteres militärisches Auftreten in Form einer „neuen Mittelmeerflotte“ eine klare Sprache spricht, was die Ernsthaftigkeit russischer Interessensvertretung angeht. Angesichts der zahlreichen Konflikte im Nahen Osten sollten vor allem die europäischen NATO-Mitgliedsländer ihre reservierte Haltung zu Israel  überdenken und mehr sicherheitspolitischer Eigenverantwortung übernehmen.

In Hinblick auf Israels Konflikt mit dem Libanon um maritime Grenzen, dem diplomatischen Fiasko mit der Türkei (bei dem Abzuwarten bleibt, ob sich die Beziehungen normalisieren) oder dem Türkei-Zypern-Konflikt ist Neutralität die beste Idee, da die Akteure miteinander leben müssen und daher auch Konflikte unter sich regeln können sollten. Klare Grenze für die NATO sollte allerdings ein Eingreifen der Türkei in Israels und Zyperns legitime Erdgasexploration sein. Der türkischen Administration muss klargemacht werden, dass ein solcher Fall den Bündnisinteressen widerspricht, beispielsweise durch Einbindung Israels in NATO-Marineübungen, wie bereits im April 2012 im Verbund mit Griechenland und den USA geschehen. Der Iran ist eindeutig nicht an Frieden und Stabilität in der Region mit einem existierenden jüdischen Staat Israel interessiert und ist daher als klar feindlich zu betrachten. Russland ist ein komplizierter Fall – aber mit der Stationierung einer neuen Mittelmeerflotte ist eine Grenze überschritten, die mit einer entsprechenden Marinepräsenz kenntlich gemacht werden soll.

Die USA und die NATO sollten daher im Verbund mit Israel eine permanente Präsenz am Hafen in Haifa aufbauen, von wo aus Aktionen in Bezug auf die Syrienkrise und Irans Aktivitäten koordiniert werden und eigene Interessensvertretung gegenüber Russland signalisiert werden kann.

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Will China Fight Falklands-Style Wars?

by Felix F. Seidler. Felix is a fellow at the Institute for Security Policy, University of Kiel, Germany and runs the site Seidlers Sicherheitspolitik“. See here for a German version of this article.

HMS Invincible, a British light aircraft carrier, returns from Falklands War

HMS Invincible, a British light aircraft carrier, returns from Falklands War

Here is what the Pentagon’s analogy of China and Falkland-Style wars is really about. The PLAN is not yet meeting all necessary criteria. Instead, the analogy tells us the PLAN’s present and future rank in the hierarchy of navies. Although Europe is in decline, Europeans should not bury their heads in the sand yet. There are still useful efforts that can be done.

Does the analogy apply?
The Pentagon’s latest Annual Report to Congress says that China has even more emerging expeditionary naval interests. The Report emphasizes China would seek the capabilities to fight Falklands-Style wars:

The PLA Navy’s goal over the coming decades is to become a stronger regional force that is able to project power across the globe for high-intensity operations over a period of several months, similar to the United Kingdom’s deployment to the South Atlantic to retake the Falkland Islands in the early 1980s. However, logistics and intelligence support remain key obstacles, particularly in the Indian Ocean. — Office of the Secretary of Defense, “Military and Security Developments Involving the People’s Republic of China 2013“, Department of Defense, Abbual Report to Congress, p. 38.

However, one can doubt if the historic analogy between the UK in 1982 and China after 2013 does really apply. China has no overseas territories like Britain’s Falklands, Diego Garcia and Pitcairn or France’s Martinique, Reunion and Polynesia. Obviously, the geographical environment in the North and South Atlantic is very different from the Indo-Pacific theater. On the one hand, being under sequester-siege, one can ask, if the US Admirals are overhyping China’s rise to defend their budgets. On the other hand, one can be sure that Pentagon’s officers are aware of what they are talking about when they use analogies. Moreover, when talking about expeditionary campaigns of navies underneath the US full-scale war level, other cases can hardly be found.

What Falklands-Style is (not) about
Britain’s major obstacle in 1982 was that its “closest” airbase was on the tiny island Ascension 6.300 kilometers away from the Falklands (cf. also Operation Black Buck). Thus, Falklands-Style does not apply to scenarios like Taiwan, East and South China Sea; China’s military facilities are right next to the theater. Any Chinese campaign in these areas would more be NATO-Libya than Falklands due to People’s Liberation Army Air Force bases close to the battlefield. In 1982, Britain conducted some symbolic air raids with Avro Vulcan bombers on Port Stanley’s airfield, however only made possible by a very complex chain of aerial refueling. Britain’s success or failure was depended on the two carriers HMS Hermes and HMS Invincible. If one or both of them would have been sunk, Britain would have lost, because the Royal Navy could only succeed due to the air power delivered by the seaborne Harriers.

Falklands-Style means a carrier centric operation far away from the homeland. Carriers are inevitable necessary for expeditionary campaigns due to the need of air superiority. Moreover, Falklands-Style includes some, but not a lot support from overseas bases. To meet the criteria Falklands-Style, the theater must be out of reach from homeland airbases. Port Stanley was 11.000 kilometers away from London. A Falklands-Style campaign’s ultimate operational target is to bring boots on the ground by amphibious landings. Politically and strategically, the aim is to achieve military superiority over another state in certain geographical areas, but not over a whole country. That would be Iraq-Style. In addition, Falklands-Style does not apply to non-state actors. They are lacking the ability to deliver significant, nearly equal air and sea power as the Argentinians did.

People’s Liberation Army Navy: Struggle hard, to build up a strong Navy, 1977

People’s Liberation Army Navy: Struggle hard, to build up a strong Navy, 1977

China’s Falklands-Style capabilities
Applied to the People’s Liberation Army Navy (PLAN), geographically Falklands-Style means an operation beyond the second Island Chain or “West of Malacca”. However, China does not meet the carrier criteria and it is unlikely to do so before 2020. Moreover, overseas bases are planned, but their operational worth cannot be taken for granted. Gwadar in Pakistan is the PLAN’s only project, which can be taken serious right now. However, in any case of action, Gwadar would have to be supplied by complex air logistics (coming Y-20). Railroads or even useable roads from Pakistan to China just don’t exist.

Beside the two carriers with their 48 Harriers, the Royal Navy’s Task Force included two LPD, eight destroyers, 15 frigates, five nuclear subs (SSN), one conventional sub and dozens of support vessels. In total, Britain sent over a hundred ships. Many of the supply ships were requisited civilian vessels. China’s fleet in 2013 includes one carrier (Liaoning, not yet operational), three LPD, 14 destroyers, 62 frigates, four SSBN, five SSN, 55 conventional subs and 205 logistic and support ships (James Hackett, “The Military Balance 2013“, IISS, p. 289f). Thus, in all cases except the carriers China’s numbers meet or exceed Britain’s Task Force.

Moreover, China’s is the world’s largest shipbuilder. While hulls for sophisticated military vessels like carriers may still be challenge, China can easily mass-produce simple hulls for transport and supply ships or confiscate ships present in Chinese ports, as the UK did. China is working on further tanker and supply ships to support expeditionary operation. Other Observers like Information Dissemination, one of best-informed blogs, say that China is already able to build sophisticated ships like LHD:

Last year, we were introduced to a LHD design that Chinas was offering for export. A couple of months ago, we’ve seen this LHD design displayed for export to Turkey and also at Abu Dhabi. This mysterious design is said to be 211 m long, 32.6 m in beam and 26.8 m high for a displacement of 20,000 to 22,000 ton. It’s a little wider than Type 071 and has a flat top, so it can hold 8 helicopters with the hangar space for 4. This is an increase over Type 071, but I would imagine the first Chinese LHD (let’s call it Type 081) to be much larger than this (30,000 to 40,000 in displacement) and able to hold carry more helicopters and armored vehicles. I personally think PLAN has studied USMC long enough that it would also want the LHD to be able to support STOVL fighter jet. Such a ship would be much more complex than Type 071, but is well within the technical capabilities of Chinese shipyards. — Feng, “PLAN amphibious development“, Information Dissemination, 06.05.2013.

In addition, Falklands-Style campaigns depend on a capable nuclear-powered submarine force. Argentina withdraw its surface fleet after the cruiser Belgrano has been sunk by the SSN HMS Conqueror, which provided the Royal Navy the freedom of action for amphibious landings. If you want your subs to go to places, you need nuclear power. Recently the PLAN has demonstrated that her SSN are able to reach out in the Indian Ocean. In contrast to Royal Air Force 1982, China is incapable to undertake long-range airstrikes in order to support expeditionary operations. Its so-called Xian H-6 “bombers” are a further developed Soviet Tupolev TU-16 aircraft. These are supported by very few aerial refueling capabilities and have no operational experience at all in conducting long-range airstrikes. How much operational experience matters, can be seen in the discussions about the possibility of an Israeli strike against Iran.

Finally, Falklands-Style war and expeditionary operations require a lot of operational experience. Officers and crews need to be able to deal with and adjust to frictions immediately. The service(wo)men must have a pragmatic problem-solving attitude, because rapid help from home is unavailable. The Royal Navy had such an over decades gained experience in 1982. China today is slightly working on operation experience by anti-piracy operations, regular drills and friendly ports visits, but is far away from the human skills navies like US or British posses.

"The PLA Navy has the largest force of principal combatants, submarines, and amphibious warfare ships in Asia. In the event of a major Taiwan conflict, the East and South Sea Fleets would be expected to participate in direct action against the Taiwan Navy. The North Sea Fleet would be responsible primarily for protecting Beijing and the northern coast, but could provide mission-critical assets to support other fleets." --- Office of the Secretary of Defense, “Military and Security Developments Involving the People’s Republic of China 2013“, Department of Defense, Abbual Report to Congress, p. 76.

“The PLA Navy has the largest force of principal combatants, submarines, and amphibious warfare ships in Asia. In the event of a major Taiwan conflict, the East and South Sea Fleets would be expected to participate in direct action against the Taiwan Navy. The North Sea Fleet would be responsible primarily for protecting Beijing and the northern coast, but could provide mission-critical assets to support other fleets.” — Office of the Secretary of Defense, “Military and Security Developments Involving the People’s Republic of China 2013“, Department of Defense, Abbual Report to Congress, p. 76.

What the Falklands analogy really tells us
Discussing where Chinese Falkland-Style wars could take place is just like reading tealeaves. Will China raid Diego Garcia or Darwin in case of a fight against the US? Could Pacific Island states, Sri Lanka, the Seychelles or Mauritius somehow become object to PLAN amphibious invasions? Will China strike Persian Gulf or East African countries in order to secure its resources? Neither does anybody know, nor can anybody predict. We will see when we (don’t) get there.

What the analogy really tells us is where China is going in the hierarchy of navies. Geoffrey Till emphasized that the most sophisticated attempt ever undertaken at classifying navies has been done by Eric Grove (Cf.: Geoffrey Till, “Seapower: A Guide for the Twenty-First Century“, 14.01.2013, p. 114). In 1990, Grove classified navies from Rank 9 Token to Rank 1 Major Global Force Projection – Complete (Eric Grove, “The Future of Seapower“, 1990, p. 237-240). Of course, Rank 1, until present, was only achieved by the US. Rank 2 Major Global Force Projection – Partial was achieved just one time by the Soviets during the 1980s until 1991/92, but never again thereafter by any country.

Relevant for the given case are Rank 3 Medium Global Force Projection and Rank 4 Medium Regional Force Projection. Rank 3 means that a navy posses at least one carrier, amphibious capabilities, SSBN, SSN and a larger number of surface warships like destroyers and frigates. According to Grove, a Medium Global Force Projection Navy would “be capable of conducting one major ‘out of area operation and (…) would be capable of engaging in high-level naval operations in closer ocean areas” (Grove 1990: 238). Thus, Britain in 1982 has to be understood as a Rank 3 case.

Grove considered the PLAN to be a Rank 4 Medium Regional Force Projection case (Grove 1990: 238). With no carriers or expeditionary amphibious capabilities, the PLAN was able by its submarines and surface warships to exercise maritime power in the West Pacific, but not beyond.

The Pentagon’s Annual Report is talking about China to “become a stronger regional force that is able to project power across the globe for high-intensity operations over a period of several months” (p. 38). Hence, the Pentagon’s analysis matches exactly with Grove’s criteria (surprise, surprise???). Most remarkable is that even in 1990 Grove foresaw that China could become a candidate for Rank 3 “in the medium to long term” and could even move “into Rank 2, but not for several decades” (Grove 1990: 238). Now – 23 years after Grove’s excellent classification – China is on the way to move (sic!) from Rank 4 to 3. However, it is not there yet. The criteria for operational carriers is not fulfilled. Moreover, the main reason why I personally would not rank into no. 3 is that China’s military has no combat experience since 1979. Therefore, what the Pentagon’s analogy and Grove’s classification tell us, is how hard it is to climb up the Ranks in the hierarchy of navies.

How Europe should react
China’s expeditionary ambitions are more looking west- than eastwards. As the Report outlines, Beijing’s areas of concern are the Indian Ocean, the Persian Gulf and even the Mediterranean. The Times of India, for example, reported something similar:

(…), and the Chinese presence in the Indian Ocean is expected to grow. David Shinn, a former U.S. ambassador in Africa, expects China’s navy to make more frequent visits to port cities across the Indian Ocean – in South Asia, the southern Middle East and on the east coast of Africa – within the next 10 years and to expand its reach to North African ports on the Mediterranean Sea. — “China and India’s rivalry extends to the Arctic“, The Times of India, 08.05.2013.

Thus, Europeans should pay as much or even more attention than the US to what the Chinese are doing. Given that the US really continues to retreat from the Middle East, the Western Indian Ocean and the Persian Gulf will become an area of major concern in particular for Europe.

Instead of living in the world of political correctness and talk about utopian ideas, so said in May by German EU-Commissioner Günter Oettinger, many Eurocrats from the Brussels Bubble must abandon their geostrategic blindness. Except themselves, in real life nobody outside Europe cares about that the EU is promoting human right, environmental protection and gender equality. Europe will never ever become an international actor, which is taken serious on other continents, as long as geopolitical, geostrategic and strategic thinking does only exist in Paris and London. Therefore, it is not a surprise, that China’s media scoffs about European decline and tells the Europeans to shut up.

Vergleich FlugzeugträgerHowever, there is no need for unconditional surrender. Many useful things can be done today. Maritime cooperation between NATO and China has already started and seems to work. Thus, this program should be continued and extended to build mutual trust. Moreover, the Chinese and European interests for safe and secure sea-lanes in the Indian Ocean are the same. Some kind of permanent maritime security cooperation, maybe even including India, would absolutely make sense.

To implement this, Europeans must preserve a Rank 3 status as Medium Global Force Projection Navy; either uni-/bilaterally by France and Britain or by a broader European coalition. If Europe would be unable to deliver significant maritime power eye on eye with China, leaders in Beijing with command over a Rank 3 navy (maybe moving towards Rank 2) would tell the Europeans to shut up, when Brussels would call for a “political solution” or “multilateral dialogue” about the Indian Ocean.

Britain and France will continue their fight not to drop down to Rank 4. The UK’s coming Queen-Elizabeth-Carriers are definitely a boost to British (and European) power projection capabilities. However, the economic and financial situation raises large question marks, if both countries will be able to sustain their levels of defense spending. Especially in France. Other than London, Paris has not undertaken any serious cuts yet. Needless to say that France’s terrifying financial and economic situation will bring the question of cutting defense spending on the table. The most likely scenario is that Britain and France will continue to go together, whenever they cannot go alone. However, due to harsh cuts in the French military budget, the time could come, where Anglo-French cooperation will not be enough anymore. Without any US military bailout insight. Pivotal for Europe’s future as a maritime power is, whether countries like the Netherlands, Spain, Italy and in particular Germany are more willing to pool and share substantially and to go to places together.

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RUSI – Iran’s 2013 Presidential Candidates: Change ahead?

On Friday, 14 June 2013, the eleventh Iranian President election is scheduled. The incumbent President, Mahmoud Ahmadinejad is limited to two terms under the current Iranian constitution and cannot participate in the election. This may open the opportunity for a new more reformist president (albeit this seems rather unlikely). Professor Ali Ansari, Royal United Services Institute (RUSI) Senior Associate Fellow and founding director of the Institute for Iranian Studies at St. Andrews University in Scotland, gives a short insight into the Iranian election procedure and present some of the possible presidential candidates.

More information

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III. Sicherheitspolitische Verlosung – Auflösung

Deutsch (click here for the English version)

Zwischen dem 23. Mai – 03. Juni 2013 führen Offiziere.ch & die Facebook-Seite “Sicherheitspolitik” mit Unterstützung von “Seidlers Sicherheitspolitik“, “Aussen- und Sicherheitspolitik“, “Sicherheit vernetzt” und #carbine eine weitere sicherheitspolitische Verlosung durch.

sipol-III

Auf dem Foto sieht man ein Plakat am Rande einer Hauptstrasse. Das Foto wurde Ende Juni 2011, kurz nach dem Ausbruch von Unruhen in dieser Region gemacht. Vor kurzem wurde mit einem Abkommen versucht, die schwierige Situation in der Region zu lösen, doch die erfolgreiche Umsetzung des Abkommens ist zweifelhaft. Der englische Text auf dem Plakat wurde entfernt, sonst wäre das Rätsel zu einfach. Zugegeben, wer die abgebildete Sprache versteht, hat es leichter, doch zur Lösung des Rästels muss der Satz auf dem Plakat nicht verstanden werden.

Fragestellung
1: In welcher Region wurde dieses Plakat fotografiert?
2: Was bedeutet die Zahl 1244 ?
3: Wie lautet die Typenbezeichnung dieses Helikopters?

Die Gewinner wurden anhand eines Losverfahrens nach dem Zufallsprinzip unter den richtigen Einsendungen ermittelt. Das sind die Gewinner:

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Die Auflösung der Sicherheitspolitischen Verlosung finden Sie auf Seite 3.

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Das Heldenmädchen von Lüneburg – Teil 2

von Seka Smith

Teil 1 findet sich hier.

Auf einem Hügel – oder wie eine Legende lebendig wird
Ein älterer Herr, gutbürgerlich gekleidet, steht auf dem Kalkberg, einer etwa 80 Meter hohen Anhöhe westlich von Lüneburg. Der Veteran aus dem Siebenjährigen Krieg beobachtet durch sein messingfarbenes Fernrohr den Verlauf des Kampfes. Er sieht, wie von Norden her eine Einheit der Franzosen im Sturmschritt wieder auf die Stadt marschiert.

Während er das blutige Gemetzel beobachtet und dem Lärm lauscht, bemerkt er ein Mädchen, das den Kalkberg hochgekommen ist. Sie sagt, dass sie aus der Stadt käme und durch die Straßen gegangen sei, weil sie dachte, dass sich die Schlacht bald zugunsten der Lüneburger entscheiden und die Franzosen besiegt werden würden. Überall auf den Straßen lagen tote französische und sächsische Soldaten. Aus allen Häusern würden die Bürger auf die verhassten Besatzer schießen.

Sie fragt ihn, was er denn durch sein Fernrohr sehen würde. Er antwortet, dass die Schlacht im Norden bald kippen wird. Die Franzosen und Sachsen greifen unermüdlich die preußischen Schanzen an. Er sieht das Mädchen an und erklärt ihr, dass sich der Kampf wohl bald zugunsten der Franzosen wenden könnte, denn die Preußen werden bald ihre Munition verschossen haben!

Das Mädchen, Johanna Stegen war ihr Name, wandte sich um und rannte sofort zurück in die Stadt. Auf dem Weg zum Kalkberg hatte sie einen umgekippten Wagen entdeckt, der mit Fässern voller Patronen beladen war. Niemand hatte bisher die Munition aufgehoben, denn es ging ein allgemeines Gerücht herum, dass die Franzosen ihre Patronen vergiften würden. Als sie angekommen war, lud sie ihre Schürze voll und rannte so schnell sie konnte zum nördlichen Tor.

Johanna Stegen versorgt preußische Infanterie und Lüneburger Freiwillige mit Munition

Johanna Stegen versorgt preußische Infanterie und Lüneburger Freiwillige mit Munition

Die Entscheidung
Inzwischen ist der Kampf zu einem Handgemenge geworden. Als Johanna an die Stellung der Lüneburger und Preußen kommt , wird ihr barsch befohlen Schutz zu suchen. Als sie sich nicht fort bewegt und ein Offizier sieht, wie ihre Schürze voll beladen ist, fragte er, was sie so schwer tragen würde. Sie öffnet ihren Vorbinder und der Soldat schaut sie erstaunt an. Sofort lässt er seine Infanteristen die Patronen holen. Immer wieder rennt Johanna unter Gewehrfeuer zum Wagen und holt Munition. Ihre Kleider sind verschlissen und das Gesicht von Pulverdampf geschwärzt.

Inzwischen wird die Lage für General Morand immer misslicher. Bei seinem Einfall in die Stadt haben sich hinter seinem Rücken russische Kavalleristen formiert und greifen ihn nun an. Morand wird nun ein zweites Mal verwundet: diesmal schwer, er lebt, kann aber seine Soldaten nicht mehr führen. Major von Ehrenstein, ebenfalls wieder verwundet, diesmal ein Halsdurchschuss, übernimmt das Kommando.

Die Franzosen und Sachsen führten nun einen verzweifelten Kampf um Leben oder Tod. Als Johanna wieder einmal die Kugeln für ihre Soldaten bringt, springt plötzlich ein sächsischer Offizier durch die Schanze, hebt seinen Säbel und trachtet danach das Mädchen mit einem Hieb zu töten. Im letzten Moment springt aber ein Kosake dazwischen und tötet ihn.

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Es gibt keinen Ausweg mehr. Nur wenig später kapitulieren die Franzosen und Sachsen. Am selben Abend ist Lüneburg befreit. Drei Tage später erliegt General Morand seinen Wunden.

Nach der Schlacht kümmert sich Johanna um die Verwundeten beider Seiten. Als sie zu einem verletzten, sächsischen Sergeanten kommt, so die Legende, packt er sie an den Haaren und schlägt ihre Stirn mit voller Wucht gegen einen Türpfosten. Noch bevor eine Wache der taumelnden Johanna zur Hilfe kommt, schreit der Sachse heraus:

„Das ist die Canaille, auf die allein wir gestern 16 Mann unsere Patronen verschossen haben, ohne sie zu treffen, und um die unser braver Offizier sein Leben verlor, weil er sich verschworen hatte, sie niederzuhauen.“

Nachruf auf den 150. Geburtstag von Johanna Stegen (11. Januar 1943, Grevesmühlener Zeitung)

Nachruf auf den 150. Geburtstag von Johanna Stegen (11. Januar 1943, Grevesmühlener Zeitung)

Nachgang
Nach der Niederlage General Morands zogen die Truppen von Dörnberg ab und zwei Tage später, am 4. April 1813, erreichte ein 5000 Mann starkes französisches Korps Lüneburg um es wieder zu besetzen. Alle Waffen der Bürger wurden eingesammelt und zahlreiche angesehene Bürger verhaftet. Abermals wurde ein Standgericht angeordnet. Die Bürger sollten für ihre Aufmüpfigkeit teuer und mit ihrem Leben bezahlen.

Doch bevor es zu einer Verurteilung kam, erreichte die Besatzung ein Brief der feindlichen Truppen, der deutlich machte, dass für jeden getöteten Lüneburger eine Anzahl französischer Soldaten exekutiert werden würde. Am 9. April wurden die Bürger frei gelassen und die Franzosen zogen sich aus der Stadt zurück.

Doch wieder währte es nicht lange bis Lüneburg wieder unter französische Kontrolle kam. Am 27. April besetzten 6000 bis 7000 Soldaten unter dem Kommando von General Horace-François Sébastiani die Stadt. Sein Entschluss war eindeutig: „Cette occupation sera durable!“ Auf Johanna Stegen, inzwischen zum „Heldenmädchen von Lüneburg“ hoch stilisiert, wurde eine Kopfprämie ausgelobt. Daraufhin musste Johanna aus der Stadt fliehen und sich verstecken. Schließlich verließen die Franzosen am 17. September endgültig Lüneburg.

Johanna Stegen war ihr Leben lang eine hoch geachtete Frau. 1817, vier Jahre nach ihrer „Heldentat“, heiratete sie den Freiwilligen Jäger Hindersin. 1842 starb sie an Herzinsuffizienz, lebte aber in den Erinnerungen der Deutschen weiter:

Johanna Stegen – Friedrich Rückert (Ausgabe v. 1837)

Das Ehrengrab von Johanna Stegen in Berlin

Das Ehrengrab von Johanna Stegen in Berlin

In den Lüneburger Thoren
Ward ein seltner Kampf gesehn;
Daß der Kampf nicht gieng verloren,
Ist durch Mädchendienst geschehn

Bürger griffen zu den Waffen
Der Franzosen arge Brut,
Aus der Stadt hinauszuschaffen,
Weil sie drin gehaust nicht gut.

Wie sie gegenüber standen,
Schossen sie nun hin und her,
Bis die städt schen Schützen fanden
Ihre Taschen pulverleer.

Aber seht es ist ein Engel,
Unterwegs mit schnellem Fuß,
Zu ersetzen eure Mängel
Von des Feindes Ueberfluß.

Ein französcher Pulverwagen
Lag gestürzt an fernem Ort,
Und verstreut am Boden
lagen Haufen von Patronen dort.

Dieses ward ein Mädchen inne,
Die Johanna Stegen hieß,
Die es mit entschlossnem Sinne
Nicht zu nutzen unterließ.

In die aufgefaßte Schürze
Raffte sie behendlich ein,
Trug die köstlich theure Würze
Ihnen in das Glied hinein.

Schnell geleeret ward die Schürze,
Und verschossen auf den Feind,
Dem die eigne gute Würze
Uebel zu bekommen scheint.

Schnell geleeret war die Schürze,
Und Iohanna schnell zu Fuß
Wieder fort und in der Kürze
Wieder da mit Ueberfluß.

Ob auch mancher Schütze stürze
In der Nähe dort und da,
Immer mit der vollen Schürze
Ist Iohanna Stegen nah.

Wie auch dichter Kugelregen
Von dem Feinde rings geschah,
Immer ist Iohanna Stegen
Mit der vollen Schürze nah.

Und so ist zuletzt geschehen,
Was da zu vermuthen war,
Daß der Feind nicht länger stehen
Konnte vor der Bürgerschaar.

Denn sie sagen, jeder Iäger
War im Laden so geschwind,
Wie natürlich wo die Träger
Der Patronen Mädchen sind.

Und ein Schuß so gut geladen
Mußte treffen so ans Ziel,
Daß von jedem ohne Gnaden
Immer ein Franzose fiel.

Literatur

  • Bander (1839): Geschichte des Kriegs an der Nieder-Elbe im Jahre 1813. Lüneburg: Verlag von Herold und Wahlstab.
  • Erinnerungsbuch für Alle, die in den Jahren 1813, 1814, 1815 Theil genommen haben an dem heiligen Kampf um Selbständigkeit und Freiheit (1816). Halle/Berlin: Buchh. des Hallischen Waysenhauses.
  • Förster, Friedrich Christoph (1864): Geschichte der Befreiungs-Kriege, 1813, 1814, 1815. Berlin: Verlag von Gustav Hempel.
  • Gesammelte Gedichte von Friedrich Rückert (1837). Dritter Band. Erlangen: Carl Heyder Verlag.
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Wehrpflicht – Grundlage oder Hemmschuh einer leistungsfähigen Armee?

Die Wehrpflicht hat eine staatspolitische und eine sicherheitspolitische Seite. Erstere ist jedermann geläufig: Rechte sollen mit Pflichten verbunden sein, und alle Tauglichen dienen persönlich dem Schutz des Landes und seiner Bevölkerung. Der Anlass “Wehrpflicht – Grundlage oder Hemmschuh einer leistungsfähigen Armee?” der “Chance Schweiz – Arbeitskreis für Sicherheitsfragen” konzentrierte sich auf die sicherheitspolitische Bedeutung der Wehrpflicht. Verschafft die Wehrpflicht der Armee das richtige Personal? Welche Facetten wirken positiv, welche negativ? Verhält es sich für alle drei Armeeaufgaben Verteidigung, Unterstützung der zivilen Behörden und Friedensförderung gleich?

Das was die Schweizer Armee ausmacht: der Bürger in UniformDivisionär Hans-Peter Walser, Chef des Armeestabs, erläuterte in seinem Referat, dass sich das Wehrmodell wie auch die Finanzierung einer Armee aus den möglichen Einsätzen ableiten muss. Diese Einsätze wiederum ergeben sich aus den Bedrohungen und Gefahren, welche im “Sicherheitspolitischen Bericht 2010” klar definiert sind. Zu den direkten Bedrohungen gehören unter anderem Natur- und zivilisationsbedingte Katastrophen, gewalttätiger Extremismus, Terrorismus oder gar ein militärischer Angriff. Auch wenn ein militärischer Angriff der Schweiz für die nächsten 10 Jahre als unwahrscheinlich betrachtet werden kann, muss die Armee trotzdem ihre klassische Verteidigungskompetenz erhalten, da diese nicht in kürzester Zeit wieder erlangen werden kann. Angesichts der Staatsschuldenkrise im Euroraum kann eine stabile, wirtschaftlich prosperierende Europäische Union nicht als in Stein gemeisselt angenommen werden. Der luxemburgische Premierminister und frühere Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker sieht auffällige Parallelen zum Jahr 1913:

[...] wer glaubt, dass sich die ewige Frage von Krieg und Frieden in Europa nie mehr stellt, könnte sich gewaltig irren. Die Dämonen sind nicht weg, sie schlafen nur, wie die Kriege in Bosnien und im Kosovo gezeigt haben. Mich frappiert die Erkenntnis, wie sehr sich die europäischen Verhältnisse im Jahr 2013 denen von vor 100 Jahren ähneln. [...] Viele haben im Jahr 1913 gedacht, es werde in Europa nie mehr Krieg geben. Die großen Mächte des Kontinents waren wirtschaftlich derart eng verflochten, dass die Auffassung weitverbreitet war, sie könnten sich militärische Auseinandersetzungen überhaupt nicht mehr leisten. Vor allem in West- und Nordeuropa herrschte eine satte Selbstzufriedenheit, die davon ausging, der Friede sei auf ewig gesichert. — Jean-Claude Juncker in Christoph Schult und Michael Sauga, “Die Dämonen schlafen nur“, Spiegel, 11.03.2013.

Mit dem “Sicherheitspolitsichen Bericht 2010″ identifizierte der Bundesrat eine stärkere Bedrohung der Schweiz durch nichtstaatliche Gruppierungen in Verbindung mit Terrorismus und Proliferation. Momentan ist die Schweiz zwar nicht direkt gefährdet, wird jedoch von Terror-Organisationen als Rückzugsgebiet und Umschlagsplatz missbraucht. Anders sieht dies bei den natur- und zivilisationsbedingte Katastrophen und Notlagen aus: durch den Klimawandel werden sie an Häufigkeit und Stärke zunehmen und eine Gefahr für Teile der Schweiz darstellen. Solche Ereignisse, welche zur Bewältigung die zivilen Behörden überfordern, stellen demnach auch die wahrscheinlichsten Einsätze für die Armee dar. Ausgerechnet diese Einsätze fordern von der Armee – der einzigen strategischen Reserve auf Bundesebene – eine hohe Bereitschaft. Mit der Wehrpflicht kann die Armee dieser Anforderungen gerecht werden. Doch bereits mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA) wird die Armee in diesem Punkt geschwächt werden. Mit der Verringerung der Anzahl Bataillone und mit der Reduktion der Dauer der Wiederholungskurs von 3 auf 2 Wochen, kann nicht mehr sichergestellt werden, dass wie bis anhin permanent ein Bataillone während des Jahres im Dienst steht. Deshalb wird mit der WEA – ähnlich wie in der Armee 61 – eine Miliz mit erhöhter Bereitschaft (rund 6’000 AdA) und ein rasches Mobilisierungssystem einführen. Sollte die von der “Gruppe für eine Schweiz ohne Armee” (GSoA) initiierte eidgenössische Volksinitiative “Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht” angenommen werden, so würde die daraus resultierende Freiwilligenmiliz kaum die für die Aufgaben der Armee benötigte Anzahl Freiwilligen zusammenbringen.

Bedrohungen und Gefahren vereinfacht in einer Übersicht des Berichtes "Die Bedeutung der Armee für die Schweiz"

Bedrohungen und Gefahren vereinfacht in einer Übersicht des Berichtes “Die Bedeutung der Armee für die Schweiz”

Gemäss der Studie “Die Bedeutung der Armee für die Schweiz” betragen die momentanen Vollkosten der Schweizer Armee 6,2-6,4 Mrd. CHF, die sich folgendermassen aufteilen:

4,3 Mrd. CHF budgetäre Ausgaben für die militärische Landesverteidigung, 1,0-1,1 Mrd. CHF für staatliche Zusatzausgaben (insbesondere Mieten und Pachten an armasuisse Immobilien, Kosten für die Militärversicherung, Armeekosten der Gemeinden und Kantone) [und] 0,9-1,0 Mrd. CHF Ausgaben der Privatwirtschaft (staatlicher Erwerbsersatz und private Lohnfortzahlungen). Hinzu kommen volkswirtschaftliche Kosten in Form von Wertschöpfungsverlusten durch Abwesenheiten am Arbeitsplatz in der Höhe von 0,8-1,0 Mrd. CHF. [...] Im internationalen Vergleich liegen die Kosten, gemessen als Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP), im unteren Bereich. Die Miliz als Wehrform erlaubt es, dem Staat die laufenden Kosten in der Grundbereitschaft verhältnismässig niedrig zu halten, und ermöglicht dennoch eine rasche Skalierung als Reaktion auf spezifische Gefahren und Bedrohungen. Zum Erlangen dieser Flexibilität werden in zahlreichen Ländern ein Teil der Kosten der Armee externalisiert. — Marco Netzer, Bruno Basler et. al., “Die Bedeutung der Armee für die Schweiz“, Milizkommission C VBS, August 2012, p. 10f.

Doch die Armee produziert nicht nur Kosten, sondern auch einen quantifizierbaren Nutzen von ca. 1,0-1,2 Mrd. CHF. Dazu gehören Leistungen, die ohne die Armee anderweitig und teilweise teurer erbracht werden müssten. Ausserdem produziert die Schweizer Armee zusätzlich 0,3-0,4 Mrd. CHF Produktivitätssteigerung der einzelnen Angehörigen der Armee durch die militärische Grundausbildung (entlöhnter Mehrwert der Arbeit), 1,4 Mrd. CHF Lohnzahlungen der Armee sowie armeenaher Bundesinstitutionen, die zurück in die Volkswirtschaft fliessen, 2,5 Mrd. CHF inländisches Auftragsvolumen (Produktions- und Dienstleistungsaufträge), die durch die Armee in der Schweizer Volkswirtschaft generiert werden sowie 0,4 Mrd. CHF Aufträge der Armee ins Ausland, die mittels Offset-Geschäften in der Schweiz binnenwirksam werden (Quelle: Marco Netzer, Bruno Basler et. al., ““Die Bedeutung der Armee für die Schweiz“, Milizkommission C VBS, August 2012, p. 8f.). ei dieser Auflistung ist die eigentliche Existenzberechtigung der Armee noch nicht einmal erwähnt: der Nutzen bei ausserordentlichen Lagen, wie beispielsweise bei der Katastrophenhilfe, bei subsidiären Sicherungseinsätzen oder bei der klassischen Landesverteidigung. Unter dem Strich bleiben demnach rund 1,5 Mrd CHF, die als Versicherungsprämie für unsichere Zeiten in die Schweizer Armee investiert wird.

Ob zu den selben Kosten eine vergleichbare Freiwilligenmiliz zu bewerkstelligen wäre, ist zweifelhaft. Die Erfahrungen mit der Rekrutierung von geeigneten Freiwilligen im Ausland zeigen, dass kaum genügend Personal gefunden werden kann. Dementsprechende Anreize müssten also für die notwendige Alimentierung der Freiwilligenmiliz finanziert werden, was die Kosten einer Freiwilligenmiliz steigen lässt. Würden mit einer relativ grossen Wahrscheinlichkeit nicht genügend Freiwillige gefunden werden, so müsste die Schweiz mit einer dementsprechenden Änderung der Bundesverfassung eine Berufsarmee bilden, bei der 10’000 Angehörige rund 1 Milliarde SFr (reine Personalkosten ohne Infrastrukturkosten) kosten würden. Zusammenfassend kann deshalb festgehalten werden, dass die Wehrpflicht für die Schweiz das richtige System darstellt, um mit einem verhältnismässigen Aufwand, mit dem Einbezug des hohen Know-Hows aus dem Zivilen, mit der Alimentierungs des Sollbestandes die Aufgaben der Schweizer Armee, welche durch Bedrohungen und Gefahren definiert werden, möglichst kostengünstig und flexibel zu erfüllen. Bezüglich der Finanzierung der kommenden Armee (WEA) bedeutet die Unterschreitung der vom Parlament am 29.09.2011 zugesicherten 5 Mrd. CHF, eine Reduktion der Bereitschaft sowie die quantitative und qualitative Verringerung der materiellen Ausrüstung.

Wer wird sich freiwillig zum Militärdienst melden? Auf dem Bild sind deutsche Soldaten (mit teilweise auffälligen Tattoos) auf der deutschen Fregatte "Schleswig-Holstein" im Einsatz ATALANTA zu sehen (23.06.2010, Djibouti).

Wer wird sich freiwillig zum Militärdienst melden? Auf dem Bild sind deutsche Soldaten (mit teilweise auffälligen Tattoos) auf der deutschen Fregatte “Schleswig-Holstein” im Einsatz ATALANTA zu sehen (23.06.2010, Djibouti).

Prof. Dr. Franz Kernic, Leiter der Dozentur Führung und Kommunikation an der Militärakademie an der ETH Zürich erläuterte zwei unterschiedliche Wehrsysteme anhand von Schweden und Österreich. Ein direkter Vergleich verschiedener Wehsysteme hält er jedoch für problematisch, denn das politische System eines Staates und dessen Wehrsystem hängen miteinander zusammen. Otto Hintze stellte 1906 fest: “Alle Staatsverfassung ist ursprünglich Kriegsverfassung, Heeresverfassung” (zitiert in Nina Leonhard und Ines-Jacqueline Werkner, “Militärsoziologie – Eine Einführung“, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012, p. 184). Theodor Heuss nannte die Wehrpflicht gar “das legitime Kind der Demokratie” (Ibid, p. 183).

Die oft gehörte Behauptung, dass die Wehrpflicht in Europa abgeschafft wurde, ist falsch. Die meisten europäischen Staaten haben die Wehrpflicht ausgesetzt und können sie in Krisenzeiten wieder in Kraft setzen. Beispielsweise wurde in Schweden im Jahre 2009 die Wehrpflicht ausgesetzt, es existiert jedoch immer noch eine Verteidigungspflicht für Männer und Frauen. Im Rahmen der Transformation von einer Wehrpflichtsarmee in eine Berufsarmee reduzierte Schweden seinen Bestand von 47.000 Mann (2007; davon sind ca. 11.000 Berufsoffiziere; Gesamtkosten rund 6 Mrd. CHF) auf rund 11’250 Aktive (ohne Home Guard) bei einem Budget von rund 5 Mrd. CHF (Quelle: “Sweden“, European Defence Information). Gemäss Kernic finden die Schweden in bestimmten Bereichen, beispielsweise bei der Offiziers-Ausbildung, genügend Freiwillige. Doch insbesondere bei den tieferen Rängen können die benötigte Anzahl Freiwillige bei weitem nicht erreicht werden (und das bei einer Arbeitslosenquote von rund 8% und einer Jugendarbeitslosigkeit von 24,7% im April 2013). Von 4’700 benötigten Armeeangehörigen nach der Aussetzung der Wehrpflicht konnten 873 gefunden werden. Insbesondere ist es schwierig die richtigen Leute mit dem notwendigen technische Know-How und der ausreichenden Sozialkompetenz zu finden. Viele Freiwillige sind nicht diensttauglich, abenteuergeil oder extremistisch veranlagt. Dazu kommt eine Ausstiegsquote von rund 19%.

Ein schwedischer Kampfpanzer in Darzab, Qush Tepa im Norden Afghanistans.

Ein schwedischer Kampfpanzer in Darzab, Qush Tepa im Norden Afghanistans.

Mit einer Volksbefragung sprach sich Österreich am 20. Januar 2013 mit 59,7% (Wahlbeteiligung: 52,4%) für eine Wehrpflichtsarmee und gegen eine reine Berufsarmee aus. Diese Zustimmung ist jedoch weniger auf die militärischen Notwendigkeiten, sondern mehr auf die 13’000 Wehrsatzdienstleistenden zurückzuführen. Das österreichische Bundesheer erhält durch die Wehrpflicht genügen Nachwuchs, auch wenn es an den qualitativen Fähigkeiten manchmal etwas mangle. Auch hier ist es notwendig die Atraktivität des Grundwehrdienstes zu steigern, wenn eine grössere Abwanderung zum Wehrersatzdienst verhindert werden möchte. Ausserdem kämpft die österreichische Bundeswehr mit dem Beamtenstatus ihrer Angestellten, welcher eine vorzeitige Kündigung verunmöglicht, und dem hohen Pensionierungsalter von 65 Jahren. Dies führt dazu, dass eine erhebliche Anzahl der Berufsmilitär nicht eingesetzt aber auch nicht Frühpensioniert werden können. Sowohl in der Volksbefragung in Österreich wie auch in der Abschaffung der Wehrpflicht in Schweden stellte das Thema der Wehrgerechtigkeit kein entscheidendes Argument dar (auch wenn beispielsweise in Schweden nur nach 17% der Wehrpflichtigen tatsächlich Militärdienst leistete).

Gemäss Oberst i Gst Fredy Keller, Kommandant SWISSINT kann sich die SWISSINT nur dank der Wehrpflicht auf ein breit abgestütztes Rekrutierungspotential abstützen. In der Friedensförderung sind rund 280 freiwillige Armeeangehörige in rund 100 verschiedenen Funktionen eingesetzt. Das notwendige Know-How für diese Funktionen bringen diese Armeeangehörige vielfach aus dem Zivilen mit, verfügen jedoch in 90% der Fälle über eine militärische Grundausbildung. Trotzdem muss die SWISSINT aktiv und intensiv Personal rekrutieren um die notwendige Anzahl Armeeangehörige mit der geforderten technischen und sozialen Kompetenz zu finden. Von 1’600 Interessenten bleiben schliesslich 160 Personen für einen friedensfördernden Auslandeinsatz übrig. Ohne Wehrpflicht würde es für die SWISSINT schwierig werden, dieses Personal erfolgreich zu rekrutieren.

Eine der wahrscheinlichsten Einsätze der Schweizer Armee: subsidiäre Sicherungseinsätze - hier im Rahmen des WEF 2013.

Eine der wahrscheinlichsten Einsätze der Schweizer Armee: subsidiäre Sicherungseinsätze – hier im Rahmen des WEF 2013.

Andi Moschin, Chef Chef Operationen und Prävention der Stadtpolizei Zürich, erläutert, dass die Polizei sehr schnell auf die subsidiäre Unterstützung der Armee zurückgreifen muss. Der Zivilschutz kann dabei keine Alternative bieten, weil die Zivilschutzpflichtigen für subsidiäre Sicherungseinsätze nicht über die von der Polizei verlangten Fähigkeiten verfügen. Die Zusammenarbeit der Stadt Zürich mit Einheiten aus der Armee ist zwar erfolgreich, jedoch nicht immer ohne Probleme. Das Verhalten der Stadtpolizei wird durch die Medien und Politiker sehr kritisch beobachtet und sehr schnell medial bzw. politisch ausgeschlachtet. Bei einem subsidiären Sicherungseinsatz befinden sich die Armeeangehörigen in einem sehr sensitiven Umfeld, bei dem jedes kleine Fehlverhalten grosse Konsequenzen haben kann. Wegen der polizeilichen Ausbildung klappt die Zusammenarbeit mit der Militärpolizei hervorragend, ebenfalls mit der Luftwaffe. Auch mit den Durchdienern wurden gute Erfahrungen gemacht – hier verursacht die Zusammenarbeit für die Polizei jedoch einen verhältnismässig hohen Aufwand bei der einsatzbezogenen Ausbildung. Bei WK-Formationen waren Motivation und Disziplin höchst unterschiedlich. Ausserdem liegt es auf der Hand, dass ein durchschnittlicher Milizsoldat nicht innerhalb kürzester Zeit auf das Niveau eines ausgebildeten Polizisten gebracht werden kann. Der grösste positive Punkt der Wehrpflicht bei subsidiären Sicherungseinsätzen liegt in der demokratischen Kontrolle. Moschin zweifelt, dass mit einer Freiwilligenmiliz der für subsidiäre Sicherungseinsätze notwendige Armeebestand alimentiert werden kann. Wie so zukünftige Grossereignisse bewältigt werden sollen, ist unklar.

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Vom Freitag, 27. September bis zum Samstag, 28. September 2013 wird die “Chance Schweiz – Arbeitskreis für Sicherheitsfragen” ein Herbstseminar zum Thema “Welche Armee für welche Sicherheitspolitik” im Armeeausbildungszentrum Luzern durchführen. Das Eröffnungsreferat wird von General aD Dr. Klaus Naumann, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr gehalten. Das Ziel der Tagung ist, den Wandel der äusseren und inneren sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen, ihre zunehmende Vernetzung und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Aufgaben und die Struktur der europäischen Streitkräfte vergleichend mit Parlamentariern, Fachreferenten und Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu diskutieren und zu analysieren. Dabei sollen die Eigenheiten und Verschiedenheiten der beteiligten Nationen dargelegt werden. Details und Anmeldetalon für diese Herbstseminar werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der Website der Chance Schweiz und natürlich auch hier auf offiziere.ch bekannt gegeben.

Engagiert, reflektiert, differenziert – das ist die Stossrichtung von “Chance Schweiz – Arbeitskreis für Sicherheitsfragen”. Wir sind nicht allein der Tagespolitik verpflichtet, sondern wollen mit einer langfristigen Perspektive aktuelle Reformprozesse begleiten und fördern, und – wo nötig – auch dazu ermuntern. Dabei bringen wir eine ganzheitliche Sicht von Sicherheitspolitik ein.

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The Pakistani Godfather: The Inter-Services Intelligence and the Afghan Taliban 1994-2010 (1/4)

by Adrian Hänni and Lukas Hegi.

A U.S. soldier arrives to the scene where a suicide car bomber attacked a NATO convoy in Kabul, Afghanistan, Thursday, May 16, 2013. A Muslim militant group, Hizb-e-Islami, claimed responsibility for the early morning attack, killing many in the explosion and wounding tens, police and hospital officials said. The powerful explosion rattled buildings on the other side of Kabul and sent a pillar of white smoke into the sky in the city's east (Photo: AP/Anja Niedringhaus).

A U.S. soldier arrives to the scene where a suicide car bomber attacked a NATO convoy in Kabul, Afghanistan, Thursday, May 16, 2013. A Muslim militant group, Hizb-e-Islami, claimed responsibility for the early morning attack, killing many in the explosion and wounding tens, police and hospital officials said. The powerful explosion rattled buildings on the other side of Kabul and sent a pillar of white smoke into the sky in the city’s east (Photo: AP/Anja Niedringhaus).

Alongside the Americans, Pakistan plays a key role in the “war against terrorism” and against the insurgents in Afghanistan. The country receives huge financial and military aid. Nevertheless, this support could not improve the situation in Afghanistan. Quite to the contrary: The Taliban are stronger than ever. At any time, they can strike almost anywhere in Afghanistan. Therefore, the question is whether the money just evaporates ineffectively in a mire of corruption and inefficient administration, or whether Pakistan is playing a double game with its allies, thereby systematically aggravating the instability in its neighbouring state in order to protect its own interests.

The aim of the present study is to gather facts and disclose links that demonstrate the kind of game the Pakistani government is playing with the West, with its intelligence service “Inter-Services Intelligence” (ISI) supporting the Taliban on a grand scale. It also demonstrates the naivety of a superpower that allows an alleged ally to receive billions of dollars, with which Pakistan amongst other things financed groups that kill American soldiers almost on a daily basis. It also uses the money to expand its control over the insurgents in Afghanistan and undermines initiatives for a peaceful solution to the conflict.

After a historical summary highlighting the close connection between the Pakistani intelligence agency ISI with the Taliban since their emergence in the mid-90s (in part one, two and three), the arrest of an influential Taliban leader is used as an example to demonstrate the effrontery with which the Pakistanis are playing their game (in part four). The rivalry with its neighbour, India, and the consequent desire for strategic depth as well as the political goal to control the Pashtun tribal areas emerge as constant strategic guidelines.

The Taliban: From Their Emergence to Their Coming Into Power In Kabul (1994-1996)
When the Taliban first arrived to Southern Afghanistan in November 1994, their ideology fell on fertile soil. More than 15 years of war had left their mark on the country. The constant interference of foreign powers proved to be particularly fatal. Specifically, the unequal treatment during the resistance against the Soviet occupation (1979-1989) had increased the mistrust among the tribes and ethnic groups. The United States and Saudi Arabia, amongst others, had given around ten billion dollars of subsidies to the Mujahedeen in Afghanistan during the Soviet occupation. These funds were distributed with the help of Pakistan’s Inter-Services Intelligence (ISI). Founded in 1948, ISI is a military secret service of Pakistan. The exact number of employees is not known but it is estimated to be at least 25,000. There are a further 30,000 serving as informants or performing similar tasks. De jure, the ISI is subordinate to the Prime Minister, but de facto it is the Chief of Staff of the Army that the ISI reports to and from whom it receives its orders. The ISI, which is often referred to as a state within a state partially going about its own foreign policy, is undoubtedly the most powerful and most politicised of the Pakistani intelligence agencies (to see a detailed portrayal of the ISI: Ishtiaq Ahmed, “The Pakistan Inter-Services Intelligence: A Profile“, ISAS Insights, No. 35, 15.08.2008). The ISI preferred the Pashtun tribes around Peshawar. They were therefore systematically given preferential treatment in the distribution of weapons and money by the Americans. Conversely, Pakistan regarded the south of Afghanistan around Kandahar as backward and the Durrani Pashtuns dominating the area at the time as untrustworthy (Ahmed Rashid, “Taliban: Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad“, 2002, p. 56).

The clashes between various factions and warlords in late 1994 had led to the disappearance of the old and more moderate leadership, and thus left room for the Taliban extremists (Rashid, p. 58). The whole country was divided among various warlords, forming and dissolving alliances as they pleased. In order to finance their war, the warlords exploited the population, cut down almost all forests and sold anything that wasn’t nailed down. The on-going insecurity in turn called the truck mafia into action, which was operating from the Pakistani city of Quetta and from Kandahar. The fragmentation of the southern Afghan territory by many local warlords led to a serious restriction of their activities (Rashid, p. 62).

Gulbuddin Hekmatyar (center) passes in front of an honor guard in the Afghan capital of Kabul, Afghanistan, after being sworn in as prime minister, June 26, 1996, ending four years of bitter fighting among U.S. backed rebels who took control of Kabul from the communist regime. Hekmatyar today is a U.S.-declared terrorist in hiding fighting international forces in Afghanistan. His representatives have opened talks with President Hamid Karzai’s political opponents, as well as Karzai.

Gulbuddin Hekmatyar (center) passes in front of an honor guard in the Afghan capital of Kabul, Afghanistan, after being sworn in as prime minister, June 26, 1996, ending four years of bitter fighting among U.S. backed rebels who took control of Kabul from the communist regime. Hekmatyar today is a U.S.-declared terrorist in hiding fighting international forces in Afghanistan. His representatives have opened talks with President Hamid Karzai’s political opponents, as well as Karzai.

Although the exact origin of the Taliban movement is controversial and shrouded in myth, we can be certain that the above-mentioned situation – lawlessness and lack of leadership – has paved the way for this radical movement. The Taliban initially had to manage without the support of the ISI, which at that time was backing Hekmatyar’s Hizb-i Islami. However, in 1994, the defeat and the loss of prestige of Hekmatyar was becoming apparent, and Pakistan began to look for a new proxy. Then there was the desire of the new Pakistani Prime Minister, Benazir Bhutto, to open a trade route to Central Asia as quickly as possible. Because of the fighting around the capital, the northern route via Kabul to Mazar-i-Sharif and on to Uzbekistan was impassable. Therefore, the idea to open ​​the route via the southern part of the ring road from Quetta via Kandahar to Herat and on to Ashgabat established itself. The plan aroused the suspicions of the local princes, who feared Pakistan might be preparing a military invasion of the eastern neighbours (Rashid, p. 69).

The first battle between Taliban and Hekmatyar fighters began in mid-October 1994. At Spin Baldak on the Afghan-Pakistani border, the Taliban overran a garrison of Hekmatyar. With the consent of Pakistan they then conquered a vast weapons and ammunition depot, built by the ISI (Rashid, p. 71 and Anthony Davis, “How the Taliban became a Military Force” in William Maley (Ed.), “Fundamentalism reborn? Afghanistan and the Taliban“, London: NYU Press, 1998, 43ff). Consequently, the Taliban were able to continue fighting for quite some time. In addition, the Pakistanis had the opportunity to hide their support for the Taliban (Davis, 46). This action can still be viewed as merely tolerated by Pakistan, but anything that happened after November 3rd must be considered active help. On this day, Taliban marched out at the request of the Pakistani to free a convoy detained by southern Afghan warlords. Shortly thereafter, they went on to take Kandahar. Already at that time, foreign diplomats were speculating that the Taliban were operating with the covert support of Pakistan (“Developments in Afghanistan“, Memo to Ron McMullen, U.S. Department of State, 05.12.1994). At the same time, the Pakistani Interior Minister Nasrullah Babar boasted the success of “his boys” (Rashid, p. 73; English translation by the authors). However, the Taliban continued to try to demonstrate their independence and to resist the Pakistani influence.

While to many the origins of the Taliban still appeared mysterious, by the end of year, some sources were “concerned that the GOP [Government of Pakistan] (ISI) is deeply involved in the Taliban takeover in Kandahar and Qalat.” (Memo to Ron McMullen). The same source also expressed concern that the influence of the unpopular Pakistanis in the south could further destabilise the country and sooner or later lead to an Afghan-Pakistani conflict. Meanwhile, the Taliban continued their conquest of Afghanistan and marched north.

Pakistan was still putting its eggs into two baskets: On the one hand there were the Taliban, who had contributed to the opening of smuggling routes in the south, and on the other hand there was Hekmatyar and his Hizb-i Islami, who were exerting pressure on the government in Kabul. Whether it was a double game of the ISI, or whether the simultaneous support of both Afghan factions rather represents a power struggle between the civilian government of Benazir Bhutto and the ISI is unclear. According to Jason Burke, a confrontation between the civilian and military leadership of the country was at the origin of the support for the Taliban (Cf: Jason Burke, “Al-Qaeda: The True Story of Radical Islam“, London: I.B. Tauris, 2004, 125-126). The same assessment has been given by a report by Human Rights Watch in 2001: “The subsequent shift to the Taliban also reflected changes in Pakistan’s domestic politics. Newly elected in 1993 Prime Minister Benazir Bhutto sought to move away from Hikmatyar and the ISI and find new ways to open trade routes in Central Asia.” (Human Rights Watch, “Afghanistan: Crisis of Impunity“, July 2001, 24). This would imply that the support for the Taliban came firstly from the Home Office and its director Nasrullah Babar, while the ISI and the army still supported Hekmatyar, who was, however, involved in a gruelling two-front war. In mid-February the Taliban coming from the south had taken over his headquarters. They opened the roads to Kabul and made possible the supply of the city after the long siege. Thus, the Taliban gained great sympathy among the population, but also satisfied a key demand of the transport mafia (Rashid, p. 79).

An aerial view of Spin Boldak, Afghanistan, taken from a Blackhawk helicopter, April 4, 2011. Spin Boldak sits near the Afghanistan-Pakistan border in southern Kandahar province. (Photo: Spc. Jonathan W. Thomas, 16th Mobile Public Affairs Detachment).

An aerial view of Spin Boldak, Afghanistan, taken from a Blackhawk helicopter, April 4, 2011. Spin Boldak sits near the Afghanistan-Pakistan border in southern Kandahar province. (Photo: Spc. Jonathan W. Thomas, 16th Mobile Public Affairs Detachment).

After Hekmatyar and his Hizb-i-Islami had been the crown prince of the ISI for a long time and had enjoyed generous support, the relationship between Pakistan and the Taliban in early 1995 changed radically: “[a]t around this time the weight of opinion within the upper echelons of the ISI – (…) – now began to swing towards the Taliban. While in late 1994 Babar appears to have been the leading voice in the Islamabad establishment propounding the student’s cause, by January the ISI was taking a growing interest.” (Davis, 52-53). During that time, Taliban warfare also changed dramatically. This may reflect the fact that the former Afghan Defence Minister Lieutenant General Shahnawaz Tanai was reactivating his still existing network of connections to other officers of the communist regime for the cause of the Taliban. “None of this could have been done without permission, if not active encouragement, from the ISI itself.” (Davis, 54. Tanai had been a general in the Afghan army and Defence Minister during the Soviet occupation. In 1990 he organized a coup with the help of Gulbuddin Hekmatyar, but failed. Tanai then fled to Hekmatyar in Pakistan, where he is supposed to have settled to this day. Pakistan was also allegedly implicated in this coup. For instance, Benazir Bhutto had called upon the country to assist Tanai.)

After their rapid initial successes, in the first half of 1995 the Taliban suffered some heavy defeats. Ahmed Shah Massoud and his fighters drove them from the area in front of Kabul, and in the West, they had to desist from their attacks on Herat, after Ismael Khan had received support from Massoud, who had had the Taliban bombarded for several days. However, a poorly planned offensive of Khan against the weakened Taliban ended in a disastrous defeat and the final loss of Herat. The defeat, however, seems not only to have been due to poor planning. Western intelligence services suspected “infusions of well-trained re-inforcement and new weapons – now supported by a functioning logistics machine” (Davis, 61). Following this, riots broke out in Kabul. A mob attacked the Pakistani embassy and killed an employee. Thus the relations between the two countries hit rock bottom. Afghan President Burhanuddin Rabbani accused Pakistan openly of trying to oust him with help of the Taliban (Rashid, p. 79; cf also: “Letter of GOP PERMREP to SYG on Afghanistan“, Cable from U.S. Mission USUN New York to RUEHC/Secretary of State, 01.11.1995). The Pakistanis were not very cautious and openly admitted to supporting the Taliban in front of the Americans. The Pakistani ambassador defended himself saying “that in the wake of last months’ sacking of the Pak embassy in Kabul, GOP Afghan policy has been increasingly driven by intense domestic opposition towards Afghanistan.” (“Pakistan Afghan Policy: Anyone but Rabbani/Masood – Even the Taliban“, Cable from U.S. Embassy Islamabad to Secretary of State, U.S. Department of State, October 1995, 2).

In March 1996, Pashtun scholars came together for a large gathering. The discussions on the future of Afghanistan “were conducted in strictest secrecy, and all foreigners were expelled from Kandahar for this time. Pakistani officials, however, were present to monitor the Shura, including Qazi Humayun, Pakistan’s ambassador in Kabul, and several ISI officials, including Colonel Imam, Pakistan’s consul general in Herat.” (Rashid, p. 91, English translation by the authors; on the role of Colonel Imam in the establishment of the Taliban, cf. also: Carlotta Gall, “Former Pakistani Officer Embodies a Policy Puzzle“, New York Times, 03.03.2010). The meeting had been convened as a result of the stalemate between the Afghan factions. Rabbani’s position had been consolidated and his prestige abroad increased. Consequently, Pakistan tried to forge an alliance against Rabbani with Hekmatyar, the warlord Rashid Dostum and the leaders of the Jalalabad Shura, but this was categorically rejected by the Taliban (Rashid, p. 94). The regional powers feared the consequences of Afghanistan dominated by the Islamist Taliban and gave massive support to Rabbani and Massoud. In return, Pakistan and Saudi Arabia increased their support for the Taliban (Rashid, p. 96).

Ahmad Shah Massoud at his military headquarters in Charikar. Massoud's mujahideen forces are fighting the Taliban to the north of Kabul. (Photo: Patrick Robert/Sygma/Corbis).

Ahmad Shah Massoud at his military headquarters in Charikar. Massoud’s mujahideen forces are fighting the Taliban to the north of Kabul. (Photo: Patrick Robert/Sygma/Corbis).

True to the motto “the enemy of my enemy is my friend”, Bhutto even tried to convince the U.S., which had an interest in curbing Iran, to support the Taliban. The United States declined, but the Taliban also refused to continue cooperating with other warlords (Rashid, p. 97). Yet the Taliban managed to convince Pakistan and Saudi Arabia to support them again. Riyadh and Islamabad had reached an agreement with them. In late September, the Taliban led a surprise attack on Jalalabad and overran it. At the same time, Pakistan let hundreds of gunmen enter unmolested across the borders into Afghanistan. The Taliban lost no time and continued their advance towards the capital from an easterly direction. A month after the attack on Jalalabad the first pickups with Taliban had already reached the streets of Kabul. The pro-government troops fled and Massoud also ordered a retreat for his troops. One of the first acts of the Taliban in Kabul was the execution of former President Mohammad Najibullah, whose battered body they then put on display in the streets of Kabul.

Taking Kabul didn’t mean the end of the war. The formerly warring warlords pulled together to form a new Alliance to defend Afghanistan against the Taliban. Massoud decided to make a full-scale attack on the scattered Taliban forces and advanced as far as Bagram. The success of the Taliban seemed seriously threatened. As a consequence, Pakistan again let thousands of ‘volunteers’ cross the border area of Pakistan into Afghanistan to fight for the Taliban. This enabled the militia of Mullah Omar to launch a new offensive and recover the lost territories (Rashid, p. 108f).

The way was paved for the Taliban, and the prevailing lawlessness and lack of leadership since the departure of the Soviets have certainly increased their acceptance in parts of the population. However, their success is down to more than just this. In addition to these pull factors a number of push factors have played their part. This includes logistics, enabling the Taliban to carry out their operations equipped with enough weapons and ammunition. They also had enough fighters as new religious students from the Pakistani madrassas could enter the country unimpeded at all times (Human Rights Watch, 23). Furthermore, indoctrination and training played a crucial role. The Taliban broke up the deadlock with mobile warfare and relatively quickly caused large shifts in territorial ownership. Mobile warfare was made possible because the Taliban had large numbers of vehicles (mainly white Toyota pick-ups) and sufficient communication infrastructure available. This included a mobile communications network and a wireless network for the Taliban leaders, both of which had been set up by Pakistan. Moreover, Pakistan had roads, the Kandahar Airfield and fighter jets for the Taliban repaired (Human Rights Watch, 23). They could also benefit from the experience of former officers of the communist army. These had been reactivated through the network of former Defence Minister Tanai, who had found refuge in Pakistan after a failed coup against Najibullah, which had most likely been supported by Pakistan in the first place. But corruption and the effects of money are also not to be underestimated. Many field commanders quite simply let themselves be bought. In any case, the substantial backing from Pakistan has significantly promoted the rapid advance and the takeover of Kabul by the Taliban.

Map of the situation in Afghanistan in 1996: Ahmad Shah Massoud (red), Abdul Rashid Dostum (green) and Taliban (yellow) territories.

Map of the situation in Afghanistan in 1996: Ahmad Shah Massoud (red), Abdul Rashid Dostum (green) and Taliban (yellow) territories.

Part 2 continues with the Taliban in Power in Kabul (1996-2001) – online in a few weeks.

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Ist Russlands Marinepräsenz im Mittelmeer eine Gefahr?

von Felix F. Seidler. Felix F. Seidler ist freier Mitarbeiter am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität in Kiel und Administrator von Seidlers Sicherheitspolitik. Dieser Artikel wurde dort als erstes veröffentlicht.

Vor Syrien wächst Russlands Marinepräsenz. Stellt das eine Gefahr dar? Was ist die Motivation Moskaus und welche Folgen hat dieser Einsatz? Fakt ist, die russischen Signale sprechen eine eindeutige Sprache.

Der russische Zerstörer Admiral Panteleyev

Der russische Zerstörer Admiral Panteleyev

Eindeutiges politisches Signal
Die Russen kündigen seit Jahren viel an. Einmal wollten sie ihren Ex-Stützpunkt in Vietnam wieder eröffnen, dann von Venezuela aus öfter eine Präsenz in der Karibik unterhalten. Schließlich ist immer wieder vom Bau neuer großer, nukleargetriebener Flugzeugträger in Russland die Rede, ohne dass bisher irgendwas auf Kiel gelegt worden wäre. Also Vorsicht mit Meldungen aus Russland. Nichtsdestotrotz ist die russische Marinepräsenz im Mittelmeer eine prägnante Demonstration politischen Willens. Die Größe der russischen Task Force symbolisiert mehr als eine bloße Routinepräsenz:

On May 16, Russian Pacific fleet warships including a destroyer and two amphibious warfare ships entered the Mediterranean through the Suez Canal to reinforce Russia’s new “Mediterranean taskforce.” The taskforce already consists of vessels from Northern, Baltic, and the Black Sea Fleets, divided into several tactical groups – attack, antisubmarine and minesweeping.” (Quelle: Niklas Anzinger, “Eastern Mediterranean: New Cold War front? (American Enterprise Institute, 17.05.2013).

Das Signal an Assad aus Moskau ist: Wir lassen dich so schnell nicht fallen und teilen dies durch Präsenz auch dem Rest der Welt mit. Das Signal an den Westen ist: Ihr könnt nicht einfach tun und lassen, was ihr wollt. Wir sind vor Ort. Jedwede Militärintervention des Westens in Syrien hätte auch eine maritime Komponente, etwa Flugzeugträger oder U-Boote und Zerstörer, die Marschflugkörper abfeuern. Eine stärkere russische Präsenz im Mittelmeer macht die politische Entscheidung für eine Intervention sicher nicht einfacher, sondern verkompliziert die Lage zusätzlich. Das wissen sie in Moskau auch.

Das Hafenbecken von Tartus (Aufnahmedatum: 07.05.2012; zum Vergrössern auf das Bild klicken)

Das Hafenbecken von Tartus (Aufnahmedatum: 07.05.2012; zum Vergrössern auf das Bild klicken)

Russische Marinebasen
Seit dem Zypern-Debakel in der Euro-Krise gibt es diese Diskussion, ob Russland nicht statt Tartus in Syrien eine Marinebasis auf Zypern erhalten könnte. Zuerst einmal sieht es aktuell nicht danach aus, als würde Russland Tartus in Syrien verlieren; am realen militärischen Wert des Hafens existieren jedoch eine Menge Zweifel.

Der Sturz Assads ist noch lange nicht sicher. Russlands großzügige Unterstützung mit modernsten Waffen lässt darauf schließen, dass man in Moskau glaubt, Assad halten zu können. Die Russen würden keine S-300 Luftabwehrraketen nach Syrien liefern, wenn sie damit rechnen würden, dass dieses Gerät bald in den Händen der Rebellen und damit der Amerikaner landet. Aber das nur am Rande.

Mit Ausnahme der sowjetischen Westgruppe in Ostdeutschland von 1990-94 – deren Abzug aber nach der Wiedervereinigung beschlossene Sache war – hat es noch nie eine permanente Militärpräsenz eines Nicht-NATO/EU-Staates in einem NATO/EU-Staat gegeben. Würden sich die Russen nun auf Zypern einrichten, wäre das für Europa geopolitisch eine ziemliche Klatsche. In Washington, London und Paris, teilweise auch in Berlin und Brüssel, hat man das begriffen; England unterhält eine große Militärpräsenz auf Zypern. Deshalb würde es wohl eine Menge diplomatischen Druck auf das von Rettungsgeldern abhängige Zypern geben, um eine russische Basis zu verhindern. Außerdem heißt es, Russland könne Häfen in Griechenland und Montenegro benutzen:

[..], Russia can utilize ports in Cyprus, Montenegro, and Greece for resupply, and maintains a permanent naval base at the Syrian port of Tartus (Quelle: Niklas Anzinger, “Eastern Mediterranean: New Cold War front? (American Enterprise Institute, 17.05.2013).

Montenegro will unbedingt in die NATO. Die Versorgung russischer Kriegsschiffe passt mit dem Weg ins Nordatlantische Bündnis nicht zusammen. Dass das NATO-Mitglied Griechenland den Russen an dieser Stelle aushilft, darf man auch bezweifeln, da das in Berlin, Paris und anderen europäischen Hauptstädten wohl sehr ungern gesehen wäre.

Eine Gefahr?
Die Russen haben nicht ad hoc von einer ihrer Flotten mal eben eine Einsatzgruppe losgeschickt, sondern aus Nord-, Pazifik-, Schwarzmeer und baltischer Flotte zusammengezogen, was einsatzbereit war. Die Schiffe der Pazifikflotte mussten für den Weg ins Mittelmeer mit dem Südchinesischen Meer, der Straße von Malakka, dem Golf von Aden und dem Suez-Kanal eine Reihe von Nadelöhren passieren. Dass die Russen ihre Schiffe diese lange Anmarschroute haben fahren lassen, unterstreicht einerseits ihren Willen, andererseits weist es darauf hin, dass die drei näher gelegenen Flotten offenbar nicht in der Lage waren die Aufgaben im Mittelmeer alleine zu übernehmen. Würde jetzt irgendwo auf der Welt eine zweite große Krise ausbrechen, wären die Russen vermutlich nicht in der Lage, zeitgleich eine zweite Präsenz dieser Art aufzubauen. Vor Syrien sieht man folglich auch die Grenzen der russischen Möglichkeiten.

Guards missile boats of the Pacific Fleet train for a naval review in Vladivostok (Photo: Vitaliy Ankov/RIA Novosti/25.07.2012).

Guards missile boats of the Pacific Fleet train for a naval review in Vladivostok (Photo: Vitaliy Ankov/RIA Novosti/25.07.2012).

Die Russen tun vor Syrien, was die Amerikaner etwa im Westpazifik oder die Briten und Franzosen bisweilen im Indischen Ozean auch tun: Sie demonstrieren den Willen ihrer Regierung, sich in der Region zu engagieren. Mit der Drohung der Anwendung militärischer Gewalt hat das nichts zu tun. Warum auch? Die Debatte um die Militärpräsenz ist folglich nachrangig, sondern wesentlich wichtiger sind deren politische Implikationen. Jedes Schiff mehr vor Syrien sagt, dass Russland an Assads Überleben glaubt und eine diplomatische Einigung mit Russland, die eine Abdankung Assads beinhaltet, unwahrscheinlich ist.

Warum die Russen Flagge zeigen
Nahezu jeder Diktator, der dem Westen irgendwann ein Dorn im Auge wurde, ist Geschichte (Saddam Hussein, Slobodan Milošević, Muammar al-Gaddafi, Husni Mubarak, usw.). Die NATO-Osterweiterung und den Kosovokrieg haben die Russen aus einer Position der Schwäche heraus hinnehmen müssen.

Jetzt hat Moskau die Gelegenheit, dem Westen eine Niederlage zu verpassen. Assad könnte der erste Diktator sein, der eine mehr oder weniger offen ausgetragene Auseinandersetzung mit dem Westen überlebt. Den Domino-Effekt der Regimestürze seit 2011 hätten die Russen dann in Damaskus gestoppt, ihre geopolitische Einflusssphäre erfolgreich verteidigt. Das Überleben Assads würde eine Zeitenwende markieren, da der Westen zum ersten Mal sein Ziel verfehlt, der Diktator auf der anderen Seite mit Rückendeckung Russlands (und Chinas) seines erreicht. Die Nachricht an die Welt ist klar, in Zukunft kann russische oder chinesische Rückendeckung reichen, um gegen den Westen Erfolg zu haben. Die Russen haben in Syrien die Gelegenheit, eine strategische Wende einzuleiten. Diese Gelegenheit werden sie sich kaum nehmen lassen wollen. Deshalb die Kriegsschiffe, deshalb die Waffen- und Raketenlieferungen.

Die Zukunft
Thomas Wiegold berichtet, einer der von Russlands kommenden Mistral-Helikopterträgern könne um 2017 zum Flaggschiff einer dauerhaften Task Force im Mittelmeer werden:

Nun wird das zwar nix vor dem Jahr 2017. Aber dann treffen sich vielleicht irgendwo vor der syrischen Küste das russische Mistral-Modell und das französische Original… (Quelle: Thomas Wiegold, “Treffen sich zwei Hubschrauberträger…“, Augen geradeaus, 19.05.2013).

Wenn sich eine französische und russische Mistral im Mittelmeer treffen, na und? Es kommt darauf an, was die Schiffe dort tun. Genauso ist es denkbar, dass sich die Schiffe bei einer NATO-Russland-Übung für vertrauensbildende Maßnahmen treffen. Also ruhig Blut. Außerdem stehen die Mistral-LHD in Russland gerade wieder zur Disposition (vgl.: Europäische Sicherheit & Technik, Mai 2013, S. 87). Man wird sehen, ob die Russen – anders als früher – Worten öfter Taten folgen lassen.

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What If China Takes Its “Responsibility” in North Korea?

A guard in the Forbidden City of Beijing, China, April 16, 2009

A guard in the Forbidden City of Beijing, China, April 16, 2009 (Shreyans Bhansali)

The United States have long urged the Chinese to take their “responsibility” and rein in their client state, North Korea. But would America really be better off if they did? A recent strategic simulation run by the crowd-sourced online consultancy Wikistrat suggests that the United States should be careful what they wish for.

In late April, Wikistrat, a strategy company that leverages a global community of hundreds of analysts, explored different ways the situation in Korea could escalate and trigger a conflict that draws in China and the United States. For each scenario, its members also postulated resolution pathways — how deescalation could be achieved.

Many of the scenarios required China to step up its engagement and either prevent or stop a Second Korean War. Before Kim Jong-un took over as leader from his father in late 2011, it was usually reluctant to chastise its ally, even when its erratic behavior irked the Chinese. It feared that if it cut off the regime, it might hasten its downfall and herald reunification of the peninsula on South Korean, i.e., American terms. China would rather keep North Korea as a buffer state between it and the nearly 30.000 US forces stationed in the South.

The young Kim’s seemingly reckless provocations, however, ranging from a nuclear to missile tests and threats of nuclear war, might have prompted the Chinese to rethink their policy. Its new leadership “is set on reshaping China’s role in the region and most of all sees Kim Jong-un as a nuisance rather than an ally,” according to one of the scenarios forecasted by Wikistrat — “one that can drag China into a conflict it does not want against an enemy it’s not ready to face.”

The United States responded to Kim Jong-un’s provocations earlier this year by deploying more strike assets to the region — which could also conceivably be used against China. Rather than putting distance between it and the Americans, then, North Korea enhanced China’s fears of encirclement. If Kim keeps this up, his paymasters in Beijing might decide that the risks of regime change in Pyongyang no longer outweigh the benefits.

Wikistrat strategized both the possibility of the Chinese engineering a coup and launching an invasion to depose Kim and his loyalists. In both scenarios, it identified his uncle Jang Sung-taek, who is seen as the power behind the throne, as his likeliest replacement.

Chinese engineers, part of a multinational peacekeeping force, stand to attention in Nyala, South Darfur, July 17, 2008

Chinese engineers, part of a multinational peacekeeping force, stand to attention in Nyala, South Darfur, July 17, 2008 (UN/Stuart Price)

A coup might actually be welcomed in Washington DC and the capitals of its East Asian allies whereas a Chinese invasion of North Korea would have more lasting repercussions. “China’s non-interference pledge will never be taken seriously again, prompting claimants in the South China and East China Seas to worry they could be next,” Wikistrat suggests. Once China has flexed its muscle and faced little resistance from the United States, which want to be rid of Kim too and have no desire to involve themselves in a war, hardliners there might decide it’s worth repeating this course of action in their island disputes with Japan and in Southeast Asia.

The United States, if they intend to make good on their “pivot” to the region, would have to expand their military presence in East Asia to allay their allies’ concerns about Chinese aggression — which could further raise Chinese apprehension and give nationalists the proof they need to argue that the Americans are out to contain China’s rise rather than to balance it.

A more Machiavellian China might even seek to preempt that by conditioning its intervention in North Korea on the withdrawal of some American army assets or personnel, a scenario Wikistrat likened to the 1962 Cuba crisis when the Soviet Union agreed to pull its missiles from the island only after the United States had agreed to dismantle theirs in Turkey.

Unlike was the case in 1962, such a deal could very well lead to greater tension in the Sino-American relationship. Hardliners in Beijing might interpret American behavior as weakness and convince themselves that, “if needed, Beijing can ask for — and receive — even more concessions in the future.”

In the United States, the exchange would likely invite strong right wing criticism of the administration’s China policy and initiate “a chain of conflicting declarations that makes China doubt the United States’ true intentions.” What started as the deescalation of tension in Korea then could trigger a real cold war between the twenty-first century’s two major powers.

The author is a contributing analyst for Wikistrat.

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