FLG II beendet

Der FLG II ist nun abgeschlossen. Leider war die letzte Woche vom Lerneffekt auch die schwächste Woche. Friedenserahltungsoperationen sind den Existenzsicherungsoperationen sehr ähnlich und die logistischen Probleme, wie man beispielsweise die Verpflegung der Task Force auf einer Insel sicherstellen kann, kommt bei einem “Papiereinsatz” wie immer zu kurz. An und für sich wäre auch der umfangreiche Test (unter Zeitdruck) in der letzten Woche interessant gewesen, wenn man die Resultate besprochen und eventuell sogar mustergültig korrigiert hätte – ansonsten ist es einfach reine Zeitverschwendung. Die Schlussübung “Planung einer Raumsicherungsoperation in einem Führungsbunker” (natürlich mit wenig Schlaf) war das Highlight der Woche.
Fazit über die letzten 4 Wochen: guter, intensiver und lehrreicher Kurs, der jedoch das Erlernte zu wenig vertieft. Von den Themen ist der Lehrgang zu sehr auf Verteidigung konzentriert und benachteiligt von seinem Aufbau her Teilnehmer aus den Unterstützungsformationen und Milizoffiziere.

Die Höhere Kaderausbildung der Armee (HKA) bietet kostenlose Kurzveranstaltungen an – nächstes Mal am 27.März 2006, Erfahrungen aus internationalen Militäreinsätzen aus dem Blickwinkel der UNO, Referent Brigadier a D Peter Arbenz:

Die militärische Befriedung von Konflikten per UNO-Mandant ist in ihrer Vorbereitung und Durchführung komplex. Weder ist in aller Regel die Zustimmung der Konfliktparteien vorbehaltlos, noch fällt es leicht, internationale Truppenkontingente aufzustellen und vor Ort effektiv einzusetzen. Die Einsätze bedeuten aber, dass dem Frieden eine Chance geben wird. Erfahrungen und Lehren aus Sicht des Generalinspekteurs der UNPRPFOR 1994 im ehemaligen Jugoslawien.

Natürlich darf auch das Thema “Iran” in diesem Blog-Eintrag nicht fehlen: wie sieht eigentlich die militärische Kapazität auf Seite Irans aus? Wie Afghanistan und Irak droht der Iran potentiellen Angreifer lautstark, im Gegensatz zu den anderen beiden Staaten ist der Iran militärisch jedoch besser ausgerüstet. Zwar reicht die iranische Luftwaffe, bestehend aus ca. 300 US-Phantom, ca. 100 irakischen Kampfflugzeugen, die vor dem zweiten Golfkrieg aus Angst vor Zerstörung im Iran untergestellt aber nie mehr zurückgegeben wurden und zusätzlichen zugekauften Kampfflugzeugen aus der Ukraine und Russland, nicht aus eine Luftintervention durch Amerikaner und Israeli aufzuhalten, ganz so einfach wie in Afghanistan und im Irak könnte ein Luftschlag jedoch trotzdem nicht werden. Es wird geschätzt, dass der Iran mit seinen Abwehrrakten (russischen SAM-, chinesischen SA- Raketen, einige alte US-Hawks und neu eingekaufte russische TOR M-1) ihre Nuklearforschungsanlagen von maximal 48 herannahenden Flugzeugen oder Projektilen bis in eine Entfernung von sechs Kilometern schützen kann. Noch größeren Schutz werden S-300 Raketen bieten, die von Russland zusätzlich noch geliefert werden sollen, eine Rechweite von 150 Kilometer bieten und selbst feindliche Versorgungsflugzeuge in hoher Höhe abschießen können. (Update vom 15.02.07: Russland hat auf amerikanischen Druck auf die Lieferung dieser Systeme verzichtet). Neben der Lieferung von verschiedenen Bodenraketen, wie die Feimeng 80, sollen chinesische Firmen das gesamte Radarsystem Irans modernisiert haben. Mit Radaren, die Ziele bis in 300 Kilometer Entfernung orten können. Im Dezember führte das iranische Militär eines ihrer größten Manöver im Indischen Ozean durch. Ihre drei U-Boote wurden getestet, die Zusammenarbeit von Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen koordiniert und Übungen zum Einsatz ihre Mittelstreckenraketen durchgeführt, von denen man nicht genau weiß, welche Reichweite sie haben. Gewiss ist, dass das Modell “Shahab” (siehe Bild oben) Israel und einige US-Stützpunkte in der Region erreichen kann. Die gefährlichste gegnerische Möglichkeit liegt aus Sicht der Amerikaner und Israelis vermutlich darin, dass Iran die Offensive in seine Hand nehmen könnte und “vorbeugende Angriffe” mit hunderten Selbstmordattentäter, Raketenbeschuss auf ausgewählte Ziele in Israel, auf US-Basen in Katar, im Irak und auf ökonomisch wichtige Ziele in der ganzen Region durchführen könnte. (Quelle: Telepolis)

In der Zwischenzeit basteln die amerikanischen Streitkräfte an neuen Bunker-Bustern. Gemäss Robert W. Nelson von der Princeton Univerität ist es nicht möglich, dass ein Bunker brechendes Geschoss mehr als vier Mal die eigene Länge in das Erdreich eindringen kann (Quelle: Low-Yield Earth-Penetrating Nuclear Weapons):

A missile made of the hardest steels cannot survive the severe ground impact stresses at velocities greater than about vmax »1 km/s without destroying itself. This limits the maximum possible penetration depth into reinforced concrete to about four times the missile length—approximately 12 meters for a missile three meters long.

Das Ziel einer neuen Generation von Bunker-Buster ist, dass sie sich selber ins Erdreich bzw. Gestein graben. Das Grundprinzip solcher Deep Digger ist auf NewScientist.com dargelegt:

The US is developing a bomb called Deep Digger that uses explosive charges to burrow 10 metres into rock before exploding

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