Schnüffelstaat Schweiz 02

Was anfangs der 1990er noch einen Skandal auslöste (siehe Fischenaffäre), will man nun gemäss Sonntagszeitung (Artikel ist offline) legal und mit viel rafinierteren Methoden (elektronisch) durchsetzen:

Der Bundesrat wird zu einem immer grösseren Datensammler. Er plant nicht nur die Erfassung des gesamten Internetverkehrs in der Schweiz, sondern auch eine Fotodatenbank aller Bürger. Auftraggeber sind das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) sowie das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).

Natürlich darf man diese Meldung nicht auf die leichter Schulter nehmen und meiner Meinung muss man jegliche Überwachungsbestreben bekämpfen – mit grossflächiger Überwachung wird unsere demokratischen Entfaltungsfreiheit untergraben. Wer ist bereit seine Meinung frei zu äussern, wenn er ständige Überwachung befürchten muss? Auf der anderen Seite ist jedoch die Meldung in der Sonntagszeitung sehr kritisch zu hinterfragen und es drängt sich das Gefühl auf, dass es sich dabei nicht um sehr seriösen Journalismus handelt.
Bereits in einem früheren Eintrag haben wir festgestellt, dass Bundesrat Blocher (man möge politisch mit ihm nicht der selben Meinung sein) den Überwachungsbestrebungen des DAP eine klare Abfuhr erteilt hat. Weshalb sollte diese Einstellung innerhalb der letzten 6 Monate im EJPD geändert haben?

[..] läuft im Prinzip darauf hinaus, die so genannten ADSL-Router und Kabelmodems mit einer als Wanze funktionierenden Software auszurüsten, die im Bedarfsfall von aussen eingeschaltet werden kann. Bei UMTS-Mobiltelefonen mit ihren Internetzugängen ist das schon der Fall.

Und jetzt? Endlich ein Grund grossflächig starke Verschlüsselung einzusetzen!

Infamy hat sich dem Sonntagszeitungsartikel ebenfalls kritisch angenommen.

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7 Responses to Schnüffelstaat Schweiz 02

  1. Tinu says:

    Dank Supercard, Cumuluscard, usw. werden landauf und landab Datenbanken erstellt über Konsumverhalten, Präferenzen, usw. Ich fände es völlig legal, wenn es auf Bundesebene eine Datenbank der Einwohner der Schweiz gäbe. Wir Schweizer haben damit einfach ein Problem, weil wir Angst haben, dass und jemand ins Gärtchen trampen könnte. Dabei gilt: Wer ein reines Gewissen hat, braucht nichts zu befürchten.

  2. Tinu says:

    Leider kenne ich den Film nicht. Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass nur Feiglinge, Drückeberger, Computerhacker und Kriminelle etwas zu befürchten haben. I know too, what you did – but not only last summer…

  3. Administrator says:

    Nach einer schon beinhahe fahrlässigen Verzögerung von 2 Tagen hat nun auch Heise reagiert.

  4. Administrator says:

    Ein anderer kritischer Bericht zum Sonntagszeitung-Artikel von Fredy Künzler auf blog.ch.

  5. Administrator says:

    Dass eben Überwachung jeden angeht (auch denjenigen, der anscheinend nichts zu verbergen hat) bringt diese 3Sat-Reportage gut zum Ausdruck.

  6. Pingback: Offiziere.ch » Chance Miliz - Innere Sicherheit

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