Es muss nicht immer eine Kernschmelze sein…

In einem Zwischenlager in der Champagne sickert nach Angaben von Greenpeace flüssiger Atommüll aus einer Anlage in Soulaines ins Grundwasser. Die französische Atombehörde hat den Defekt zugegeben. Davon bedroht seien anscheinend auch die Weinberge, aus dessen Trauben der Champagner hergestellt wird. Gemäs der französische Atombehörde kam es zu einem Riss in einem der Betonbehälter zur Aufbewahrung des Atommülls. Der Zwischenfall habe jedoch keine Umweltschäden verursacht, was jedoch schwer zu glauben ist.
Frankreich ist eines derjenigen Länder, das bei der Stromproduktion schwergewichtig auf Atomstrom setzt – 80 Prozent der Elektrizität wird mit Atomkraftwerken produziert. Damit hat Frankreich neben Litauen momentan den höchsten Prozentsatz an Atomstromproduktion der Welt. (Siehe auch Wikipedia). Dies hat aber leider eine Kehrseite: Frankreich sitzt derzeit auf ca. 1 Milliarde Tonnen (!!) Atommüll. Dieser soll nun in Spezialcontainern tief in der Erde vergraben werden – aber ob das wirklich eine Lösung für die nächsten 100000 Jahre ist?

Wer gedacht hat, die Zeit der thermischen Kraftwerke sei vorbei, hat sich gettäuscht. Vattenfall baut ein neues Braunkohlekraftwerk in der Lausitz im Süden Brandenburgs. Trotzdem wollen sie kein Kohlendioxyd ausstossen, dieses soll nämlich in ein unterirdisches Depot eingelagert werden (Sequestierung). Die Kohle wird mit Sauerstoff (nicht Luft) verbrannt, was auch den Stickoxidausstoss verhindert. Es fallen nur noch Wasser und Kohlendioxyd an, das Kohlendioxyd wird abgetrennt und ca. 1000m in poröse Sandsteinschichten eingelagert. Haken daran ist, dass die Technologie nicht erprobt ist und Erfahrungswerte über die Dichtigkeit des Lagers über Jahrtausende naturgemäss nicht bestehen. Die Pilotanlage (30 MWatt) soll 2008 produzieren. Telepolis weiter:

Läuft mit der Pilotanlage alles gut, soll bald ein 300-Megawatt-Demonstrationskraftwerk folgen. Bis 2020 hofft man bei Vattenfall, die neue Technologie wirtschaftlich nutzen zu können. Schon jetzt könnte man allerdings mit den vorgesehenen 50 Millionen Euro auch Windkraftanlagen bauen. Das würde nicht nur die Landschaft schonen und Arbeitsplätze schaffen, sondern auch mehr elektrische Energie liefern: Bei durchschnittlich einer Million Euro Investitionskosten pro einem Megawattleistung würde die Summe, die Vattenfall in der “Schwarzen Pumpe” einsetzen will, für 50 statt 30 Megawatt reichen.

Eine der eher weniger ernst zunehmenden alternativen Energiequellen haben britische Wissenschaftler gefunden. Escherichia-Koli-Bakterien produzieren mit Schokolade “gefüttert” Waserstoff. Die Kolibakterien sind damit in der Lage, aus alten Süßigkeiten umweltfreundliche Energie zu liefern. (Quelle: BBV-Net) Die Schweiz könnte damit zur Goldgrube werden, wenn das Barrel Schokolade im Preis steigt ;-)

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One Response to Es muss nicht immer eine Kernschmelze sein…

  1. Administrator says:

    Deutschland ist mit seinen Atomanlagen auch nicht über jeden Zweifel erhaben. Siehe Reportage vom 13.02.2006.

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