Rüstungsprogramm 06

Der Bundesrat hat das Rüstungsprogramm 2006 für das laufende Jahr bereinigt und acht Vorhaben darin verpackt. Es berücksichtigt den Umbau der Armee vom Kampf- zum Sicherungsinstrument, der mit dem Entwicklungsschritt 08/11 vollzogen werden soll.

Mit 424 Mio. Franken schlägt das neue Führungsinformationssystem Heer am deutlichsten zu Buche. Auf Platz zwei liegt die Werterhaltung des Panzer 87 Leopard. Mit dieser Werterhaltung wird ein Einsatz dieses Panzer bis über 2025 hinaus sichergestellt. Auch hier wird die Führungsfähigkeit verbessert. Die Transporthelikopter 89 Super Puma werden mit 194 Mio. Franken ebenfalls ein Werterhaltungsprogramm durchlaufen, was der Einsatz für die nächsten 15 Jahre sicherstellen soll. Er soll mit einem modernen, den zivilen und militärischen Bedingungen entsprechendem Cockpit sowie mit wichtigen Einsatzausrüstungen ergänzt werden. Die Werterhaltung umfasst zusätzlich Systeme, die der Erhöhung der Sicherheit dienen und auch schon beim moderneren Cougar vorhandenen sind. Darunter das Flugverkehrs-Kollisionswarngerät und das am Helm angebrachte System zur Anzeige der Flugdaten. Der Genie- und Mienenräumpanzer ist ein “Überbleibsel” des Rüstungsprogramm 04. Für 139 Mio. Franken werden 12 Panzer 87 Leopard umgebaut (10 Mio. Franken teurer als 2004). Der Tagi dazu:

Wie die Kampfpanzer könnten auch die Geniepanzer bei Raumsicherungsoperationen eingesetzt werden, sagte Schmid. Bei einem terroristischen Anschlag beispielsweise auf die europäisch wichtigen Nord-Süd-Achsen müsse die Armee fähig sein, Strassen zu öffnen. Das könne nicht einem Baugeschäft überlassen werden.

Für 126 Mio. Franken werden neue gepanzerte Kommandofahrzeuge bzw. frei werdende Panzerjäger umgebaut. Für 115 Mio. Franken wird das Jetpiloten-Ausbildungssystem PC-21, für 69 Mio. Franken ein neuer F/A-18 Simulator und für 39 Mio. Franken eine elektronische Schiessanlage Leopard beschafft.

Von den ingesamt 1,5 Milliarden Franken fliessen 820 Mio. Franken oder 55% direkt in die Schweizer Wirtschaft, indirekte Beteiligungen (Offset) mit eingerechnet sind es rund 89% oder 1,325 Milliarden Franken.
Das Rüstungsprogramm 06 ist das teuerste seit 9 Jahren, was aber eher auf die mickrigen Rüstungsprogramme der Vorjahre zurückzuführen ist.

Letzte Meldung: Am 3. Januar 2005 ereignete sich in St. Maurice ein tragischer Schiessunfall, bei dem ein 24 jähriger Offizier tötlich verletzt wurde. Das Militärgericht 4 in Bern verhängte gegen den Schützen, ein 33 jähriger Grenadier-Soldat, eine bedingte Gefängnisstrafe von 45 Tagen. Während einer Übung simulierte der Offizier einen Angriff mit einem Messer. Der Soldaten griff reflexartig zur Waffe, entsicherte sie und schoss dem Offizier in die Brust. Der Gutachter erklärte, sowohl der Todesschütze als auch der Offizier hätten sich nicht reglementskonform verhalten. Der Angeklagte hätte den Abzug der Waffe nicht betätigen dürfen, falls er realisiert habe, was der Vorgesetzte beabsichtige. Eine der vier militärischen Sicherheitsregeln sei, jede Waffe als geladen zu betrachten und sich entsprechend zu verhalten. Das Opfer wiederum hätte vor der Simulation die laufende Übung der Gruppe nicht nur unterbrechen, sondern abbrechen und die Gewehre entladen lassen müssen. (Quelle: news.ch)

Rüstungsprogramme der letzten 10 Jahre im Vergleich
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