US Army 1st Lieutenant verweigert Irak-Einsatz

Dass ich hier nicht falsch verstanden werde: ich befürworte Dienstverweigerung in keinster Weise. Trotzdem lohnt es sich immer, interessante Fälle ein wenig näher zu betrachten – manchmal sind die Gründe achtbar.

Betrachten wir die Situation in der Schweiz, so steht im Dienstreglement 2004 der Schweizer Armee Art. 80:

Die Angehörigen der Armee sind ihren Vorgesetzten und anderen Befehlsbefugten in Dienstsachen zu Gehorsam verpflichtet. Sie müssen deren Befehle nach besten Kräften vollständig, gewissenhaft und zeitgerecht ausführen.
Unterstellte führen einen Befehl nicht aus, wenn sie erkennen, dass dieser eine Tatverlangt, die nach Gesetz oder Kriegsvölkerrecht strafbar ist. Wirken sie trotzdem wissentlich an einer solchen Tat mit, so werden sie zur Rechenschaft gezogen.

U.S. Army 1st Lieutenant Ehren Watada ist der erste amerikanische Offizier der sich weigert, im Irak eingesetzt zu werden. Er hat sich ausserdem entschlossen, seine Entscheidung begründet in einer Videobotschaft zu verbreiten. Gemäss Watada verstosse die Intervention gegen internationales Recht (eine UNO-Resolution, die eine Intervention berechtigen würde, fehlt) und es sei seine Pflicht als ehrenhaften Offizier sich einem unrechtmässigen Krieg zu verweigern.

 
Was sind nun die Konsquenezen, die Lieutenant Watada befürchten muss? Im Interview mit “Democracy Now!” beantwortet er diese Frage folgendermassen:

The majority of people I think within my unit and maybe within the military as a whole do not support my beliefs. I face probably the maximum penalty, when I refuse orders to board the plane to go to Iraq, would be anywhere from two to five years, maybe more, in a military stockade. Dishonorable discharge and loss of all pay and allowances. There could be other punishment.

Es würde mich interessieren, was ihr von Lieutenant Watada Entscheidung haltet.

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7 Responses to US Army 1st Lieutenant verweigert Irak-Einsatz

  1. reblog says:

    Was ich davon halte?
    Einer der sieben Aufrechten!
    Was ist davon zu halten, wenn einer öffentlich sagt, dass er sich nicht an einem Verbrechen beteiligen wird? Und es dann auch wirklich nicht tut.
    Er hat wahrlich einen Orden verdient, zivil UND militärisch.

  2. Administrator says:

    Ohne Zweifel braucht es für die Haltung von Lieutenant Watada Mut, und ich will seine achtbaren Gründe nicht anzweifeln. Trotzdem scheint mir sein Vorgehen nicht ganz logisch zu sein. Nach eigenen Aussagen ist er eiverstanden anders eingesetzt zu werden. Mit seinem öffentlichen Auftritt wird er jedoch diese Chance wohl völlig verspielt haben, denn damit macht er sich zu einem Präzedenzfall. Die US Army wird ihn nun kaum mit Samthandschuhen anpacken und in einen anderen Einsatz versetzen. Die Army würde damit riskieren, dass es zu vielen gleichartigen “Dienstverweigerungen” kommen würde.

    Wenn wir ehrlich sind, müssen wir auch zugestehen, dass es nicht die Aufgabe eines Offiziers ist, den Krieg im Irak als legal oder ilegal zu beurteilen – eine Verurteilung durch die internationale Gemeinschaft blieb nämlich bis zum jetzigen Zeitpunkt aus. Der Krieg wird mit oder ohne ihn im Irak weiter gehen. Vermutlich könnte er sogar mehr bewirken, wenn er seine Pflicht im Irak erfüllen würde, denn genau solche Vorgesetzten mit einer hohen moralischen Kompetenz sind dort notwendig um unnützes Blutvergiessen oder Kriegsverbrechen in seinem Einflussbereich zu verhindern. Aus dieser Sicht betrachtet, fehlte ihm zu dieser höchst anspruchvollen Aufgabe der Mut.

  3. reblog says:

    Einverstanden, dennoch denke ich, dass ein Verbrechen nicht dadurch annehmbarer wird, indem es “niemand” lautstark verurteilt. Ausserdem gab und gibt es sehr wohl Staaten, die diesen Angriffskrieg klar verurteilen.
    Des Weiteren wird er sich sicherlich auch überlegt haben, ob er nicht besser “sein Maul hält” und im Irakeinsatz versucht, Mensch zu bleiben. Ich denke dass er zum Schluss kam, dass dies aus sehr vielen, verschiedenen Gründen unmöglich, und darüber hinaus eine gefährliche Illusion wäre. Er bewirkt so viel mehr und braucht seine Überzeugungen auf keinen Fall an Sachzwänge zu verraten.

  4. Administrator says:

    Ein Kommentar wurde gelöscht, wegen rechtsextremen Inhalt (sollte es ein ironischer Gehversuch des Schreibers gewesen sein, dann bitte ich es in einer anderen Art und Weise zu praktizieren).

  5. A. Neumann says:

    Eine höchst schwierige Entscheidung, die sicherlich nicht einfach war und alle Alternativen stellen wohl keine optimale Situation dar. Aus seiner Sicht, vielleicht hat er Familie oder hat wirklich einfach vor allem Angst, hoffentlich die beste Entscheidung. Fände es sehr interessant noch was über den Mann zu erfahren, gerade in einigen Monaten oder Jahren, wenn Gras über die Sache gewachsen ist (wie ist das Militär dann wirklich mit ihm umgegangen.?!)

  6. ineichen says:

    Hi alle

    Also ich finds sehrMutig von ihm anders zu sein als die anderen 10000 die in kriege ziehen mir fählt da ein spruch ein:Stell dir vor es ist Krieg und keine rgeht hin:D das passt doch dazu stellt euch vor alle us.soldaten hätten das getahn.

    Das ist abe rnicht das erste mal wo soldaten&offiziere nein sagen no more please erinnere euch gärne an das ende des Vietnam Krieges wo die moral so tief wahr das us soldaten sogar offiziere erschossen,Tausende verweigerten den Kriegsdienst,Dessartierten,liessen sich einsperren von der Regierung,es gahb auch unzählige antikriegsbewegungen.

    Wieviel blut&leid , heimkehrende Krüppel oder Heimkehrende särge müssen Menschen sehen bis sie aufwachen und sagen nein STOP nicht weiter???

    Vieleicht ist es einfach so das der Mensch Krieggeeiles wesen is das gärne sadistisch ist und vollerschadenfreude und Blutdurst…vieleicht

    Der Beste Soldat ist der der keine ist.

  7. ineichen says:

    shit der artikel is ja von 1945 ehm mein 2006 wirt die hp auch mal aufgereümt?? typisch total faule hompageadmins

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