Chance Miliz – Bravo!

Chance Miliz - LogoNach der letztjährigen Enttäuschung haben die Organisatoren ihre Hausaufgaben gemacht und die Moderation durch den Anlass wurde an Oberst Peter Forster übergeben. Er hat nicht nur zwischen den Impulsreferaten die richtigen Worte gefunden, sondern insbesondere bei der Forumsdiskussion den richtigen Mix zwischen den Fragen und Beiträgen der Zuhörer und den Podiumsteilnehmer gefunden. Im Gegensatz zu Frau Dr. Esther Girsberger des letzten Jahrs hielt er sich selber immer dezent im Hintergrund – bravo!

Eigentlich erwartete ich von dem Thema “Grenzen überwinden” nicht sehr viel. Durch das erste Impulsreferat von Nationalrätin Dr. Barbara Häring (SP) wurde das Thema aber schnell sehr kontrovers. Sie steht für die Abschaffung der Wehrpflicht und der Miliz, ist für eine Berufsarmee und für ein Auslandengagement von rund 1500 Soldaten. Weiter ist sie der Meinung, dass die Armee immer noch zu teuer ist. Natürlich stach sie mit diesen Punkten in ein Wespennest, trotzdem namen es die Zuhörer recht gelassen und es gab bei der anschliessenden Podiumsdiskussion nicht einmal gehässige Fragen. Ich denke allen Teilnehmern war klar, dass es auch für Frau Häring einige Überwindung brauchte, ihre Thesen vor einem absolut anders denkenden Publikum zu äussern. Trotzdem, wenn ich sehe, dass sie Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates und Mitglied der Delegation bei der parlamentarischen Versammlung der NATO ist, dann wundern mich die Probleme der Armee politisch günstige Bedingungen zu erreichen nicht mehr. (Referat hören)

Das zweite Impulsreferat wurde vom österreichischen Generalleutnant Othmar Commenda, Leiter des Projektmanagements “Österreichisches Bundesheer 2010″ gehalten. Er zeigte auf, dass die Reform des österreichischen Bundesheer zum Teil mit den selben Problemen kämpft, wie dies die Armee XXI tun musste. Auf der anderen Seite war es offensichtlich, dass die Österreicher sich langsam in die Richtung entwickeln, wie dies Nationalrätin Dr. Barbara Häring aufzeichnete (wenn auch überspitzt). Das österreichische Bundesheer besteht aus 35.000 Mann im Präsenzstand und 75.000 Mann der Miliz. Auf 2010 möchten die Reformer den Gesamtbestand auf 55.000 Mann herunterschrauben. Ausserdem sind derzeit rund 1.500 österreichische Soldaten im Ausland (>50% Miliz), was sie langfristig auf 3.500-4.000 erhöhen möchten An die Wehrpflicht wird jedoch festgehalten – der Grund liegt darin, dass sonst das Sozialsystem Österreichs zusammenbrechen würde, da Zivildienst in diesem Fall auch freiwillig wäre. Somit hat der Zivildienst die Wehrpflicht gerettet – wer hätte das gedacht :-) (Referat hören)

Auch Prof. Andreas Wenger, Leiter der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik der ETH Zürich ist für einen Ausbau der Friedensförderung (Referat hören), doch das unterhaltsamste Referat kam von Pater Dr. Albert Ziegler: er fragt, wo heute die geistige Landesverteidigung geblieben ist. (Referat hören)

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