Veranstaltungshinweis: Fordert die vorgesehene Unterstellung der Infanterie flankierende Massnahmen?

Gemäss der “Botschaft zur Änderung der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee” sollen zivile Behörden ausschliesslich durch Territorialdivisionen (neue Bezeichnung) unterstützt werden. Sie sind das Bindeglied zwischen der Armee und den Kantonen. Dazu werden den Territorialdivisionen mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA) ein Stabsbataillon, vier Infanteriebataillone, ein Geniebataillon und ein Rettungsbataillon unterstellt. Als Konsequenz sollen sämtliche Infanteriebrigaden aufgelöst werden. Damit soll nicht nur eine stärkere regionale Verankerung erreicht werden, sondern es widerspiegelt auch die Bedeutung der Einsätze zur Unterstützung der zivilen Behörden, bei denen primär die Territorialdivisionen zum Zug kommen werden.

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Mit dieser grundlegenden Umstrukturierung bereitet insbesondere die Zukunft der Infanterie Sorgen, denn damit droht die Ausbildung zum Kampf der verbundenen Waffen marginalisiert zu werden und die Infanterie dürfte ihre Vielseitigkeit einbüssen. Ausserdem würde die Armee dadurch an Verteidigungsfähigkeit verlieren, weil die geplante Wegnahme des jeweiligen Infanteriebataillons die mechanisierten Brigaden empfindlich schwächen würde. Mit der WEA werden Korrekturmassnahmen nicht mehr ohne weiteres möglich sein, weil die Gliederung der Armee neu im Militärgesetz geregelt werden soll und dadurch Veränderungen einem Parlamentsentscheid unterliegen.

In einer Veranstaltung, am Donnerstag 2. Oktober 2014 von 1800-2030 im Hotel Bern in Bern, will die Chance Schweiz mittels Kurzreferaten und einer Podiumsdiskussion die Ausgangslage und die strukturellen Varianten beurteilen. Die Kurzreferate werden durch Brigadier Lucas Caduff, Kommandant Lehrverband Infanterie und Oberst i Gst Jean-Claude Brossard, ehemaliger Kommandant des Infanteriebataillons 13 gehalten. Anschliessend stossen zur Podiumsdiskussion zusätzlich Divisionär Hans-Peter Kellerhals, Kommandant Territorialregion 4 und Oberst Thomas Hugentobler, Vorstand der Schweizerischen Offiziersgesellschaft dazu. Die Leitung wird durch Eugen Thomann, Vizepräsident der Chance Schweiz sichergestellt.

Der Anlass ist offen, wir bitten Sie jedoch sich aus organisatorischen Gründen bis 30. September 2014 mit folgendem Formular oder per Email anzumelden.

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Engagiert, reflektiert, differenziert – das ist die Stossrichtung von “Chance Schweiz – Arbeitskreis für Sicherheitsfragen“. Wir sind nicht allein der Tagespolitik verpflichtet, sondern wollen mit einer langfristigen Perspektive aktuelle Reformprozesse begleiten und fördern, und – wo nötig – auch dazu ermuntern. Dabei bringen wir eine ganzheitliche Sicht von Sicherheitspolitik ein.

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One Response to Veranstaltungshinweis: Fordert die vorgesehene Unterstellung der Infanterie flankierende Massnahmen?

  1. Beda Düggelin says:

    Dass diese WEA die Verteidigungsfähigkeit unserer Armee weiter dezimiert, dies dürfte keine Frage sein. Dies unterstreicht, dass die Führung des VBS unsere Armee längst zu einer Hilfspolizei umfunktioniert hat und daran festhalten will. Die subsidiären Einsätze zur Unterstützung der zivilen Behörden stehen längst bei der Armee im Vordergrund! Doch dies ist nicht das primäre Ziel einer dissuasiven glaubwürdigen Armee, die Verteidigung von Land und Bevölkerung ist die primäre Aufgabe und diese wird, entgegen dem Auftrag in der Bundesver-fassung nicht mehr erfüllt. Dies ist verfassungswidrig! Warum bringen es die zahlreichen Generalstabsoffiziere, welche nicht ihr Brot beim VBS beziehen, nicht fertig, endlich vom VBS ernst genommen zu werden. (vgl. Artikel von Peter Forster in der NZZ vom 19. September 2014)

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