Was läuft eigentlich in Afghanistan 02?

5 Jahre nach der Invasion durchlebt Afghanistan derzeit die schlimmste Phase der Gewalt. Angesicht der Probleme drängt die NATO und die USA die Bundesrepublik Deutschland, ihre im relativ ruhigen Norden stationierten Soldaten auch im Süden von Afghanistan einzusetzen – der Süden jedoch ist gefährliche Zone.

Wir müssen unsere eigenen Kräfte in Afghanistan besser ausstatten. Das bedeutet auch, dass wir die Beschränkungen aufheben, die einzelne Nationen ihren Einsatzkräften auferlegt haben. Solche Schritte zu unternehmen würde ein wichtiges und notwendiges Zeichen der Solidarität unter den Alliierten setzen. — Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer (Quelle: Die Zeit)

Im Süden von Afghanistan leben (und sterben) zur Zeit amerikanische, kanadische, niederländische und britische Soldaten. Das Argument der Kanadier und Briten ist schwer von der Hand zu weisen: Mit welchem Recht beansprucht die Bundeswehr, nur für die relativ risikoärmere Aufbauarbeit im Norden zuständig zu sein? Der frühere Verteidigungsminister Struck betonte, dass es im Norden des Landes relativ ruhig sei, habe auch damit zu tun, “wie wir dort auftreten”. Die Deutschen hätten das Konzept der regionalen Wiederaufbauteams ganz anders angelegt als etwa die Amerikaner: “Die Deutschen sind beliebt im Norden”. (Quelle: Die Zeit). Mit der Verlagerung in den Süden würde es im Norden nicht so ruhig bleiben. Das ist jedoch nicht, was die NATO erwartet – erwartet werden zusätzliche deutsche Kampfverbände für den Süden. Zur Zeit lehnt die Deutsche Bundesregierung den Einsatz im Süden strickt ab – abgesehen von den KSK-Kräften in Kompaniestärke, die im Süden zur “Terrorbekämpfung” eingesetzt sind – doch wie lange noch.

Truppenstärke und gefallene Soldaten in Afghanistan

Truppenstärke und gefallene Soldaten in Afghanistan

Die Bundesrepublik Deutschland ist mit mehr als 2’800 Soldaten der drittgrösste Truppensteller der ISAF, die insgesamt rund 31’000 Soldaten umfasst. Der aktuelle Spiegel widmet sich mit seinem Titelthema dem Afghanistan-Einsatz und schreibt auf der Titelseite: “Die Deutschen müssen das Töten lernen.” (Ungenannter der US-Administration zu Karsten Voigt, SPD-Politiker und Regierungsbeauftragter für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, bei einem in den USA). Die Artikel sind sehr zu empfehlen.

Weitere Informationen
Interessanter Artikel im Tagesspiegel: “Im Kosovo haben wir pro Einwohner zehnmal mehr investiert.” — UN-Beauftragten Tom Koenigs.

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