Spionage-Affäre in der Schweiz?

Spionage-Geschichten sind zu schön um sie nicht zu veröffentlichen – vor allem, wenn es sich bei der Hauptperson um einen Schweizer Spion handelt.

Die Geschichte beginnt im Mai diesen Jahres. Claude Covassi (Bild links) hat womöglich im Dezember 2005 einen Anschlag auf ein Flugzeug der israelischen Airline El-Al in Genf verhindert. Ermittlungen des Agenten in der Schweizer Islamistenszene hätten sehr konkrete Pläne einer Terrorzelle offen gelegt. Terroristen beabsichtigte demnach den Abschuss der El-Al Machine bei Genf mit einer Panzerfaust RPG-7 (siehe Bild recht unten). Covassi informierte daraufhin Kollegen des israelischen Geheimdienstes Mossad. Alle Flüge der El-Al in die Schweiz wurden am Tag des geplanten Attentats nach Zürich umgeleitet. Am gleichen Tag wurde in Basel und Zürich eine Terrorzelle ausgehoben und in Basel eine Panzerfaust RPG-7 sichergestellt (aus Tschetschenien stammend). Covassi tauchte anschliessend im Ausland unter, und anscheinend gab es wegen dem Vorfall um die El-Al Maschine zwischen ihm und seinen Vorgesetzten Auseinandersetzungen. Im November hat Covassi einer der Verhafteten identifizieren können. Einzig Blick hat die Geschichte um Covassi aufgeschnappt und publiziert (12. Mai und 02. November), deshalb ist beim Wahrheitsgehalt eher Vorsicht geboten.

Aber es kommt noch dicker. Im Interview mit einem Blick Reporter auf den kanarischen Inseln, kritisiert Covassi den Dienst für Analyse und Prävention (DAP; Inlandnachrichtendienst der Schweiz) scharf: verbotene Auslandeinsätze, Unterschieben und Fälschen von Beweismaterial, Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten, die Folter anwenden usw. Was davon wirklich wahr ist und was in den Bereich der Spionagegeschichten gehört, ist schwierig zu beurteilen. Fakt ist, dass die Geschäftsprüfungsdelegation der Eidgenössischen Räte ein Auge auf den DAP geworfen hat und dass Covassi zwei Einladungen der Geschäftsprüfungsdelegation nicht gefolgt ist.

Letzte Woche wurde bekannt, dass Covassi im November in die Schweiz zurückgekehrt ist und von der Genfer Kantonspolizei verhaftet wurde. Der Sekretär der Geschäftprüfungsdelegation, Philippe Schwab, sagte, dass Covassi erneut um eine Anhörung gebeten habe. Dabei habe er Angaben gemacht, die die Geschäftsprüfungsdelegation veranlasst hätte, ihm eine dritte Chance zu geben. (Quelle: Tagi) Am Dienstag, 12. Dezember hat Covassi vor der Delegation 90 Minuten ausgesagt. Mit im Gepäck: 300 Seiten Dokumente und 5 Stunden Gesprächsaufnahmen zwischen dem Moschee-Spion und seinem Führungsoffizier Patrick S. vom Inlandgeheimdienst DAP. (Quelle: Journalismus – Nachrichten von heute).
Die Geschäftsprüfungsdelegation werde nun ihre Untersuchung über die angebliche Spionagetätigkeit Covassis für den Inlandgeheimdienst abschliessen und danach über den Fall informieren. Na, da bin ich mal gespannt!

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