Grüsse aus Berlin – 23C3 Tag 1

Der 23. Chaos Communication Congress hat gestartet! Die Eröffnungszeremonie wurde von Tim Pritlove wieder absolut professionell gehalten. Die diesjährige Keynote wurde von John Perry Barlow präsentiert. Ich habe Barlow bereits gestern Nacht (ca. um 0200) von weitem in einer umliegenden Bar gesehen und musste schockiert feststellen, dass er ganz entgegen dem Bild auf seiner offiziellen Website auf der Electronic Frontier Foundation (EFF) verdammt alt aussieht (sorry, aber vergleiche dazu das Bild auf der Wikipedia). Er ist ein amerikanischer ex-Viehzüchter und ehemaliger Songtexter für Grateful Dead, der 1990 zusammen mit Mitchell Kapor die Electronic Frontier Foundation gründete, die sich für die Bürgerrechte im Cyberspace einsetzt. Also eigentlich eine herausragende Persönlichkeit in der “Scene”, aber leider fand ich seine Keynote enttäuschend – oberflächlich, unvorbereitet und Barrlow selber machte einen ziemlich durchnächtigten Eindruck – naja ich wusste ja warum. Schade! Heise fasst die wichtigsten Punkte der Keynote zusammen.

Recht interessant gestartet hat der Vortrag “The Grim Meathook Future – How The Tech Culture Can Maintain Relevance In The 21st Century“. In diesem Vortrag versuchte Joshua Ellis die Zukunft anhand der Vergangenheit aufzeigen. Beispielsweise wuchs die “Dot-com Blase” mit einem ganz neuen Lebensgefühl – leider aber auch mit wirklich dummen Geschäftsmodellen und “Errungenschaften”. Nach dem die Blase geplatzt war, und alle beteuerten, dass in Zukunft alles besser werde, startet nach einer gewissen Zeit des Vergessens Web 2.0, MySpace usw. – wiederholt sich die Geschichte? Aber womöglich liegt die Zukunft gar nicht in den “Errungenschaften” der IT-Branche. Beispielsweise ist Uganda nun vernetzt – den Leuten geht es aber kein bisschen besser, und die Probleme sind keineswegs gelöst. Womöglich hat die IT und auch die anderen Zukunftstechnologien (Bio-, Nano- usw) keinen grossen Einfluss auf die Zukunft – insbesondere angesichts der drohenden Klimakatastrophe, den Energieproblemen usw. Wer etwas Hoffnung für die Zukunft schöpfen wollte, war bei diesem Vortrag an der falschen Stelle.

Anschliessend war ich wie geplant im Vortrag über Drohnen. Steini zeigte in seinem Vortrag zivile Drohnen, die zu einem erträglichen Preis zu kaufen sind (derzeit um 10’000 Euro). Ein interessantes Spielzeug für NGOs, Privatspione, Terroristen usw. jedoch derzeit nicht mit ihren militärischen Vorbildern vergleichbar (zu kurze Flugzeit: 20-25 Minuten, zu wenig robust, noch zu langsam). Höhepunkt war die Demonstration der MD4-200 (siehe Bild) von Microdrones. Drohne fliegt mit “Zusätzen” in die Ehrentribüne an der Fussball-Weltmeisterschaft war im Vortrag ein Szenario, dass auch für die Euro 2008 möglich wäre. Ein flink fliegendes Objekt unter 5 kg mit 20-30 km/h ist nicht so einfach abzuwenden.

So, nun bin ich jedoch auch recht erschöpft – leider bin ich auch nicht mehr der Jüngste ;-)

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One Response to Grüsse aus Berlin – 23C3 Tag 1

  1. pierro says:

    he he – schoener artikel.
    aber ein wenig musste ich schon beim lesen deiner worte schmunzeln:

    “in einer umliegenden Bar gesehen und musste schockiert feststellen, dass er ganz entgegen dem Bild auf seiner offiziellen Website auf der Electronic Frontier Foundation (EFF) verdammt alt aussieht”

    mhh, man wird letztlich nicht juenger . . . aber du hast recht :-)

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