… und plötzlich geht’s doch!

Im Oktober noch unverhoft in den Kreis der Atommächte aufgestiegen – auch wenn Test wohl eher ein Misserfolg war – und wenn man der Propaganda glauben wollte, eine absolut unberechenbare potentielle atomare Gefahr für die Welt, ist mit Nordkorea plötzlich eine Übereinkunft erzielt worden. Was ist geschehen?

Auf der einen Seite hat Nordkorea im wahrsten Sinne des Wortes “kalte Füsse” bekommen – das Land braucht Energie. Die USA, China und Südkorea werden Nordkorea kurzfristig 50’000 Tonnen Öl zur Erzeugung von Strom sowie Hilfe von insgesammt 400 Mio $ Umfang und mittelfristig weitere 950’000 Tonnen Öl liefern. Dafür wird Nordkorea innerhalb von 60 Tagen den nuklearen Reaktor in Yongbyon (siehe Bild) herunterfahren, versiegeln und lässt wieder internationale Waffeninspektoren ins Land.

Auf der anderen Seite hat anscheinend auch China zu diesem Erfolg verholfen und Druck auf Nordkorea ausgeübt. Die Time schreibt dazu:

Last April, U.S. President George W. Bush — not known as much of a micro manager — personally rejiggered the seating chart at a White House luncheon welcoming Hu Jintao to Washington. Bush had been slated to sit next to Hu’s wife, with first lady Laura Bush next to the Chinese President at a separate table. But Bush wanted some extra face time with Hu, for one reason only, says a senior White House adviser: “He wanted to stress to President Hu that he was absolutely committed to denuclearizing the Korean peninsula, but that he couldn’t get that done by himself. He told Hu that he needed China’s help, that it was the only way to move forward.”
Late last night in Beijing, with a strong dose of the Chinese assistance Bush had sought, the U.S. and its negotiating partners in the so-called six-party talks apparently moved a step closer to getting North Korea to stand down its nuclear weapons program.

Doch alle Fragen sind noch lange nicht vom Tisch – die Übereinkunft ist erst ein Begin und weitere Verhandlungen müssen folgen. Über das “geheime” Programm zur Anreicherung von Uran wurde beispielsweise noch nicht gesprochen. Da Nordkorea ein solches Programm in der Vergangenheit abgestritten hat, müsste es dieses in einem ersten Schritt zuerst zugeben. Ausserdem nehmen US Geheimdienste an, dass Nordkorea im Besitz von 6-10 Atombomben ist – auch darüber wurde noch nicht gesprochen.

All in allem drängt sich die Ansicht auf, dass unsere Annahme, dass der Atomwaffentest Nordkoreas ein Druckmittel war, um eine bessere Verhandlungsposition zu erreichen, wenigstens im Kern richtig war und ein Grund für die vorteilhaften Ergebnisse der Vereinbarung für Nordkorea war.

Kritik an dem Abkommen kam vom früheren US-Botschafter bei den Vereinten Nationen und Hardliner, John Bolton. Nordkorea sollte nicht mit massiven Öllieferungen belohnt werden, sagte Bolton dem Fernsehsender CNN. Das sei das falsche Signal an Länder mit international umstrittenen Atomprogrammen.

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