Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!

Ich finde ja Umweltschutzorganisationen wichtig, trotzdem habe ich ab und zu Mühe mit ihren Standpunkten. Wenn es um die zukünftige Energieversorgung der Schweiz geht, so ist die Ausnutzung der Wasserkraft wohl einer der vernünftigsten Ansätze. “Alternative” Energiequellen werden den Bedarf mittelfristig kaum decken können, Atomkraftwerke sind alles andere als unproblematisch (obwohl ich die Planung von Ersatzkraftwerke für die bestehenden absolut bejahe) und fossile Kraftwerke verbieten sich wegen ihren Kohlendioxidemissionen (ausserdem sollten die fossile Brennstoffe für etwas gescheiteres eingesetzt werden). Die Umweltschutzorganisationen torpedieren jedoch ausser das Aufstellen von Solarzellen und Windkraftwerken jegliche Projekte. Als man im Wallis die Wasserkraft der Rhone (Hydro-Rhone) nutzen wollte, sperrten sich die Umweltverbände. Bei der Erhöhung der Grimselstaumauer um 23m (KWO plus) und die damit beinahe Verdoppelung der Seekapazität (von 95 Millionen Kubikmeter auf 170 Millionen Kubikmeter) sind wieder die Umweltschutzorganisationen gegen das Projekt. Ja, von irgendwoher muss doch der Strom kommen!

Die Umweltverträglichkeitsprüfung ergab dass das Vorhaben bewilligungsfähig ist, sofern dem Vorhaben der KWO ein nationales Interesse zugesprochen werden kann, was die Berner Kantonsregierung bejate. Zudem müssen die Eingriffe unter grösstmöglicher Schonung der Umwelt erfolgen und angemessene Ersatzmassnahmen verfügt werden. Den KWO wurden entsprechende Auflagen gemacht. Der Standort Grimsel biete sich für ein solches Vorhaben in optimaler Art und Weise an. Ein vergrösserter Grimselsee könne zudem bei zukünftigen Hochwassersituationen vermehrt Wasser zurückhalten. Im Übrigen sei die Moorlandschaft “Grimsel” nur indirekt betroffen.

Das sehen die Umweltverbände anders: von der Staumauererhöhung bedroht seien Teile einer Moorlandschaft, das Gletschervorfeld des Unteraargletschers sowie ein Bestand von gegen 50 Arven.

Ein kleines Detail: die Grimselstrasse müsste über eine Hängebrücke über den aufgestauten See geführt werden (siehe Photomontage oben rechts).

Der Tagesanzeiger zeigt die Chronologie eines umstrittenen Projektes.

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