Grüss Gott Heeresstab, hello 26C3 !

HeeresstabDie arbeitsbedingte Herbstpause ist vorüber und insbesondere über Weihnachten und Neujahr sind wieder einige frische Artikel auf deutsch geplant. Ausserdem möchte ich hier eine “neue Fangemeinde” als regelmässige Leser meines Blogs begrüssen: den Heeresstab. Wie ich von einem Informant aus dem Heeresstab erfahren habe, wurde offiziere.ch vom Telematik Sicherheitsoffizier des Heeresstabes auf eine Liste mit “inoffiziellen Internet-Sites Heer” aufgelistet, welche wohl in Zukunft öfters Besuch vom Heeresstab bekommen könnten (als “überwachen” möchte ich das noch nicht bezeichnen). Wie ich hier bereits erklärt hatte, bekämpft die Armee mit der “Weisung zur Aufzeichnung und Veröffentlichung von Darstellungen mit militärischen Inhalten“ insbesondere “kleinere Kompanie- und Bataillonswebseiten”, wie beispielsweise hier oder hier. Anscheinend möchte der Kommandant Heer nun auch andere armeebezogene Websites unter Druck setzen, wie beispielsweise die Website der AAKSA oder military.ch – ich bezweifle jedoch, dass es dafür eine ausreichende rechtliche Grundlage gibt. Wieso offiziere.ch trotz anderslautender Erklärung zu den “inoffiziellen Internet-Sites Heer” bezeichnet wurde, ist mir unklar. Womöglich hat sich der Telematik Sicherheitsoffizier des Heeresstabes seine Arbeit etwas sehr einfach gemacht und sich übers Wochenende mal ein paar “Armee-Websites” ergooglet – schliesslich überprüft der Kommandant Heer die aufgeführten Websites kaum selber. Ob und was bei offiziere.ch genau kritisiert wird, ist mir unklar, denn bei den Bemerkungen steht nur “Blog und ein Link zu panopti.com (Seite gegen Überwachung)”. Anhand einer internen Risikoabschätzung wurde entschlossen, eine Diversifizierung der Registrierung des Domainnamens vorzunehmen. Somit ist ab sofort offiziere.ch auch über den Domainnamen offiziere.info erreichbar.

WikiLeaksAuch dieses Jahr werde ich vom 27.12.09-30.12.09 am Chaos Communication Congress in Berlin teilnehmen und mich bemühen einen täglichen Bericht abzufassen. Das Kongressprogramm ist noch in Bearbeitung, jedoch sind bereits einige interessante Vorträge auszumachen. Beispielsweise will “WikiLeaks Release 1.0” die Entwicklungen rund um WikiLeaks seit dem letzten Vortrag am 25C3 (Videomittschnitt) aufzeigen. Bei WikiLeaks handelt es sich um die Idee, ein Wiki voller geleakter Informationen aufzubauen und damit die Veröffentlichung vertraulicher Informationen zu fördern. Der letztjährige Vortrag über WikiLeaks mochte mich über die Brauchbarkeit der dort enthaltenen Informationen noch nicht gänzlich überzeugen. Jedoch bereits in der Chaosradio Sendung 149 wurde ein erweiterter Einblick in die Funktionsweise von WikiLeaks gegeben und wie gefahrlos vertrauliche Informationen veröffentlicht werden können. Ausserdem gab Daniel Schmitt einige Ausblicke auf das Release 1.0 und ich hoffe, dass einige Neuerungen am Congress gezeigt werden. Übrigens wird morgen Montag, ein 13.09.2009 40-seitiger Feldjägerbericht zum Luftangriff der Deutschen Bundeswehr auf zwei entführte Tanklaster vom 04.09.2009 auf WikiLeaks veröffentlicht. Verwandt mit diesem Thema will Jens Kubieziel in seinem Vortrag “Eine Zensur findet statt” verschiedenste Zensurmassnahmen ausgewählter Staaten vorstellen.

Auch Bicyclemark wird wieder einen Vortrag halten. Nachdem er sich vor zwei Jahren mit der territorialen Aufteilung der Arktis zwischen den USA, Kanada, Russland, Dänemark und Norwegen befasste (Videomittschnitt) und letztes Jahr die Machenschaften der Soja-Produzenten (Videomittschnitt) durchleuchtete, wird er sich dieses Jahr mit Journalisten befassen, welche bei ihrer Arbeit ausspioniert und deren Recherchen gegen sie verwendet wurden. Auch wenn der Text zum Vortrag noch nicht viel verrät, bin ich überzeugt, dass Bicyclemark wieder mit ein paar überraschenden Stories auftrumpfen kann.

Chaos Communication CongressLeider finden auch dieses Jahr zwei interessante Vorträge zur gleichen Zeit statt. In “Yes We Can’t! – on kleptography and cryptovirology” will Moti Yung aufzeigen, wie Cryptopgraphie in Verbindung mit Viren und Trojanern so eingesetzt werden kann, dass ein Reengineering verunmöglicht und die Anonymität des Angreifers geschützt wird (siehe dazu auch die Website zu diesem Thema). Gleichzeitig hält Christiane Ruetten den Vortrag “I, Internet” in dem sie der Frage nachgeht, ob wir durch das Internet so stark miteinander vernetzt werden, dass dadurch langfristig eine Art “kollektives Gehirn” entstehen könnte.

Interessante technologiebasierte Vorträge könnten “Total Annihilation” (Update vom 30.12.09: der Vortrag findet nicht statt) und “Wireless power transfer” sein. Beim ersten Vortrag geht es um den Einsatz von Robotern auf dem modernen Gefechtsfeld. Diesem Thema haben wir uns auf offiziere.ch schon öfters gewidmet, doch insbesondere der versprochene Ausblick auf zukünftige Entwicklungen könnte den Vortrag ausserordentlich interessant machen. Beim zweiten Vortrag geht es um die drahtlose Übertragung von Elektrizität, wobei sich Davor Emard an die grundlegenden Konzepte von Nikola Tesla halten will.

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