Wenn die Tage wieder kälter werden, stellen sich womöglich einige die Frage, wie es eigentlich mit der staatlichen Lagerhaltung von Energieträgern in der Schweiz aussieht. Jedenfalls hat Nationalrat Filippo Leutenegger (FDP/ZH) den Bundesrat in einer Fragestunde in der Wintersession die Frage gestellt, wie es mit der Versorgungssicherheit von Privathaushalten mit Erdgas steht. Gemäss Aussage des Bundesrates konnten bis anhin in der Schweiz aus geologischen und technischen Gründen keine grossen Gaslager, z.B. Kavernenspeicher, angelegt werden. Kurzfristig sei lediglich das Speichern von Gas in den Pipelines möglich. Gegenwärtig prüfe die Gasindustrie mögliche Standorte für Gaslager, beispielsweise im Grimselmassiv. Im Falle einer Erdgasverknappung würden Benutzer von Zweistoffanlagen (gasförmig/flüssig) auf andere Energieträger, z.B. Erdöl, umgestellt. Durch die Umschaltung der etwa 7500 Grossverbraucher mit Zweistoffanlagen könnte innert kurzer Frist eine Reduktion des Erdgasverbrauchs um rund 40 Prozent erreicht werden. Der Bundesrat nahm bereits im Oktober 2007 vom Bericht über die Pflichtlagerpolitik für die Jahre 2008 bis 2011 Kenntnis, in dem festgelegt wurde, dass für sämtliche flüssige Treib- und Brennstoffe eine Pflichtlagermenge entsprechend einem Normalverbrauch von 4,5 Monaten gehalten (Ausnahme Flugpetrol: 3 Monate) wird. Zum Vergleich: vor 2004 waren in der Schweiz noch Pflichtlager für durchschnittlich 6 Monate vorhanden. In Deutschland gibt es derzeit strategische Öllager für 90 Tage. Ausserdem existieren in der Schweiz freiwillige Pflichtlager der Kernkraftwerke für ungebrauchte Kernbrennstäbe. Gemäss Bundesrat Leuenberger würden diese Reserven im Einzelfall bei einem Lieferstopp für einen weiteren Normalbetrieb eines Kernkraftwerkes während eines Jahres genügen.