Tippex für den Bildschirm

Dass die Amerikaner vermutlich nicht zu den gebildesten Völkern gehören, muss man wohl niemandem erklären. Was sich nun aber das Pentagon bei der Veröffentlichung des offiziellen Untersuchungsbericht über die Erschießung des Geheimdienstagenten Nicola Calipari und der Verwundung der italienischen Journalistin Giuliana Sgrena geleistet haben, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Zum Vergleich könnte man grad so gut Tippex für den Bildschirm benutzen: US-Regierungsstellen hatten entscheidende Teile des Dokumentes in Microsoft Word zunächst geschwärzt und das Dokument dann ausweislich der Metadaten mit PDFMaker 6.0 exportiert. Dabei blieben die geschwärzten Teile als Text erhalten und lassen sich über die Zwischenablage wieder in einen beliebigen Texteditor einfügen. Die Formatierung geht dabei entweder verloren oder lässt sich nachträglich ändern, sodass die geschwärzten Teile wieder sichtbar werden. Auf diese Weise werden Namen und Dienstgrade aller beteiligten US-Soldaten sowie weitere Informationen über die militärische Lage in Bagdad sichtbar. Der Bericht enthält zudem in den geschwärzten Stellen unter anderem brisante Informationen zu Kommunikationsproblemen zwischen den beteiligen Armeeeinheiten.
Zum selber probieren: Bericht downloaden, schwarze Textstellen markieren, kopieren und in Word einfügen – am Schluss hat man das gesammte klassifizierte Dokumment ungeschwärzt.

Zum Beispiel geschwärzt ist:
From 1 November 2004 to 12 March 2005 there were a total of 3306 attacks in the Baghdad area. Of these, 2400 were directed against Coalition Forces.

Nicht schlecht !?

Übrigens, sollte mich nun eine amerikanische Rakete treffen, so glaubt nicht an einen Unfall ;-) Mehr über diesen Bericht kann man hier erfahren.

Trotzdem, allzustark sollten wir nicht über die Amerikaner lachen – auch unsere Bundesstellen haben manchmal Mühe mit der Informatik. So waren bei einigen digitalen Vorabversionen von Reglementen die Überarbeitungsinformationen in den Word-Dokumenten nicht entfernt, so dass man feststellen konnte, wie sich ein Dokument veränderte und wer welche Teile wie abgeändert hat – dies ist aber nur ein Beispiel von vielen.

Update zu “Wann wird eigentlich das Benzin wieder billiger? Niemehr!“: US Präsident Bush’s “neuer” Energieplan. Ein genauerer Blick offenbart jedoch, dass sich eigentlich nichts ändern wird. In einer Diskussion hat mir jemand mitgeteilt, dass die Benzinautos ruhig verschwinden können, da der Wasserstoffantrieb in Brennstoffzellen bereit ist, diesen Ausfall zu übernehmen. So sei der individuelle Privatverkehr auch in Zukunft gesichert. Der Hacken daran: woher soll man diesen Wasserstoff nehmen – die Gewinnung aus Wasser benötigt viel Energie. Dies bestätigt auch der Bericht auf Telepolis:

Und auch George W. Bush weiß nicht, woher der Wasserstoff kommen soll, mit dem wir unsere Autos tanken sollen.

Einer der sparsamsten Fahrzeuge könnte übrigens der VW Touran sein. Wie man beim SWR3-Autotest lesen kann, ist es nicht möglich dieses Fahrzeug zu betanken:

Alles toll? Eigentlich ja. Aber ganz zum Schluss beim Betanken gibt’s dann doch noch mal ‘ne böse Überraschung. Der Touran lässt sich nämlich aus irgendwelchen Gründen nicht füllen. Pech für VW.

Was es nicht alles gibt – vorallem hat nicht mal VW eine Erklärung dafür.

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