CIA’s Familienjuwelen

Vor gut einem Monat wurden ca. 700 klassifizierte Dokumente der CIA aus den Jahren 1950 – 1970 freigegeben – die sogenannten Familienjuwelen der CIA. Einige (wenige) Dokumente waren auch wirklich interessant, das meiste Material war jedoch eher “administratives Füllmaterial“. Beispielsweise hat die CIA zwischen 1960-62 mit John Roselli von der Mafia zusammengearbeitet um Fidel Castro umzubringen. In einem Bericht von Democracy Now wird erklärt, wie es zu der Freigabe dieser Dokumente kam, und welche die interesantesten Fakten in diesen Dokumenten sind:


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Um interessantere Informationen über die Machenschaften der CIA zu bekommen, muss man nicht allzuweit in die Vergangenheit schauen. So hat die CIA seit Jahren an verfeinerten Verhör und Foltermethoden “geforscht”. Nicht dass dies wirklich überraschend wäre, schliesslich sind die Entführung von “terrorverdächtigen” Personen durch die CIA in Länder mit tieferen menschenrechtsverständnis schon länger aufgeflogen – was aber viel überraschender ist, ist der Fakt, dass dies niemand interessiert. So konnte Dick Marty nachweisen, dass in Polen und in RumänienBlack Sites“, geheime US-Militärgefängnisse betrieben wurden – bis jetzt hatte dies jedoch noch keine Konsequenzen für diese EU-Länder.

Mark Benjamin (siehe auch das Interview auf Democracy Now weiter unten) von Salon.com zeigt in seinem Artikel “The CIA’s torture teachers” auf, dass zwischen der CIA und dem US-amerikanischen Militär wahrscheinlich eine Zusammenarbeit stattfand, um Techniken zu entwickeln, wie aus gefangenen “Terroristen” Informationen herausgefoltert werden können. Die Grundlagen dieses Folterprogramms entspringen aus dem SERE-Programm (Survival, Evasion, Resistance and Escape), das US-ameriaknischen Spezialeinheiten das Verhalten bei Gefangennahme und Folter auf ihren Mission beibrachten. Während des Programms wurden die Teilnehmer gleichen Bedingungen unterzogen d.h.: gedemütigt und “leicht gefoltert”. 1993 gab es in Verbindung mit der Ausbildung von Kadetten an der US Air Force Academy am SERE-Training Vorwürfe der sexuellen Nötigung während des Trainings. Es scheint, dass das militärische SERE-Programm als Grundlage für die Verhörmethodiken der CIA gedient hat, und dass zwei Psychologen, die am SERE-Training beteiligt waren, danach für die CIA arbeiteten.

There is growing evidence of high-level coordination between the Central Intelligence Agency and the U.S. military in developing abusive interrogation techniques used on terrorist suspects. After the Sept. 11 attacks, both turned to a small cadre of psychologists linked to the military’s secretive Survival, Evasion, Resistance and Escape program to “reverse-engineer” techniques originally designed to train U.S. soldiers to resist torture if captured, by exposing them to brutal treatment. The military’s use of SERE training for interrogations in the war on terror was revealed in detail in a recently declassified report. But the CIA’s use of such tactics — working in close coordination with the military — until now has remained largely unknown. — Mark Benjamin, “The CIA’s torture teachers“, Salon.com.

Mit diesen Hintergrundinformationen muss man sich ernsthaft fragen, ob die Vorgänge in Abu Graib ausschliesslich auf das Konto der zu recht verurteilten folternden Soldaten gingen, oder ob, wie von den Beschuldigten behauptet, hinter den Folterungen der Gefangenen tatsächlich ein System bzw. eine Strategie befand, die von höheren Stellen nicht nur akzeptiert, sondern sogar aufgetragen wurde.


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