Ex Tiger Teilersatz: Eurofighter

Ein Gastbeitrag von Patrick Truffer.

Auch wenn der Bundesrat vorerst auf einen Tiger Teilersatz verzichtet, werden die drei jetzigen Anbieter mit grösster Wahrscheinlichkeit weiterhin am Ball bleiben. Deshalb schliesse ich die dreiteilige Artikelserie mit der Vorstellung des letzten Kandidaten im Rennen um den Tiger Teilersatz – dem Eurofighter – ab. Der ursprüngliche Artikel zum Eurofighter stammt vom 11.08.2007 und wurde komplett revidiert.

German Air Force single seat Eurofighter over Lithuania as part of Nato policing of the Baltic States. The aircraft is from JG-74 from Neuburg, Germany and has IRIS-T missiles and drop tank.In vielerlei Hinsicht spielt der Eurofighter in einer anderen Liga als seine beiden Konkurrenten. So ist der Eurofighter nicht das Produkt eines Unternehmens aus einem bestimmten Land, sondern die Entwicklung teilt sich auf die European Aeronautic Defence & Space Company (EADS; 43,0% Anteil), BAE Systems aus Grossbritannien (37,5% Anteil) und Alenia Aeronautica aus Italien auf. Bei der EADS handelt es sich wiederum um eine multinationale europäische Aktiengesellschaft, welche über keinen einzelnen Mehrheitsaktionär verfügt. Im Jahre 2000 ging die EADS aus der Fusion der deutschen DaimlerChrysler Aerospace AG (DASA), der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen Construcciones Aeronáuticas S.A. (CASA) hervor. Heute halten die französische Société de Gestion de Participations Aéronautiques (SOGEPA) mit der Groupie Lagardère zusammen sowie die deutsche Daimler je 22,46% der EADS-Aktien. Die spanische Staatsholding Sociedad Estatal de Participaciones Industriales (SEPI) hält 5,48% der Aktien. 49,16% der Aktien sind frei handelbar und über eine Reihe von Institutionen, privaten Anlegern und EADS-Mitarbeitern verteilt. (Quelle: EADS, “Aktionärsstruktur“, 30.06.2010). Bei der EADS handelt es sich um Europas grösster Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern. Im Bereich Luft und Raumfahrt liegt EADS weltweit hinter Boeing sogar auf dem zweiten Platz. Momentan ist die Lieferung von insgesamt 707 Eurofightern vertraglich fixiert, 225 davon sind bereits ausgeliefert. Die 707 Maschinen teilen sich wie folgt auf: 232 für Grossbritannien, 121 für Italien, 87 für Spanien, 180 für Deutschland, 72 für Saudi Arabien und 15 für Österreich. Eine derart weite Verbreitung bedeutet eine gewisse Sicherheit was Weiterentwicklung und Stabilität des Eurofighter-Programms angeht. Ausserdem kann die Schweiz von einem Skaleneffekt profitieren, was sich insbesondere bei der Verfügbarkeit und dem Preis von Ersatzteilen positiv auswirken könnte. Durch die vielfältigen technologischen Gebieten in denen EADS tätig ist, eröffnet sich für die Schweizer Industrie Beteiligungsmöglichkeiten, bei welchen die anderen beiden Konkurrenten kaum mithalten können. Zum Teil besteht eine solche Zusammenarbeit schon – beispielsweise mit der Ruag. Um die Angst eines kleinen Geschäftspartners wie der Schweiz vor einem limitierten Einfluss in einem grossen, internationalen agierenden Konzern zu zerstreuen, bietet EADS eine schriftliche Zusage der vollen Integration der Schweiz als gleichberechtigter Partner in der Eurofighter Nutzergemeinschaft durch die vier Eurofighter Core Nationen, Deutschland, Spanien, Grossbritannien und Italien an. Damit ist ein offener Zugang zu allen Technologien garantiert.

Das Eurofighter- Triebwerk (Eurojet EJ200) bei der Montage (Foto: EADS)Von den Ausmassen her ist der Eurofighter das grösste der drei Kampfflugzeuge und besitzt das leistungsfähigste Triebwerk (Eurojet EJ200), welches auch über Supercruise-Fähigkeit verfügt. Somit verfügt der Eurofighter auch über die höchste Steigleistung und das beste Schub-Gewichts-Verhältnis aller Tiger-Teilersatz-Kandidaten. Dank einer modernen Triebwerksüberwachungseinheit muss das Triebwerk nicht mehr in zeitlichen Zyklen gewartet werden. Umfangreichere planmässige Instandhaltungs- und Wartungsintervalle sind nur nach jeweils 400 Flugstunden (rund alle 2 Jahre) vorgesehen. Rund 50% aller auftretenden Systemfehler sind innerhalb von 45 Minuten behebbar. Damit wurde im Vergleich zu anderen modernen Triebwerken die Einsatzdauer verdoppelt. EADS unterstreicht auf ihrer Website den vereinfachten Wartungsaufwand, welcher nicht nur miliztauglich sondern auch kostengünstig sei. Enttäuschend fällt die Tatsache auf, dass der Eurofighter im Vergleich zum Dassault Rafale rund 2’000kg weniger Ladegut (Waffen, Spezialbehälter, externe Tanks usw.) aufnehmen kann. Gemäss EADS liegt der Grund für die höhere Lademenge bei der Rafale darin, dass sie zur Mitführung von zusätzlichem Treibstoff in den Aussentanks für offensiven Luft-Boden- oder Nuklear-Einsatzrollen mit grosser Waffenzuladung konzipiert sei, was jedoch im Rahmen des Tiger Teilersatz nicht verlangt wurde. Für Luftpolizei-Einsätze sei jedoch ein grosser interner Tank für die Mitführung des Treibstoffs viel entscheidender. In der Tat weist der Eurofighter mit 4’996kg (6215 Liter) mitgeführtem Treibstoff den grössten internen Tank auf, was sich im Vergleich zum Saab Gripen (3’500kg) zwar deutlich, vom Rafale (4’700kg) jedoch nicht wirklich entscheidend abhebt. Ausserdem schlägt das kräftige Triebwerk bei den Lärmemissionen negativ zu Buch: mit durchschnittlich 110dB ist der Eurofighter 2dB lauter als die Rafale und 5dB lauter als die Gripen (Robert Wall, “Fighter Competition Timelines In Doubt“, Aviation Week, 11.01.2010). Gemäss Angaben der Armasuisse handelt es sich bei einer Differenz um 3dB um den minimalen Unterschied, bei dem zwei zeitlich getrennte Ereignisse unterscheidet werden können. Erst eine Zunahme um 10dB entspräche einer Verdoppelung des empfundenen Lärms. Deshalb hält die Armasuisse auch in ihrer Medienmitteilung fest, dass alle evaluierten Kandidaten “in die gleiche Lärmkategorie wie die F/A-18 Hornet” gehören. Gemäss Angaben von EADS sei “[d]as EJ200 Triebwerk […] nicht lauter als die weniger leistungsstarken Triebwerke der Konkurrenten”.

Emissionsdiagramm für den EurofighterWelf-Werner Degel, Head of Eurofighter Camping Switzerland führt als ein Vorteil des Eurofighter das “starke Captor Radar [sic]” auf. Es soll dem Piloten ermöglichen auch Kleinstflugzeuge auf hohe Entfernung bei Luftpolizeieinsätzen schnell und sicher zu identifizieren. Auch wenn es sich beim CAPTOR-D um einen sehr leistungsfähigen Radar handelt, so ist es kein Active Electronically Scanned Array (AESA). AESA wird mit dem CAPTOR-E bzw. CAESAR voraussichtlich 2015 mit der Tranche 3B ausgeliefert. Da der Schweiz die Tranche 3A offeriert wurde, ist kein AESA enthalten und müsste bei Bedarf nachgerüstet werden. Das Defense Aids Sub-System (DASS) des Eurofighters gehört zu den leistungsfähigsten Selbstschutzsystemen für Mehrzweckkampfflugzeuge. Durch die Auswertung aller Sensordaten ortet DASS Signale in einer 360°-Sphäre um den Eurofighter herum und leitet wenn notwendig automatisch Selbstschutzmassnahmen ein. Diese Massnahmen können jedoch wenn notwendig vom Piloten übersteuert werden. Im Bereich der Weiterentwicklung ist eine schubvektorgesteuerte Variante des EJ200 Triebwerks vorgesehen, welche beispielsweise Indien offeriert wurde (vgl.: Andrew Doyle, “AERO INDIA: Eurojet offering thrust-vectoring EJ200 for LCA“, Flightglobal, 17.02.2009). Auch wenn im Rahmen des Tiger Teilersatz diese Weiterentwicklung nicht nachgefragt wurde, zeigt es exemplarisch die Weiterentwicklung des Eurofighter Programms im Bereich der Spitzentechnologie auf. EADS geht von einer Nutzungsdauer über 40 Jahre aus.

Und hier die Flugzeugdaten im Überblick (wenn nichts angegeben, stammen die Daten von EADS – teilweise aus einer Broschüre, teilweise aus Emails mit EADS):

Kenngrösse Daten
Typ:  Mehrzweckkampfflugzeug
Länge:    15,96 m
Flügelspannweite:    10,95 m
Flügelfläche:    50,00 m²
Höhe:    5,28 m
Leermasse:  11’000 kg
Mitgeführter Treibstoff (intern) 4’996 kg
max. Abflugmasse:  23’500 kg
max. Ladegut (Waffen, externe Treibstofftanks) 7’500 kg
Marschgeschwindigkeit:  1’500 km/h (Supercruise)
Höchstgeschwindigkeit:  2’495 km/h (Mach 2)
Steigleistung: min. 315 m/s (verschiedene Quellen)
Dienstgipfelhöhe: grösser als 17’000m
Einsatzradius:  1’390 km (mit vier AMRAAM und Zusatztanks)
Flugreichweite:  3’790 km (mit zwei Aussentanks)
Schub-Gewicht-Verhältnis: Maximal (Leergewicht): 1,67 (eigene Berechnung)
Nominal (normales Startgewicht): 1,15 (eigene Berechnung)
Minimal (maximales Startgewicht): 0,78 (eigene Berechnung)
Besatzung Es gibt eine Einsitzer- sowie eine Zweisitzerversion.
Bewaffnung:    Eine Boardkanone vom Typ 27mm Mauser BK-27.
13 Waffenstationen für beispielsweise Air-to-Air missiles (AIM-9 Sidewinder, AIM-132 ASRAAM, AIM-120 AMRAAM, IRIS-T und MBDA Meteor), Air-to-Ground missiles (AGM-84 Harpoon, AGM-88 HARM, ALARMs, Storm Shadow “Scalp EG”, Brimstone, Taurus, Penguin und AGM Armiger und Bomben (Paveway 2, Paveway 3, Enhanced Paveway, JDAM, HOPE/HOSBO).
Triebwerk:  Zwei Mantelstromtriebwerke Eurojet EJ200 mit je 60 kN Schub ohne Nachbrenner und 90 kN mit Nachbrenner
Kaufpreis:  rund 180 Mio. SFr (inoffizielle Angabe der Informationsgruppe Pro-Kampfflugzeug)
keine Angaben vom Hersteller

Legende
Diagramm unten rechts: Emissionsdiagramm für den Eurofighter: schwarz ist ohne Nachbrenner, rot ist mit Nachbrenner (Quelle: Jürg Weber, Daniele Tamburini, Fabio Antognini, “Lärmmessungen 2008“, Medienkonferenz, 2.12.2009).

Quellen
Robert Kühni, “Interview mit den Programmverantwortlichen der Eurofighter Kampagne Schweiz“, FliegerWeb, 04.10.2009.

Bildverzeichnis
Oben links: German Air Force single seat Eurofighter over Lithuania as part of Nato policing of the Baltic States. The aircraft is from JG-74 from Neuburg, Germany and has IRIS-T missiles and drop tank. (Foto: EADS)
Mitte rechts: Das Eurofighter- Triebwerk (Eurojet EJ200) bei der Montage (Foto: EADS)

Update vom 17.09.2010
Im Rahmen der Vorbereitung des obigen Artikels stellte ich EADS folgende Frage: “Der Eurofighter scheint gemäss eines Artikels des Spiegels immer noch einige Kinderkrankheiten aufzuweisen. Im Juni 2009 hiess es, dass von den 38 Eurofighter der Deutschen Luftwaffe rund ein Drittel nicht einsatzbereit sein soll. Bei manchen würden im Flug noch immer die Instrumente ausfallen. Können Sie dazu Stellung nehmen?”

Antwort von EADS: “Der Eurofighter ist mittlerweile ein stabiles Waffensystem mit mehr als 225 ausgelieferten Flugzeugen. Nach Angaben der Streitkräfte ist die Verfügbarkeit des Eurofighter sehr hoch. In der deutschen Luftwaffe hat sich das Waffensystem eine operationellen Verfügbarkeit von 80% erreicht. Das ist der beste Wert der gesamten Typenflotte der Luftwaffe. Diese Angaben decken sich mit den Erfahrungen bei Einsätzen und Übungen aller Eurofighter-Streitkräfte: z.B. bei der Green Flag Übung in den USA, den Air Policing-Einsätzen im Baltikum und Albanien oder beim Luftkampftraining auf Sardinen erreicht die Maschine im Schnitt mehr als 90% operationelle Verfügbarkeit. Als jüngstes Waffensystem im Wettbewerb wird der Eurofighter in den Streitkräften und bei der Industrie noch in diesem Jahr die Marke von 100’000 Flugstunden überschreiten. Von den im Spiegel benannten Ausfällen der Cockpitanzeigen war auf ein Softwareproblem zurückzuführen und wurde unmittelbar durch eine überarbeitete Software behoben. Der Fehler war nicht flugsicherheitsrelevant.”

Da die vom Spiegel aufgezeigten Mängel bereits über ein Jahr alt waren und in der Zwischenzeit keine Probleme mehr publik geworden waren, hatte ich auf eine Erwähnung im obigen Artikel verzichtet. Dies hat sich jedoch mittlerweilen geändert. Am 24. August 2010 kam ein Co-Pilot aus Saudi Arabien bei einem Absturz des Eurofighters der spanischen Luftwaffe bei einem Trainingsflug nach dem Start ums Leben. Der spanische Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine befreien, doch beim Co-Pilot löste sich angeblich der Fallschirm vom Schleudersitz. Als Absturzursache vermuten Experten, dass wichtige Sensoren des Flugzeugs durch Vogelschlag zerstört wurden. Daraufhin musste die Deutsche Luftwaffe nicht nur sämtliche Flüge mit dem Eurofighter stoppen, sonder auch diejenigen des Tornados und des F-4 Phantom II (Mk. H-7), weil dort ebenfalls Probleme mit dem Schleudersitz aufgetreten waren. Sowohl die Schleudersitze beim Eurofighter (Mk. 16A Eurofighter), wie auch derjenige beim Tornado (Mk. 10A) bzw. F-4 Phantom (Mk. 7) stammen von der Firma Martin Baker. Gemäss Thomas Wiegold von “Augen geradeaus” handele es sich jedoch “[b]ei Tornado und Phantom […] um ein vollkommen anderes technisches Problem, das mit dem des Eurofighters nichts zu tun habe, aber zeitgleich aufgetreten sei”. Ebenfalls auf dem Boden bleiben die Eurofighter der Österreichischen Luftwaffe. Derzeit ist unklar, wann die Eurofighter wieder eingesetzt werden können. Trotzdem, mit bislang mehr als 90’000 unfallfreien Flugstunden ist der Eurofighter derzeit das sicherste Kampfflugzeug weltweit. (Quelle: Gerhard Hegmann, “Luftwaffe stoppt Eurofighter-Flüge“, Financial Times Deutschland, 16.09.2010 und “Bundeswehr fliegt nicht mehr“, Financial Times Deutschland, 17.09.2010).

Übrigens sind bei den Konkurenzprodukten ebenfalls Schleudersitze von Martin Baker eingebaut: beim Saab Gripen ist es der Mk. 10L, beim Dassault Rafale der Mk. 16F Rafale.

This entry was posted in Patrick Truffer, Technology.

12 Responses to Ex Tiger Teilersatz: Eurofighter

  1. Patrick Truffer says:

    Saudi-Arabien kauft für 6,39 Milliarden Euro 72 Eurofighter. Analysten gehen davon aus, dass einschliesslich der Waffen sowie Wartung und Training der Gesamtauftrag ein Volumen von etwa 20 Mrd. Euro hat. Im vergangenen Jahr drohte das Saudi-Eurofighter-Projekt zu platzen, als die britische Regierung gegen BAE Systems wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen ermittelte. Die Untersuchungen wurden dann auf Druck von Riad wieder eingestellt. (Quelle: Financial Times Deutschland)

  2. Pingback: Offiziere.ch » Tiger-Ersatz, Update 01

  3. Pingback: Offiziere.ch » Tiger Ersatz: Krebst die Armasuisse zurück?

  4. Pingback: Offiziere.ch » Tiger-Ersatz: Lockhead Martin F-35 Lightening II ?

  5. Der Artikel wurde am 04.09.2010 komplett überarbeitet – alle obigen Kommentare beziehen sich auf den alten Artikel.

  6. Remo says:

    Die Luftwaffe der Bundeswehr hat den Eurofighter bereits im Einsatz. Die Flugstunde kommt nach Informationen des SPIEGEL (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714354,00.html) auf 73.992 Euro, bei einem Kurs von 1.30 wären dies CHF 96’189.6. Allerdings ist unklar, wie diese Kosten kalkuliert werden. Die Bundesregierung nennt erst Annahmen in ihrer Antowrt auf eine parlamentarische Anfrage: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/128/1612803.pdf.

    Zitat aus dem SPIEGEL: “Mit 73.992 Euro liegt der Preis pro Flugstunde fast doppelt so hoch wie ursprünglich geplant. Der “Tornado”, das bislang teuerste Flugzeug der Luftwaffe, kostet lediglich 43.000 Euro pro Stunde.”

    Weiss jemand wie teuer eine Flugstunde der Schweizer F/A-18 ist?

  7. Patrick Truffer says:

    Hallo Remo,
    danke für Deinen Kommentar.

    Gemäss Angaben des VBS kostete 2003 eine Flugstunde beim F/A-18 21’500 Franken, beim F-5 Tiger 13’300 Franken (Quelle: Andreas Richner und Daniel Heller, “Ausbildungskooperation – sinnvoller Beitrag zur Aufrechterhaltung einer eigenen Luftwaffe“, Sicherheitspolitische Information, Verein Sicherheitspolitik und Wehrwissenschaft (VSWW), August 2003, p. 6.). Die Frage ist natürlich, wieviel Glauben Du dieser Quelle schenkst ;-)

    Zum Vergleich: Gemäss einer Schätzung des US Naval Air Systems Command (NavAir) wird eine Flugstunde des F-35B oder F-35C im Jahre 2029 rund 31’000 US-Dollar kosten (sehr spekulativ!!), verglichen mit rund 19’000 US-Dollar beim F/A-18 Hornet oder AV-8B Harrier. Der Wert des F/A-18 bzw. AV-8B Harrier scheint also glaubwürdig zu sein. Der spekulative Wert beim F-35B bzw. F-35C kam jedoch unter heftige Kritik. Er sei zu hoch angesetzt, weil das NavAir aus dem F-35 aussteigen wolle:

    The NavAir position – not in the formal sense, but as a corporate beliefe – is that they need and want out of the [F-35] program.” — Winslow T. Wehler, Direktor des Straus Military Reform Projekt am Center for Defense Information zitiert in John Reed und Andrew Tilghman, “USN’s F-35 Cost Forecast Stirs Debate Over Program”, Defensenews, 25:4, 25.01.2010, p. 4.

  8. Miles bramarbas teutonicus says:

    Die Flugstundenberechnung (FlH) bei der deutschen Luftwaffe ist eine bürokratisch-kameralistische Zahlen-Orgie, bei der – typisch deutsch eben – neben den klassischen POL-Verbräuchen (Petrol, Oil, Lubrificants) und den anteiligen Wartungs- / Infrastrukturkosten pro Flugstunde auch die entsprechenden Mannkosten sowie die buchhalterische Abschreibung des Geräts über die FlH hinzuaddiert wird. Böse Zungen behaupten, dass selbst die Abnutzung des Dienstfahrzeugs des Platzkommandanten bei den FlH-Kosten ihren Niederschlag fände. In so weit ist es wenig verwunderlich, dass die Deutschen bei allen Geräten, egal ob Schiff, Panzer oder Flugzeug, jeweils auf die höchsten System- und Nutzungskosten kommen.

  9. Hallo! Ein ausführlicher und informativer Artikel! Danke schön! Die Kommentare finde ich auch sehr interessant. Grüße, Ophelia!

  10. Pingback: Aufgeschnappt: and the winner is …. Saab Gripen | Offiziere.ch

  11. Pingback: Aufgeschnappt: Saab Gripen im Sturzflug | Offiziere.ch

  12. Pingback: Gripen E/F: finanzierbares risikoreiches Mittelmass | Offiziere.ch

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Comment Spam Protection by WP-SpamFree