Die Politik will es einfach nicht begreifen: 100%ige Sicherheit gibt es nicht. Nach dem die Flüssigkeitsmenge (gilt auch für Gels und Cremes) im Handgepäck schon seit längerem auf 100ml beschränkt wurde, ist der neuste Schrei die Installation von Körperscannern in Flughäfen. Was die Beschränkung der Flüssigkeitsmenge angeht, haben wir schon vor 2 Jahren bei Quarks&Co gesehen (ab Minute 11:00), dass diese Massnahme keine Anschläge verhindern kann. In einer Talksendung von Markus Lanz beim ZDF führte der Physiker Werner Gruber den deutschen CDU-Politiker Wolfgang Bosbach dem Publikum vor. Bosbach fordert die Einführung der Körperscanner, ist ein Verfechter von Videoüberwachung, eines Killerspiele- und Paintballverbotes. Gruber schmuggelte durch den Körperscanner im Studio einen Zünder, Thermit, eine kleines Reagenzglas und ein Feuerzeug. Anschliessend zeigte er, wie mit den vorhandenen Materialien eine Teflonpfanne durchgebrannt werden kann. Damit konfrontiert, wurde Bosbach gegen Schluss der Sendung recht schnippisch. Da kann ich nur gratulieren: grosses Kino! Gefunden auf Felix von Leitner's Blog - Danke! Update vom 31.01.10 Bei den Körperscanner geht es nicht um Sicherheit, sondern ums Geschäft. Es gibt drei US-amerikanische (American Science and Engineering, L-3 Communications, Rapiscan Systems), zwei britische (Smiths Group, ThruVision) und einen französischen (Brijot) Hersteller. An US-amerikanischen Flughäfen wurden Körperscanner unter der Bush-Administration vom ehemaligen US-Heimatschutzminister, Michael Chertoff eingeführt. Nach dem Ende der Bush-Ära gründete Chertoff eine Beratungsfirma (Chertoff-Group), welche die Interessen einiger Sicherheitskonzerne in Washington vertritt. Einer seiner Klienten ist die Firma Rapiscan Systems. Wen überrascht es da, dass Chertoff als "Sicherheitsexperte" nach dem vereitelten Terroranschlag auf den Northwest-Airlines-Flug 253 ausgerechnet Körperscanner als das Allheilmittel gegen solche Selbstmordattentäter propagierte (Beispiele: Washington Post, New York Times). Übrigens ist nebst dem früheren CIA-Direktor Michael Hayden ein ganzes Team ehemaliger hoher Militär- und Regierungsangestellter im Namen der Chertoff-Group aktiv. Derzeit sind 40 Körperscanner an 19 US-Flughäfen im Einsatz. Die jetzige US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano gab am 21.01.10 bekannt, dass innerhalb 12 Monaten mindestens 450 Geräte innerhalb der USA im Einsatz stehen sollen. Die ersten 150 Geräte wurden bei Rapiscan Systems in Auftrag gegeben, die restlichen wurden noch nicht vergeben. (Quelle: Marc Pitzke, "Gutes Geschäft mit der Angst", Spiegel, 21.01.10). Sind die Körperscanner in den USA etabliert, werden Flughäfen weltweit ebenfalls aufrüsten. Das Marktvolumen könnte weltweit bei bis zu 50.000 Geräten liegen.