Tiger Teilersatz: Saab JAS-39 Gripen

Ein Gastbeitrag von Patrick Truffer

Gripen NG Demonstrator (MS 21)
Copyright Saab AB, Per Kustvik

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 09. September 2007 erstellt. In den letzten 2,5 Jahren hat sich einiges bei der Beschaffung eines Tiger Teilersatzes geändert, so dass beispielsweise den Anschaffungs- und Betriebskosten ein noch viel grösseres Augenmerk gewidmet werden muss. Schon lange geht es nicht mehr darum, was für ein Kampfflugzeug die Luftwaffe sich wünscht, sondern welches sich die Schweizer Armee überhaupt leisten kann. Dies zeigt sich eindrücklich in der Abnahme der Beschaffungsmenge: vor rund 3 Jahren wollte das VBS zum Ersatz der 54 F-5 Tiger 33 Kampfflugzeuge, vor rund 1,5 Jahren wurde aus finanziellen Gründen die Anzahl auf 22 Ersatzflugzeugen reduziert. Schliesslich gab Nationalrat Thomas Hurter (SVP, SH) anfangs Woche bekannt, dass er zuversichtlich sei, dass der Bundesrat diesen Mittwoch die Beschaffung von 10-12 Kampfjet beschliessen werde. Die Sitzung des Bundesrates ist nun bereits zwei Tage her und der Entscheid zur Kampfjet-Beschaffung wurde auf den Herbst verschoben. Bundesrat Ueli Maurer versicherte danach noch einmal, dass alle Optionen offen seien, “vom Übungsabbruch bis zum Kauf von 100 Stück” (Quelle: “Entscheid zu Kampfjets erst im Herbst“, NZZ, 24.06.2010). Da auch über die möglichen Kandidaten des Tiger Teilersatz heute mehr Informationen verfügbar sind als vor 2,5 Jahren, ist der Zeitpunkt gekommen noch ein letztes Mal die verbleibenden 3 Kandidaten Revue zu passieren. In 3 Artikeln will ich die Informationen über die sich noch im Rennen befindlichen Kandidaten auffrischen.
 
Beim Saab Gripen war über die letzten 2,5 Jahren eine Weiterentwicklung zu beobachten. Ursprünglich wurden der Armasuisse 22 JAS 39C/D Gripen zum Preis von 1,8 Milliarden Franken angeboten. In Schweden selber wird diese C/D-Version der Gripen als Modulsystem 19 (MS 19) bezeichnet. Mit dem Start des Gripen Demonstrator-Programms (Gripen NG) und mit den Verbesserungen, welche im Rahmen der brasilianischen F-X2 Kampfjet-Evaluation umgesetzt wurden, offeriert Saab der Armasuisse in der finalisierten Offerte vom November 2009 22 Flugzeuge des Modulsystems 21 (MS 21) zum Preis von 2,2 Milliarden (vgl.: “Tiger-Ersatz bald wieder Thema im Bundesrat“, NZZ, 29.05.2010; gemäss Informationen von Saab wurden der Armasuisse verschiedene Vorschläge unterbreitet, welche unabhängig vom Flugzeugtyp gültig sind). Bei den offerierten Preise handelt es sich um Systemverkaufspreise, in welchen Ersatzteile, Waffen, Betriebskosten usw. nicht enthalten sind. Vermutlich unter diesem Gesichtspunkt ist Maurers Aussage Mitte April zu verstehen, dass der Kauf von 22 neuen Kampfjets nicht wie ursprünglich angenommen 2,2, sondern 3,5 bis 5 Milliarden Franken kosten würden. Die Armasuisse selber hat das MS 19 evaluiert, da es sich jedoch beim MS 21 nicht um ein neues Flugzeugdesign, sondern um eine technologische Verbesserung handelt, akzeptierte die Armasuisse die finalisierte Offerte. Gemäss Niels Fischer, Direktor des Gripen International Liaison Office handelt es sich dabei um einen normalen Entwicklungsprozess, welcher auch bei den anderen Herstellern erfolgt und von der Armasuisse von Beginn an berücksichtigt wurde. Die bedeutendste Verbesserung beim MS 21 liegt an seinem Triebwerk: neu ist ein General Electric F414G Mantelstromtriebwerk eingebaut, das nicht nur mehr Leistung, sondern auch Supercruise-Fähigkeit aufweist (am 21. Januar 2009 praktisch vorgestellt).
 

To show potential customers that Gripen can supercruise is an important milestone and to perform this activity only nine months after the Gripen Demonstrator was shown in public for the first time, is something that few, if any aircraft can beat. — Bob Kemp, Gripen International Marketing Director.

Weiter wurde beim MS 21 ein neues Fahrwerk eingebaut, welches eine Vergrösserung des Tankraums und somit eine höhere Reichweite bzw. eine längere Verweilzeit ermöglichte. Und schliesslich wird das MS 21 mit einem Active Electronically Scanned Array (Raven AESA) ausgeliefert. Dazu haben Saab AB und SELEX Galileo eine gemeinsame Entwicklungspartnerschaft vereinbart. SELEX Galileo ist ein bedeutender Zulieferer der Avionik des Eurofighters. Im Vergleich des Gripen mit den anderen Mitkonkurrenten, müssen also die Leistungen des MS 21 herangezogen werden und nicht die des ursprünglichen JAS 39C/D Gripen.
 
Einiges hat sich jedoch während den letzten 2,5 Jahren nicht geändert: die Saab JAS-39 Gripen ist der kleinste Kandidat in der Evaluierung zum Tiger Teilersatz. Ausserdem verfügt sie im Gegensatz zu den anderen Kandidaten nur über ein Triebwerk. Gemäss Anders Carp, Direktor für die Gripen-Kampagne in der Schweiz ist die Motortechnologie von heute so sicher, dass einstrahlige Kampfflugzeuge im Vergleich zu den zweistrahligen Maschinen kein Sicherheitsdefizit mehr aufweisen. Bei derzeit über 130’000 Flugstunden kam es bei der Gripen zu keinen Verlusten aufgrund eines Motorversagens. Dass Sicherheitsbedenken bei einstrahligen Maschinen nicht notwendig sind, wird in der Praxis auch durch die einstrahlige und sehr erfolgreichen Lockheed Martin F-16 bewiesen. Mit der Hawker Hunter und der Dassault Mirage III verfügte die Schweizer Luftwaffe bereits in der Vergangenheit über einstrahlige Kampfflugzeuge und machte damit keine schlechten Erfahrungen. Schliesslich hat Lockheed Martin auch bei der F-35 auf einen einstrahligen Antrieb gesetzt. Der Vorteil bei einem einstrahligen Kampfflugzeug liegt bei den deutlich tieferen Anschaffungs- und Betriebskosten. Lennart Sindahl, stellvertretender Konzernchef von Saab und Direktor des Bereichs Aeronautics versicherte in einem Interview mit Eco (siehe Videomitschnitt unten), dass die Betriebskosten über 30 Jahre berechnet rund 2 Milliarden günstiger kommen, als bei der Anschaffung eines Konkurrenzprodukts. Gemäss diesem Beitrag würde Saab der Schweiz sogar die Betriebskosten für die nächsten 30 Jahre schriftlich garantieren. In einer anfangs Jahr durchgesickerten Zusammenfassung der brasilianischen F-X2 Kampfjet-Evaluation würde das brasilianische Luftwaffe die Saab Gripen NG wegen den tieferen Anschaffungs- und Betriebskosten der Dassault Rafale und der Boeing F/A-18E/F Super Hornet Block II vorziehen (Quelle: “Leaset report: Brazilian air force ‘wants Gripen‘”, Flightglobal, 08.01.2010).

Ein einstrahliges Kampfflugzeug verbraucht ausserdem weniger Kraftstoff und produziert weniger Emissionen – auch bezüglich Lärm. Bei maximaler Antriebsleistung (mit oder ohne Nachbrenner) ist die Gripen C/D (die Gripen NG wurde nicht von der Armasuisse getestet) leiser als ihre Konkurrenten (Quelle: Robert Wall und Douglas Barrie, “Fighter Competition Timelines In Doubt“, Aviation Week, 11.02.2010). Trotzdem sind gemäss Angaben der Armasuisse die Lärmemissionen aller drei Tiger Teilersatz-Kandidaten höher als diejenigen des Northrop F-5 Tiger und liegen auf dem Niveau des McDonnell Douglas F/A-18 C/D. Gemäss Max Ungricht, Chefredakteur von Cockpit werde die geringere Leistung des einstrahligen Kampfjets durch ein geringeres Gewicht kompensiert, so dass die Gripen über eine vergleichbare Steigleistung wie die Konkurrenz verfüge. Weitere Vorteile des Gripen liegen in der hohen Zuverlässigkeit, der relativ einfachen Wartung und in der Robustheit. So ist die Gripen für einen harten Wintereinsatz ausgelegt und kann auch von Behelfspisten, Autobahnen und schmutzigen Strassen starten bzw. landen. Gemäss Carp setze Schweden wie die Schweiz mit ihrem Milizprinzip hauptsächlich Wehrpflichtige für die Wartung ein, was bedeute, dass sämtliche Wartungsarbeiten lediglich die Anwesenheit eines Technikers erfordere, der die Wartung hauptsächlich in überwachender Funktion unterstützte. Dies ermögliche einen kostengünstigen und zügigen Wartungsablauf mit möglichst wenig Bodenpersonal. Betreffend der Zukunftssicherheit des Gripen brachte das schwedische Parlament seine Entschlossenheit zum Ausdruck, den Gripen für Jahrzehnte als Hauptträger seiner Verteidigungsanstrengungen einzusetzen und dessen Weiterentwicklung auch über das Jahr 2040 hinaus zu unterstützen. Welchen Weg diese Weiterentwicklung nehmen soll, kann anhand des Gripen NG Demonstrator festgestellt werden. Neben den bereits implementierten und weiter oben erläuterten Weiterentwicklungen soll die Gripen NG zusätzlich ein neues Satelliten-Kommunikationssystem und ein elektro-optischen Raketenwarnsystem umfassen (vgl.: “Gripen NG Angebot für Brasilien“, Saab AB, 02.02.2009). Bei der Wahl des Tiger Teilersatz darf auch mögliche Kooperationsangebote, wie beispielsweise Trainingsmöglichkeiten in Schweden und angebotener Technologie-Transfer nicht vernachlässigt werden. Ausserdem werden von Saab AB Kompensationsgeschäfte von mindestens 100% in Aussicht gestellt.
 
Und hier die Flugzeugdaten im Überblick (wenn nichts angegeben, stammen die Daten aus den offiziellen Unterlagen von Saab AB):

Kenngrösse Daten
Typ: Mehrzweckkampfflugzeug
Länge: 14,10 m (Zweisitzer: 14,80 m)
Flügelspannweite: 8,40 m
Flügelfläche: 25,45 m²
Höhe: 4,50 m
Leermasse: 7’000 kg
Mitgeführter Treibstoff (intern): 3’500 kg
max. Ladegut (Waffen, externe Treibstofftanks): 6’000 kg
max. Abflugmasse: 16.500 kg
Marschgeschwindigkeit: Mach 1,2 (1.470 km/h)
Höchstgeschwindigkeit: Mach 2 (Supercruise)
Steigleistung: 254 m/s (Angabe für MS 19)
Dienstgipfelhöhe: 18.000 m (Quelle: Wikipedia)
Einsatzradius: 800 km (für MS 19; Quelle: “Kurzstartfähig und mit viel Upgrade-Potenzial”, NZZ, 16.04.2008)
Flugreichweite: 4.000 km
Verweilzeit: rund 2h
Schub-Gewicht-Verhältnis: Maximal (Leergewicht): 1,42 (eigene Berechnung)
Nominal (normales Startgewicht): 0,95 (eigene Berechnung)
Minimal (maximales Startgewicht): 0,60 (eigene Berechnung)
Besatzung: Es gibt eine Einsitzer- sowie eine Zweisitzerversion.
Bewaffnung: Eine 27 mm Mauser BK-27 Kanone. Zehn Aufhängungen für Missiles, Bomben und Aussentanks.
Triebwerk: Ein General Electric F414G Mantelstromtriebwerk mit max. 98 kN Schub.
Systempreis: um 100 Mio. SFr

Legende
Diagramm Mitte rechts: Emissionsdiagramm für den Gripen C⁄D: schwarz ist ohne Nachbrenner, rot ist mit Nachbrenner (Quelle: Jürg Weber, Daniele Tamburini, Fabio Antognini, “Lärmmessungen 2008“, Medienkonferenz, 2.12.2009).

Quellen
Robert Kühni, “Interview mit Anders Carp, Director Gripen für die Schweiz“, FliegerWeb, 29.11.2009.

This entry was posted in Patrick Truffer, Switzerland, Technology.

29 Responses to Tiger Teilersatz: Saab JAS-39 Gripen

  1. Patrick Truffer says:

    Am 8. Januar 2008 hat das tailändische Kabinet beschlossen, für 574 Millionen US-$ 6 Saab JAS-39 Gripen anzuschaffen. Mit den 6 Stück, die bereits Mitte Oktober 2007 bestellt wurden, kauft sich Thailand also total 12 Gripen für ca. 1,1 Milliarden US-$, die bis 2012 (erste Tranche) und 2017 (zweite Tranche) ausgeliefert werden. (Quelle: Thai News Agency und Reuters). Ende Oktober 2007 hat sich der schwedische Premieminister, Fredrik Reinfeldt, noch zurückhaltend über den Gripen-Verkauf an Thailand geäussert, denn Schwedens Waffenexport-Gesetz verbietet den Verkauf an Nicht-Demokratien. Da Thailand eine konstitutionelle Monarchie ist, müsste dies eigentlich ein Ausschlusskriterium sein.

    I accept that Thailand cannot be classified as a true democracy, but rather as a nation that is moving towards democratic rule. We must not ignore this development, and we must be encouraged by its progression. We must also welcome Thailand’s interest in Swedish technology. — Swedish Prime Minister, Fredrik Rheinfeldt.

    The Reinfeldt center-right government must surely be aware that Sweden bans the sale of weapons to dictatorships or to nations where internal civil war or conflict exists. The question, ‘Is Thailand a democratic state?’ may need clarification before this sale is approved. — Mona Sahlin, the leader of the Social Democrats party.

    The Gripen has incurred large production costs, and export sales are vital to the success of the venture. A good deal can be done with Thailand, and I believe a deal will be done, regardless of what opposition might arise from some [Swedish] opposition parties. — A source in the Swedish Ministry of Defence

  2. Pingback: Offiziere.ch » Tiger-Ersatz, Update 01

  3. Pingback: Offiziere.ch » Neue Generation von Kampfflugzeugen: Su-35

  4. Philipp A. says:

    Die Schlussfolgerung, dass die Entscheidung zwischen Gripen und Rafale fallen sollte, ist sicherlich richtig.

    Gemäss dem Anforderungskatalog der Schweizer Armee – Luftpolizei und Kompetenzerhaltung – tuts der einfach Gripen alleweil und eine bessere Kampfleistung ist eben gar nicht gefragt, weshalb der Entscheid von Boing mit der F-18 E/F gar nicht an der Ausschreibung teilzunehmen richtig ist. Was das einzige Triebwerk angeht, so ist mittlerweile eigentlich bewiesen, dass einstrahlige Kampfflugzeuge nicht weniger sicher im Betrieb sind als zweistrahlige (die F-16 lässt grüssen).

  5. David G. says:

    Wenn die Evaluation sinnvoll durchgeführt wird, hat das Flugzeug, das in den folgenden Bereichen die besten Ergebnisse erzielt, die besten Chancen:

    - Betriebskosten (Treibstoffverbrauch, Wartung)
    - Lärmemissionen (hoffe ich zumindest)
    - Einfacher Unterhalt
    - Hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit
    - Erfüllt Euro 5 Abgasnorm (nicht ernst gemeint)

    Also der Grippen hat für mich gute Chancen. Es ist in meinen Augen nicht besonders sinnvoll teure Spielzeuge anzuschaffen, welche dann, wenn man sie dann wirklich braucht, doch wieder veraltet sind. Um zivile Linienmaschinen zu kontrollieren (Luftpolizeidienst) ist vor allem eine effiziente und im Betrieb günstige Maschine gefragt, weniger ein ultimativer Krieger der Lüfte.

  6. Marco W. says:

    Wieso ist eigentlich der F-35B JSF nicht im Auswahlverfahren.
    Ich sehe bei dem Flugzeug keinen Nachteil gegenüber den anderen in der Auswahl (nur Vorteile).
    Nebst STOVL Fähigkeit (welche besonders in der Schweiz sinnfoll wäre), ist der F-35 full stealth, hat die modernere Sensortechnik und ist wendiger.
    Und ich finde schon nur die Tatsache, dass er ein Gen5 Jet ist und die anderen nur Gen 4,5 sagt schon alles.
    Wieso kaufen wir uns alte Jets, welche andere ausrangieren (Schweden den Grippen), wenn wir etwas neuers kaufen können, dass wir nicht gleich nach 10 Jahren wieder auswechseln müssen?
    Ausserdem ist es ein internationaler Fighter (Italien, England, Finnland, etc etc. kaufen ihn).

  7. Patrick Truffer says:

    Hallo Marco,
    im obigen Artikel steht, weshalb der F-35 nicht im jetzigen Auswahlverfahren teilnimmt: weil theoretisch erst ab 2010 verfügbar. Für die Schweiz würde eine Lieferung jedoch erst deutlich später (ab 2017) in Frage kommen, weil die Schweiz weder ein internationaler Partner bei der Entwicklung, noch ein “Security Cooperative Participants” ist. Israel, als “Security Cooperative Participants” erhält seine bestellten F-35 voraussichtlich erst 2012 (Quelle: Jerusalem Post). Die Tiger-Flotte der Schweiz muss jedoch zwischen 2013 – 2015 ausgemustert werden, denn es ist bei einem Flugzeug nicht wie bei einem Auto, das man benutzen kann, bis es einfach nicht mehr läuft. Auf den F-35 zur Evaluation zu warten und das Geschäft nicht bereits jetzt in die Hand zu nehmen, würde ein sehr grosses Risiko bedeuten, denn weder weiss man ob der F-35 die Vorgaben schlussendlich auch tatsächlich erfüllen wird, noch wie es preislich aussehen wird (dieses Vorgehen käme einer Wiederholung der Mirage-Affäre gleich). Dazu kommt, dass wegen möglichen innenpolitischen Hürden und dem ganzen Einführungsprozedere ein Kampfflugzeug nicht direkt nach erfolgreicher Evaluierung bereits im Einsatz stehen wird.

    Die Reduktion der schwedischen Gripen-Flotte hat übrigens finanzielle Gründe und bedeutet nicht, dass der Gripen für den vorgesehenen Einsatz in der Schweiz nicht längerfristig ausreichen würde.

  8. Martin says:

    Habe den Saab heute einfliegen gesehen und gehört. Von der Lautstärke her sehr angenehm, fast wie der Tiger. Saab ist mein Favorit, ein schönes Flugzeug.

  9. Thomas Schneider says:

    Wie sieht der Vergleich der Varianten bezüglich Treibstoffverbrauch aus?
    Beim Tiger sind es ca 2500 L/h (Durchschnitt)
    Beim FA 18 sind es m.W. ca. 4500 L/h (Durchschnitt)

  10. Patrick Truffer says:

    Aus einer ungesicherten Quelle habe ich die Angabe, dass der Eurofighter ca. 85kg/min Treibstoff verbrennt, was bei Kerosin mit einer Dichte von ca. 0,8 kg/l rund 6375 l/h machen würde. Nimmt man als Berechnungsgrundlage der Verbrauch des Triebwerks (Eurojet EJ200), so kommt man auf 6210 L/h (ohne Nachbrenner, 23 g/kNs, 60 kN Schub, Dichte Kerosin 0,8 kg/l). Mit einem internen Tankinhalt von 6215 Liter macht das eine max. Einsatzzeit von ca. einer Stunde, was realistisch erscheint. (Frag mich nicht, weshalb man den Verbrauch nicht verdoppeln muss, weil zwei Triebwerke im Einsatz sind! Vielleicht hat ein Leser detailliertere Angaben darüber).

    Beim Dassault Rafale gibt diese Berechnung einen Verbrauch von ca. 4870 L/h (ohne Nachbrenner, 0,8 kg/daNh, 48,7 kN Schub, Dichte Kerosin 0,8 kg/l). Mit einem internen Tankinhalt von 4700 Liter macht dies ebenfalls eine Einsatzzeit, die etwas unter einer Stunde liegen wird.

    Beim Saab JAS-39 Gripen gibt diese Berechnung einen Verbrauch von ca. 4460 L/h (ohne Nachbrenner, 82,6 kg/kNh, 54 kN Schub, Dichte Kerosin 0,8 kg/l). Mit einem internen Tankinhalt von 4000 Liter macht dies ebenfalls eine Einsatzzeit, die etwas unter einer Stunde liegen wird. Im übrigen ist im FA-18C/D eine ältere Variante des Triebwerks (General Electric F404-GE-402), das beim Saab JAS-39 Gripen zum Einsatz kommt (Volvo Aero RM12), eingebaut. Deshalb ist der durchschnittliche Verbrauch des FA-18C/D etwas höher.

  11. Patrick Truffer says:

    Hier ist noch die offizielle Medienmitteilung zu Martins Beobachtung. Die wichtigsten Aussagen:

    • Am 24. Juli 2008 11.58 Uhr sind auf dem Militärflugplatz Emmen (LU) zwei Flugzeuge des Typs Saab Gripen gelandet. Sie werden für die Evaluation während rund einem Monat in der Schweiz stationiert sein.
    • Am 9. Oktober 2008 ist die Ankunft des französischen Dassault Rafale vorgesehen und anschliessend am 6. November 2008, die Ankunft des europäischen EADS Eurofighters. Für alle drei Flugzeuge ist der Ablauf der Flug- und Bodenerprobung identisch.
    • Nach der Auswertung der bezüglich Gegenstand und Preise optimierten zweiten Offerte und der anschliessenden Erarbeitung des Evaluationsberichtes im Mai 2009 ist die Typenwahl im Juli 2009 geplant.

    Zwei Saab Gripen fliegen in Emmen ein

     

  12. delta says:

    Es ist einer der grössten Fehler die Mig 31 nicht in Betracht zu ziehen. Es gibt kein vergleichbares Flugzeug, dass von einem Land im Lizenzbau angeboten wird. Der Mig ist allen vorgestellten Modellen klar überlegen und kann extrem vielseitig auch umgebaut werden.

    Ein Flugzeug mit einem Triebwerk ist im Gebirge hoffungslos überfordert.

  13. Patrick Truffer says:

    Hallo delta,

    die Begründung, weshalb die MiG-31 nicht evaluiert wird, findest Du hier. Was das Triebwerk angeht, so ist die Leistung eines einstrahligen Kampfflugzeugs im Vergleich zur einem zweistrahligen natürlich geringer. Dass eine einstrahlige Maschine im Gebirge jedoch hoffnungslos überfordert wäre, kann anhand der Erfahrungen mit der Dassault Mirage III verneint werden (oder hast Du da vielleicht eine Quellen, die Deine Aussage bestätigen würde?).

  14. Alex Lenders says:

    Wie steht es eigentlich mit den Erdkampf-Fähigkeiten der drei Typen? Werden die auch evaluiert? Ich glaub, ich hab ich vor einiger Zeit (in der ASMZ?) etwas darüber gelesen, dass es sozusagen nicht nur um einen Tiger-Teilersatz, sondern auch ein wenig um einen verspäteten Hunter-Ersatz geht…

  15. Pingback: Offiziere.ch » Tiger Ersatz: Krebst die Armasuisse zurück?

  16. Manhart H.P. says:

    Die Deutschen bieten den Eurofigter und drohen mit der Peitsche.
    Die Franzosen bieten den Rafale und wollen uns
    austrocknen.
    Die Schweden bieten den Grippen und wollen uns
    am Bau beteiligen.
    Welche Seite wird wohl am ehesten Druck wegen
    Ersatzteilen oder Strategie ausüben?
    Die Schweden sind neutral! …und wir?

  17. Pingback: Offiziere.ch » Betriebskosten des Tiger Teilersatz

  18. Frosch says:

    Saab versucht die Absatzchancen des Gripen zu verbessern, indem es eine für Trägereinsätze optimierte Variante entwickeln will. Anlass dafür ist eine Afnrage der Inder, die ein Flugzeug für ihren neuen Träger suchen. Da ausserdem Brasilien ebenfalls Bedarf für ein modernes Trägerflugzeug hat rechnen sich die Schweden, die zudem in Indien in der Endphase der Evaluation für ein neues landgstütztes Kampfflugzeug stehen gute Chancen aus sich ein Stück vom Kuchen neuer seegestützter Kampfflugzeuge abzuschneiden. Der Markt scheint nicht uninteressant zu sein da neben Indien auch andere Staaten eine Trägerflotte auf- oder ausbauen wollen.

    Hier die Nachrichten mit Video (leider auf Schwedisch!)
    http://svt.se/2.22620/1.1846884/saab_tar_fram_ny_jas-modell

  19. Pingback: Offiziere.ch » Tiger-Ersatz: Lockhead Martin F-35 Lightening II ?

  20. Patrick Truffer says:

    Der Artikel wurde am 25.06.2010 komplett überarbeitet – alle obigen Kommentare beziehen sich auf den alten Artikel.

  21. Pingback: Achtung Baustelle – abgeschlossen | Offiziere.ch

  22. Pingback: Tiger Teilersatz: Dassault Rafale | Offiziere.ch

  23. Pingback: Ex Tiger Teilersatz: Eurofighter | Offiziere.ch

  24. Bucher Stefan says:

    Der Merzweckkampfflieger F35B der Amerikaner könnte ein guter Ersatzt für den alten Tiger sein,hat Stealth Senkrechtstarter Zweistraller und were für einen Stückpreis von ca 35M US die A version für 30M.US.Dollar zu haben mit Modernster Elektronik für Angriff und vorallem Verteidigung .
    Erstflug im jahre 2000 also ein neuer Flieger was den Grippen von ca 100 M schon sehr verteuert und der Erstflug in den 90 jahren hatte .Die Auslieferungen für den Export hatten ab 2008 -2010 begonnen

  25. Pingback: Aufgeschnappt: and the winner is …. Saab Gripen | Offiziere.ch

  26. Pingback: Aufgeschnappt: Saab Gripen im Sturzflug | Offiziere.ch

  27. Pingback: Offiziere.ch

  28. Pingback: Gripen E/F: finanzierbares risikoreiches Mittelmass | Offiziere.ch

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Comment Spam Protection by WP-SpamFree