Mr. “Blackwater” Prince in Washington

Wie ich bereits hier angetönt habe, musste Blackwater-Gründer und Besitzer Erik Prince vor The House Oversight Committee Rede und Antwort über die Blackwater-Tätigkeiten im Irak stehen. Am letzten Dienstag erfolgte nun die Anhörung, am Tag darauf zeigte Democracy now! Ausschnitte aus der Anhörung und versucht mit Hilfe von Jeremy Scahill die Hintergründe zu analysieren. Bahnbrechende Erkenntnisse waren von dieser Anhörung natürlich nicht zu erwarten, dazu ist Prince zu gut beraten.

 

Blackwater ist im Irak exklusiver Vertragspartner des State Departments. Die Firma beschäftigt derzeit ca. 1100 Söldner – oder wie es Prince lieber hören würde “loyal Americans” – von denen 233 Nicht-Amerikaner sind. Seit 2005 waren Blackwater-Angestellten in 195 Schiessereien verwickelt, bei denen in über 80 Prozent Iraker verletzt oder getötet worden sind. In einigen Fällen wurden den Hinterbliebenen bis zu 15.000 Dollar gezahlt, um nach den Worten des US-Aussenministeriums “die unselige Sache schnell hinter uns zu bringen”. Gemäss Prince sei dafür jedoch keine US-Diplomat, der sich in ihrem Schutz befand, zu Schaden gekommen – ausser ein geplatztes Trommelfell – jedoch 27 seiner Angestellten getötet, und Hunderte verletzt worden. Auch der finanzielle Aspekt ist recht interessant, denn wer glaubt, dass Outsourcing dem Staat die Kosten senkt, der ist auf dem Holzweg. Gemäss Ermittlungen des Ausschusses erhält ein Blackwater-Angestellter für seine Dienste im Irak rund sechs Mal so viel Geld wie ein normale US-Soldaten. Darüber hatte sich selbst Verteidigungsminister Robert Gates vorige Woche vor dem Kongress beschwert: Blackwater schnappe ihm mit hohen Löhnen immer mehr gute Männer vor der Nase weg. Vorsichtig geschätzt (10% Gewinnmarge) hat Prince seit 2003 ca. 100 Millionen US-Dollar am Kriegsgeschäft verdient. (Quelle: Spiegel)

Weiterführende Informationen
Additional Information about Blackwater USA from the Committee on oversight and governement Reform (1. Oktober 2007): Hier findet man detailliertere Informationen über finanzielle Aspekte, über ereignete Zwischenfälle und über die 122 entlassenen Mitarbeiter.

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