Statistik: Geleistete Diensttage 2009

Das VBS veröffentlichte am Dienstag, 24. Februar 2010 die Statistik der geleisteten Diensttage 2009. Im letzten Jahr wurde in der Armee rund 6,4 Millionen Diensttage absolviert, was dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre entspricht. Zwei Drittel wurden in der Ausbildung in den Lehrverbänden (Rekruten-, Unteroffiziers- und Offiziersschulen) absolviert, ein Drittel in den Fortbildungsdiensten der Bataillonen bzw. Abteilungen. Verglichen mit dem Vorjahr verringerten sich die Einsätze um 30% auf 387’677 Diensttage. Ein Hauptgrund liegt in den überdurchschnittlich hohen Anzahl der Dienstage im Jahre 2008 auf Grund der Austragung der Fussball-Europameisterschaft 2008 (EURO 08) in der Schweiz. Trotzdem, sogar verglichen mit den Einsätzen von 2007 (418’901 Diensttage) reduzierte sich die Anzahl der Dienstag immer noch um rund 7,5% und ist so tief wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das VBS begründet diese Reduktion mit dem Systemwechsel beim Schutz ausländischer Vertretungen (“AMBA CENTRO“), wo neu anstatt WK-Verbände primär die Militärische Sicherheit (Mil Sich) und Durchdiener eingesetzt werden. Dadurch – vermutlich weil das Personal nicht alle 3 Wochen komplett wechselt – müssen bei gleichem Leistungsumfang 20% weniger Einsatztage geleistet werden, gleichzeitig sind jedoch die Kosten für Transport, Verpflegung und Unterkunft deutlich gestiegen.

Die Verteilung auf die Einsatzarten sieht gegenüber dem Vorjahr unverändert aus: über 70% der Leistungen waren zu Gunsten subsidiärer Sicherungseinsätze, 24% entfielen auf friedensfördernde Einsätze im Ausland, 5% auf Unterstützungseinsätze (unter anderem zugunsten von Sportanlässen) und 1% auf Katastrophenhilfe. Die Leistungen wurden mit 69% durch WK-Verbände, 20% durch Berufskomponenten (16% Mil Sich und 4% Berufspersonal der Luftwaffe, der Logistikbasis der Armee, sowie durch Zivilangestellte in Auslandeinsätzen) und 11% durch Durchdiener erbracht. Die umfangreichsten Einsätze waren “AMBA CENTRO” mit 159’848 Diensttagen, gefolgt vom Einsatz zu Gunsten des Weltwirtschaftsforums in Davos (“ALPA ECO NOVE“) mit 71’044 Diensttagen, von der Verstärkung des Grenzwachtkorps (“LITHOS”) mit 37’434 Diensttagen und von Leistungen zu Gunsten der Flugsicherheitsmassnahmen im Luftverkehr (“TIGER/FOX“) mit 3’084 Diensttagen. Die Unterstützung der Kantone Uri und Schwyz bei den Sicherheitsmassnahmen im Rahmen des Staatsbesuches des russischen Staatspräsidenten Dmitri Medwedew im September 2009 hatte einen Umfang von 466 Diensttage. Die friedenfördernden Einsätze im Ausland sanken um 4% auf 95’843 Diensttagen. Dieser Rückgang ist auf die Nicht-Verlängerung des UN-Mandates der UNOMIG in Georgien, fehlender Finanz- und Sicherheitsgarantien bei den Einsätzen der humanitären Entminungsspezialisten und dem Rückzug des Luftwaffendetachements aus Bosnien-Herzegowina zurückzuführen. Die Katastrophenhilfeeinsätze (430 Diensttage) wurden bei der Unterstützung der Feuerwehr in Lausanne bei der Bekämpfung eines Grossbrandes in einem Archivgebäude und beim Einsatz der Rettungskette Schweiz beim Erdbeben an der Westküste Sumatras geleistet. Pro Tag standen durchschnittlich 1’062 AdA – davon 263 im Ausland – im Einsatz. Die Luftwaffe führte 2009 im Rahmen des Luftpolizeidienstes 11 Interventionen (“Hot Missions”) durch, was ca. 50% der durchschnittlichen Interventionen der letzten zwei Jahre darstellt. Zudem wurden 294 Kontrollen von Staatsluftfahrzeugen (“Live Missions”) durchgeführt, was zwar etwas unter dem Wert von 2008 (305) liegt, jedoch vergleichbar mit 2007 (295) ist. Im Lufttransportdienst wurden 2’458 Flugstunden geleistet, primär zur Unterstützung der Behörden, des Grenzwachtkorps, der Polizei sowie der Rega.

Die Kosten für einen Diensttag pro AdA beliefen sich auf 34,76 SFr (Vorjahr: 34,90 SFr), was durch eine strengerer Bewilligungspraxis im Bereich der Pensionsverpflegung erreicht wurde. Die Kosten sind jedoch immer noch höher als 2007, als ein Diensttag noch 33,50 SFr zu Buche schlug. Bevor wieder eine Diskussion über die Kostenstruktur der Schweizer Armee ausbricht: in diesen Kosten sind Sold, Unterkunft, Verpflegung, Aufwendungen für Land- und Sachschaden, Telefonie und Postdienstleistungen enthalten, jedoch keine volkswirtschaftlichen Kosten. Gesamthaft gesehen, benötigten die Schulen und Kurse der Armee im Jahr 2009 rund 222 Millionen Franken, was dem Vorjahreswert entspricht. Mit 63,5 Millionen Franken stellte die Verpflegung (13 Millionen zubereitete Mahlzeiten!!) der grösste Posten in der Abrechnung dar, gefolgt von Sold (56,2 Millionen Franken), Transporte (44,4 Millionen Franken) und Unterkünften (29,0 Millionen Franken). Die Transportkosten umfassen die mit der SBB und anderen Transportunternehmen abgeschlossenen pauschalen Jahresverträgen um die Benutzung des Marschbefehls als Generalabonnement zu ermöglichen. Dieses Angebot wird von den Armeeangehörigen sehr geschätzt; so benutzten 2009 74,75% der Dienstleistenden die Bahn.

Hauptquellen

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