Klopf, klopf! Simon ist da!

Mit der asymmetrischen Bedrohung im Irak war es je nach Truppengattung und Region üblich, dass US-Truppen die Türen ziviler Gebäude rücksichtslos aufgeschlagen oder eingetreten haben. Ob diese Praktik von den US-Truppen derzeit immer noch angewendet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn ich jedoch das US Army Field Manual 3-24 “Counterinsurgency” von General Petraeus durchblättere, bekomme ich den Eindruck, dass sich der Stil der US-Truppen im Irak seit dem Februar 2007 etwas gewandelt hat. Ich habe das Field Manual nur stellenweise angelesen, es scheint mir aber (für Offiziere) eine empfehlenswerte Lektüre zu sein.

Trotzdem kann es in gewissen Situationen nötig sein, dass man eine Türe aufbrechen muss. Da man jedoch besser nicht in der Nähe ist, sollte die Türe mit einem Sprengsatz versehen sein, und die US-Truppen vermutlich den Einsatz einer geballten Ladung nicht kennen, wurde “SIMON” entwickelt. SIMON ist eine Gewehrgranate, die mit einem 5.56 mm (gemäss STANAG 4172) Gewehr verschossen wird – könnte also auch mit dem Sturmgewehr 90 funktionieren. SIMON wird mit der üblichen Schussabgabe des Gewehrs initiiert. Die 120g (US-Modell) oder 150g (israelisches Modell) Sprengstoff brechen beim Auftreffen die Türe auf – Einsatzbereich: 15-30m, Gewicht: 680g. Ursprünglich wurde SIMON von der Israeli Defense Force (IDF) entwickelt und steht der US-Army seit anfangs 2007 in grösserem Umfang im Irak zur Verfügung (während 2006 wurden einzelne Truppen zur Felderprobung damit ausgerüstet). Ok, ich gebe zu, nicht unbedingt brandaktuell, doch das Video dazu (siehe unten) fand ich erst kürzlich.

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