Nachschlag 16

Gemäss Hochrechnungen hat in Serbien der pro-europäische Amtsinhaber Boris Tadić die Präsidentschaftswahl mit rund 50,5% knapp gewonnen. Sein Herausforderer Tomislav Nikolic wird voraussichtlich mit rund 47,9% unterlegen. Ob damit der Weg Kosovos in die Unabhängigkeit einfacher wird, ist zweifelhaft. Auch Tadić lehnte bis anhin eine Unabhängigkeit des Kosovos ab. Vielleicht lässt er sich aber durch eine Vereinbarung über eine vertiefte Zusammenarbeit (Handels- und Visa-Erleichterungen) mit der EU umstimmen. Die kosovarische Regierung wird sich davon jedoch kaum beeinflussen lassen und das Datum der Unabhängigkeitserklärung wird vermutlich in den nächsten Tagen oder Wochen erfolgen. Der kosovarische Ministerpräsident Hashim Thaçi bemerkte, dass die Vorbereitungen zur Unabhängigkeit getroffen wurden: die künftige Verfassung sei geschrieben, die Ausarbeitung neuer Staatssymbole “nahezu abgeschlossen” (Quelle: Die Presse).

Eine andere interessante Wahl wird voraussichtlich am 18. Februar 2008 in Pakistan stattfinden. Imran Khan, ein bekannter Cricketspieler und Gründer der “Pakistanische Bewegung für Gerechtigkeit” (eher eine unbedeutende kleine Partei mit einem Parlamentssitz) wird womöglich die Parlamentswahl boykottieren. Ob ein solcher Boykott politisch sehr schlau ist, mag man bezweifeln – jedenfalls gibt das Interview mit ihm bei Democracy Now einen interessanten Einblick in die derzeitigen Probleme Pakistans, verursacht durch regionale Instabilität aber auch durch direkte Einflussnahme der USA in Pakistan selber.

 
Wer bereits jetzt die Sommerferien plant, sollte die Liste der 10 gefährlichsten “Ausflugsziele” berücksichtigen (erstellt von Forbes, der Tschad ist noch nicht berücksichtigt):

  • Platz 1: Somalia. Heimat der Warlords, Risko gewalttätiger Übergriffe, Entführungen, Landminen und von Piraten ausgeraubt zu werden.
  • Platz 2: Iraq. Tägliche Begegnung mit militärischen Auseinandersetzungen und Selbstmordattentätern (inkl. Collateral Damage).
  • Platz 3: Afghanistan. Gewalttätige Übergriffe und Improvised Explosive Devices.
  • Platz 4: Haiti. Eines der ärmsten Länder in der westlichen Hemisphäre, gekennzeichnet durch innenpolitische Unruhen, Polizeikorruption und einer weiten Verbreitung von Feuerwaffen (eine gefährliche Kombination!)
  • Platz 5: Pakistan. Siehe Interview mit Imran Khan.
  • Platz 6: Sudan. Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Milizen beispielsweise in Darfur.
  • Platz 7: Demokratische Republik Kongo. Innenpolitisch noch instabil; Zustand jedoch langsam am Stabilisieren.
  • Platz 8: Lebanon. Politische Unruhen – könnten weiter eskalieren.
  • Platz 9: Zimbabwe. Reiche Bonzen aus Industrieländern sind dort zur Zeit nicht gern gesehen.
  • Platz 10: Palästinensische Territorien. Die Wahrscheinlichkeit sowohl von palästinensischer wie auch von israelischer Seite unter Beschuss zu kommen, ist hier derzeit besonders hoch.

Update 04.02.2008

Update 06.02.2008

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2 Responses to Nachschlag 16

  1. coimbra says:

    Am 25. Januar hat Gazprom die Übernahme des serbischen Gas- und Ölkonzerns NIS bekannt geben. Damit dürfte Serbien noch näher an Russland rücken und dieser Verkauf ist wohl eine kleines “Merci” für die Haltung Russlands zur Abspaltung vom Kosovo.

    Dürfte spannend werden …

  2. Administrator says:

    Zu diesem Gazprom-NIS-Deal gibt es auf Telepolis einen interessanten Bericht.

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