Aufgeschnappt: Wie geht es den Uiguren?

Am 24. März 2003 nahm die Schweiz zwei aus Guantanamo entlassene Uiguren mit chinesischer Staatsangehörigkeit im Kanton Jura auf. Die beiden Brüder (34- und 46-jährig) waren für 8 Jahre in Guantanamo Inhaftiert, ohne dass sie von den US-Behörden angeklagt oder verurteilt wurden. Gegenüber der Schweiz haben sie sich ausdrücklich verpflichtet, die Rechtsordnung zu respektieren und die am Wohnort gesprochene Sprache zu erlernen. Sie sind zudem willens, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. In der Schweiz leben rund 80 Uiguren, meist in den grösseren Städten. In der Fragestunde des Nationalrats von gestern beantwortete Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Frage von Nationalrat Dominique Baettig (JU, SVP), wie es den beiden Uiguren gehe:

Die beiden ehemaligen Häftlinge aus Guantanamo haben erst vor rund zwei Monaten im Kanton Jura Aufnahme gefunden. Es ist daher zu früh, um gefestigte Aussagen über ihre Integration und auch über die täglich anfallenden Kosten zu machen. Gegenwärtig sind die beiden Personen daran, Französisch zu lernen. Gleichzeitig werden sie mit unserer Kultur vertraut gemacht und – nach vielen Jahren in Gefangenschaft – an ein Leben in Freiheit herangeführt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass neben guten und verheissungsvollen Ansätzen auch Schwierigkeiten aufgetreten sind, die im Gesundheitszustand eines der beiden Aufgenommenen liegen. Die zuständigen Stellen des Kantons Jura und des Bundes stehen in dieser Angelegenheit selbstverständlich miteinander in Kontakt. Die Schweiz und die USA haben über die Details der Aufnahme – also auch über die finanziellen Bedingungen – Stillschweigen vereinbart. — Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, 07.06.2010.

Weitere Informationen
Simone Rau, “Sie nahmen den Uiguren-Entscheid Berns mit Tränen auf“, Tagesanzeiger, 06.02.2010.

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