Kopfschusspraxis

Der Terror fordert seine Opfer – ebenfalls die Terrorbekämpfung. Vor dem Wochenende wurde in einer U-Bahnstation in London ein Brasilianer mit 5 Kopfschüssen aus nächster Nähe durch Antiterrorkräfte getötet (Bericht im Tagi). Es ist den Sicherheitskräften nicht zu verübeln, dass sie in der jetzigen Lage angespannt sind – bekanntlich lässt es sich mit Selbstmordattentätern nicht gut verhandeln – ob jedoch die Hinrichtungstaktik den Bürgern mittelfristig wirklich mehr Vertrauen in die Sicherheit gibt, kann man bezweifeln (siehe dazu diesen Bericht).
Das Vorgehen der Antiterrorkräfte war nicht die Tat eines “möchte-gerne” James Bond. Wie die «Financial Times» berichtete, sind die Londoner Terrorfahnder angewiesen worden, mutmasslichen Selbstmordattentätern gezielt in den Kopf zu schiessen. Durch Schüsse in den Körper könnten dort versteckte Bomben explodieren. Dieses Vorgehen wurde nun in den Medien auch schon “Kopfschusspraxis” genannt und das Wort hat gute Chancen als Un-Wort des Jahres 2005 gewählt zu werden. Der frühere Polizeichef Lord Stevens schrieb in der Sonntagszeitung «News Of The World»:

Es gibt nur einen sicheren Weg, um einen Selbstmordattentäter an der Tat zu hindern – zerstöre sein Gehirn auf der Stelle.

Übrigens, das obige Bild stammt nicht aus London sondern aus New York. Nach den Attentatsserien in London haben auch andere Grosstädte ihre Kontrollen verschärft.
Bilder aus Sharm el-Sheik findet man hier. Entweder war die Explosion wirklich gewaltig oder die Bauweise des EInkaufszenter auf den Bildern war katstrophal.

Viele Staaten (ausser natürlich die Schweiz) rüsten im Angesicht der steigenden Bedrohung Polizei und Armee auf. Frankreich will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: 20’000 junge Arbeitslose sollen nun 2 Jahre in der französischen Armee ausgebildet werden. Auch in Deutschland gab es Pläne für den Einsatz von Arbeitslosen beim Militär. Verteidigungsminister Struck wollte Jobsuchende beim Truppentraining vor Bundeswehr-Auslandseinsätzen einsetzen. Struck hatte Ende Juni bei einem Besuch im Ausbildungslager Gumnitz bei Torgelow (Uecker-Randow-Kreis) vorgeschlagen, bei den Übungen anstelle von Soldaten Arbeitslose als Darsteller einzusetzen. Diese sollen die Einheimischen im jeweiligen Einsatzland mimen. Das sei auch eine Kostenfrage. (Quelle: Spiegel).
In Arizona wollen nun sogar die Grosmütter in den Krieg ziehen und anscheinend die Rekrutierungsbüros gestürmt.

Wir sind dahin gegangen, um uns in den Irak schicken zu lassen, damit unsere Kinder und Enkelkinder nach Hause geschickt werden können. Aber statt uns zu erfassen, haben sie die Polizei geholt. (Betty Schroeder, 74 Jahre alt, Quelle: Spiegel)

Last but not least: in einem Interview “Ölpreis für 250 Dollar” erklärt Erdölexperte Matthew Simmons, warum wir bald mehr für Energie und weniger für Sport (das gilt eher für die USA) und Unterhaltung ausgeben werden und warum die Chinesen auf dem richtigen Weg sind.

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