Berufsarmee ist beliebter als Miliz

Von Marc P.

Seit 1995 publiziert die Militärakademie an der ETH Zürich zusammen mit der Forschungsstelle für Sicherheitspolitik der ETH jährlich einen neuen Sicherheitsbericht. Die Milizarmee verliert immer mehr Anhänger: Momentan wollen nur noch 44 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an ihr festhalten, wie der Bericht «Sicherheit 2005» der ETH Zürich zeigt.

Aus der Aargauer Zeitung vom 3. September 2005:

Die jüngste, vom Militärsoziologen Karl W. Haltiner und vom Politologen Andreas Wenger herausgegebene repräsentative Jahresstudie belegt nun, dass eine Berufsarmee bei der Schweizer Bevölkerung erstmals beliebter ist als die Milizarmee. Insgesamt 46 Prozent (2004: 43 Prozent) sprechen sich für eine reine Profi-Streitkraft aus, wogegen nur 44 Prozent (2004: 49 Prozent) der 1200 befragten Personen die Meinung vertreten, man solle an der bestehenden Milizarmee festhalten. Vor allem die so genannte «wehrtragende Alterskohorte der 20- bis 29-jährigen (56 Prozent davon sind für eine Berufsarmee) sieht einen «schwindenden Sinn in der allgemeinen Wehrpflicht», wie der Bericht festhält.

Obligatorische Dienstpflicht kommt an
Mit 49 Prozent spricht sich knapp die Hälfte aller Befragten dafür aus, die heutige Männerwehrpflicht beizubehalten, 43 Prozent wenden sich gegen diese Vorgabe. Von verschiedenen Alternativen zur bestehenden, obligatorischen Männerwehrpflicht findet vor allem eine grossen Anklang: Mit 74 Prozent ist eine überwiegende Mehrheit der Befragten nämlich der Meinung, dass die Wehrpflicht in eine obligatorische Dienstpflicht umgewandelt werden sollte, und zwar mit freier Wahl zwischen Militärdienst und anderen Einsätzen wie Bevölkerungsschutz oder Sozialdienst. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass jedoch lediglich 49 Prozent dafür sind, eine solche obligatorische Dienstpflicht auf beide Geschlechter auszuweiten.
Insgesamt halten 65 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer (2004: 66 Prozent) die Armee für notwendig. Auch hier fällt auf, dass die 20- bis 29 jährigen mit 56 Prozent Zustimmung (2004: 53 Prozent) klar unter dem Durchschnitt liegen. Haltiner und Wenger erklären das mit der «Ja, aber ohne mich»-Haltung.

Angst vor Terror nimmt ab
Die wahrgenommene Bedrohung durch Terror hat sich gegenüber den letzten Jahren abgeschwächt. Das heisst auch: Die Schweizer Bevölkerung ist immer weniger bereit, zugunsten der Bekämpfung des Terrors gewisse Einschränkungen in der persönlichen Freiheit hinzunehmen. Waren dies 2003 to- 67 Prozent und 2004 noch 59 Prozent, sind es 2005 nur noch 52 Prozent. Generell ist das Sicherheitsempfinden in der Schweiz sehr hoch, wie der Bericht «Sicherheit 2005» festhält. 87 Prozent der Befragten geben an, sich «allgemein» und «in der heutigen» Zeit «sehr» oder «eher» sicher zu fühlen (2004: 86 Prozent). Bei Männern und jüngeren Personen ist das Sicherheitsgefühl ausgeprägter als bei Frauen und älteren Personen, was dem langjährigen Trend entspricht.

Hier gibts das Bulletin 2005 zur Schweizerischen Sicherheitspolitik online!

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