Ein engstirniger, rechthaberischer und provinzieller Bauerntrampel (Blocher I)

Zugegeben, ich war noch nie ein Blocher-Fan, trotzdem war ich auf seinen Auftritt auf der “Chance Miliz” gespannt – und war erschüttert. Meine Vorurteile über Bundesrat Blocher haben sich nicht nur bestätigt, sondern auch noch negativ verstärkt – dieser Mann hat nicht das Format eines Bundesrates. Seine Vortragstechnik ist miserabel, sein Auftreten provinziell und mit seinen Händen macht er Bewegungen, wie er auf eine Buschtrommel einschlagen möchte. Zugegeben, inhaltlich war seine Rede interessant, amüsant und sein Statement “Zeit ist das wichtigste Gut” kam bei den Zuhörern (und auch bei mir) an.

Bei der abschliessenden einstündigen Podiumsdiskussion legte er die Buschtrommel zur Seite und trommelte stattdessen auf Dr. Bruno Lezzi (NZZ) und Div Jakob Baumann ein. Dr. Bruno Lezzi erdreiste sich für mehr Kooperation der Schweiz mit dem Ausland stark zu machen und dass die Schweiz an den Europe Battle Groups teilnehmen sollte, ähnlich wie Finnland – Blocher warf ihm dafür “Unkenntnis” an den Kopf. Auch Div Baumanns Darlegung, dass die Armee XXI für 4.2 Milliarden Franken konzipiert wurde, die Politik jetzt jedoch nur 3.8 Milliarden Franken bereitstellt, wurde von Bundesrat Blocher nicht mit Fakten dafür um so lautstarker abgeschmettert – es gäbe schliesslich auch noch die Option, dass es keine Mittel mehr gebe, das Problem liege bei der Armee mit den verfügbaren Mittel das Ziel zu erreichen. Im grossen und ganzen hat Bundesrat Blocher an der Podiumsdiskussion gezeigt, dass er ein engstirniger, rechthaberischer und provinzieller Bauerntrampel darstellt.

Sehr interessant fand ich die Reden von Prof. Dr. Peter Gross über die Multioptionsgesellschaft und den Miteinbezug der älteren Jahrgänge, Prof. Dr. Iwan Rickenbacher über die Miliz zur besseren Nutzung der beschränkten Resourcen eines kleinen Landes und Div Jakob Blattman über die Armeeplanung in der Multioptionsgesellschaft.

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