Blocher II

Anpassung notwendig?Und wieder bezieht sich der Tagesanzeiger in seinem Artikel “Blochers Warnung” auf die “Chance Miliz”. In diesem Artikel wird über Bundesrat Blocher geschrieben:

So habe er auch keinen Streit mit der Armeeführung. Er habe vor Milizoffizieren in Bern lediglich die Unterschiede zwischen Miliz- und Berufsarmeen dargelegt. Auch sei er der Ansicht, dass ein höherer Stabsoffizier nicht dem Bundesrat zu sagen habe, wie viel Geld er für die Armee brauche. Der Militär habe mit dem vorhandenen Geld eine möglichst gute Armee zu organisieren.

Dies ist ein direkter Wink an Divisionär Jakob Baumann, Unterstabschef Planung, der im Podiumsgespräche darauf hinwies, dass der Armee XXI ursprünglich 4.2 Milliarden zugesprochen wurde, dass während dem Reformprozess die Mittel auf 3.8 Milliarden gekürzt worden sind, und dass dies Auswirkungen auf die jetzige und künftige Planung habe. Daraufhin musste er am Podium Schelte von Bundesrat Blocher beziehen, der zwar nicht fundiert, dafür jedoch um so angriffiger giftete, es gäbe auch noch die Option, dass gar keine Mittel zur Verfügung stünden. Blochers Rezept: man müsse den Bestand der Armee wieder erhöhen, das Schwergewicht auf die Landesverteidigung legen, auf teure Hightech und Auslandeinsätze verzichten. Wahrlich keine ernstzunehmende Option.

Wegen den oben genannten finanziellen Rahmenbedingungen ist der nächste Entwicklungsschritt der Armee 08/11 bereits bekannt. Diese “Kurskorrektur” fällt jedoch nicht bei allen Interessensvereinigungen auf Gegenliebe:

Die Schweizerische Offiziersgesellschaft fordert eine Überprüfung des Umbauprojektes «Armee 08/11». Aus ihrer Sicht sind die Entscheide des Bundesrates nicht nachvollziehbar und politisch ungenügend abgestützt. Die Halbierung der mechanisierten Verbände zu Gunsten der infanteristischen Sicherheitskräfte basiere nicht auf einem systematischen sicherheitspolitischen Entscheidungsprozess, kritisiert die Schweizerische Offiziersgesellschaft (SOG) in einem heute in Bern präsentierten Positionspapier.
Die Begründung des Armee-Entwicklungsschritts 2008/2011 mit der veränderten Bedrohungslage und dem engen Finanzrahmen hält die SOG nicht für stichhaltig. Die Bedrohung habe sich in den letzten Jahren nicht verändert, und die Einsparungen seien sehr klein: “Die Bedrohung passt sich nicht den Finanzen an”. — “Offiziere kritisieren Bundesrat”, Tagesanzeiger, 10.11.2005, offline.

Interessant für Kommandanten: Der Bundesrat hat am Mittwoch die Verordnung über die Militärdienstpflicht (MDV) vom 19. November 2003 revidiert. Es ging darum, verschiedene Punkte klarer zu fassen oder zu korrigieren, um den Bedürfnissen in der Praxis gerecht werden zu können.
In der Verordnung über die Militärdienstpflicht ist nun klarer definiert, was Urlaub während eines Militärdienstes ist. Es handelt sich dabei nicht um einen Unterbruch des Dienstes, sondern um die Gewährung von Freizeit von mehr als einem Tag Dauer. Im weiteren wurde eine zusätzliche Stufe im Aufgebotswesen eingeführt, damit Gesuche für Dienstverschiebungen möglichst frühzeitig behandelt werden können: Als Erstes erfolgt das öffentliches Aufgebot im Vorjahr, dann erhält der Armeeangehörige eine Dienstanzeige 20 Wochen vor dem Dienst und schliesslich den Marschbefehl 6 Wochen vor dem Dienst.

Bildquelle
Nebelspalter

This entry was posted in Switzerland.

2 Responses to Blocher II

  1. Pingback: Offiziere.ch » Personalprobleme bei der Schweizer Armee 02

  2. Pingback: Offiziere.ch » Schweizer Armee: Zusammenfassung der letzten News 03

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Comment Spam Protection by WP-SpamFree